Wetten auf Pferderennen – alle Wettarten im Vergleich

Hat die Wendung „Sport der Könige“ ihren Ursprung noch darin, dass der Pferderennsport zunächst in Ausübung und Besuch eine Angelegenheit des Adels war, so lässt sich heute, wo es professionelle Jockeys gibt und breite Gesellschaftsschichten das Geschehen verfolgen, in einer modernen Interpretation, mit ihr die Eleganz des Sportes zum Ausdruck bringen. Denn Pferderennen haben ihren ganz eigenen Charme:

Wenn die imposanten Tiere die Zielgerade entlang donnern, hinterlässt das den Betrachter an der Bande nicht ohne Eindruck. Diesem Zauber von Tempo, roher Kraft und Eleganz, der sich vor allem aus nächster Nähe entfaltet, zur Seite steht ein zweiter, der im kompetitiven Charakter der Veranstaltung begründet lieg. Dieser zweite Zauber kann den Sporttipper auch aus der Ferne bannen: So erfreuen sich Pferdewetten heute auch abseits der Rennbahn nach wie vor großer Beliebtheit.

 

 

In ihrer modernen Form (denn auch Hochkulturen kannten bereits das Glücksspiel und die Sportwette) ist die Pferdewette die älteste unter den Sportwetten. Die Ursache dafür ist, dass sich im Pferderennsport als eine der ersten Sportarten professionelle Strukturen entwickelt haben. Diese sind Voraussetzung dafür, dass auch die Wette als Institution Fuß fassen kann.

 

Pferdewetten haben ihre eigenen Regeln und Gesetze

Pferdewetten haben ihre eigenen Gesetze und Termini; sie lassen sich zudem auch in ihren Wettarten deutlich vom übrigen Sportwettangebot abgrenzen. Wer sich also bisher mit der Sportwette in Fußball, Tennis, Handball und anderen Sportarten beschäftigt hat, der muss sich darauf gefasst machen, mit der Pferdewette in eine gänzlich neue Welt einzutauchen.

Die größte Verwandtschaft zeigt sich noch, neben den Greyhounds, mit dem Motorsport: da dieser auch das Rennen als Wettbewerbsform hat, kommen ähnliche Wettarten zur Anwendung. Die Realität ist jedoch, dass im Vergleich zum Pferderennsport eine deutlich geringere Vielfalt vorherrscht.

Nachfolgend werden die wichtigsten Einzelwettarten bei Pferderennen vorgestellt. Hinsichtlich der Praxis der Pferdewette sollte aber berücksichtigt werden, dass von Land zu Land (bei Poolwetten, die an die Rennbahnen vermittelt werden) und auch von Wettanbieter zu Wettanbieter (bei Buchmacherangeboten) unterschiedliche Bestimmungen zur Anwendung kommen.

Bspw. kann es von der Starterzahl abhängen, ob ein bestimmtes Wettangebot zustande kommt – und die Anzahl der erforderlichen Starter variiert wiederum von Land zu Land. Aufgrund dieser Feinheiten in den Regelwerken ist es in jedem Fall empfehlenswert, vor der Tippabgabe die Länderbestimmungen und die AGBs des Wettanbieters zu lesen.

 

Einzelwetten: Die wichtigsten Einzel-Wettarten bei Pferderennen

 
Sieg (Win): Bei dieser Wettart wird auf den Sieger des Rennens getippt.

Pferdewetten bei Ladbrokes

Bild oben: Ausschnitt aus dem Ladbrokes-Pferdewettprogramm zur Sieg-Wette (SP = Starting Price: on-course Buchmacher-Wetten – also das Wettangebot der Buchmacher auf der Rennbahn – werden üblicher Weise mit der Quote, wie sie vom Buchmacher zum Start des Rennens festgesetzt ist, abgerechnet. D. h. der Wettkunde weiß, ähnlich wie bei der Wette am Totalisator, zum Zeitpunkt des Wettabschlusses noch nicht, welchen Preis er für die Wette erhält.).

 
Platz (Place): Getippt wird darauf, dass das ausgewählte Pferd eine Platzierung erzielt. Abhängig von Nation und Anzahl der Starter gelten unterschiedliche Bestimmungen hinsichtlich dessen, „was“ eine Platzierung ist bzw. „wer“ als platziert angesehen wird: So können die ersten zwei, drei oder auch die ersten vier Pferde, welche die Ziellinie passieren, gemäß der Regeln platziert sein, sofern die dafür notwendige Anzahl an Startern vorliegt. In manchen Ländern (insbesondere mit englischer Wetttradition) wird zwischen den Wettarten Place und Show unterschieden: Dort wird dann die Wette auf eine Platzierung unter den ersten beiden Pferden unter dem Titel „Place“ geführt, während…

Show: …die Platzierung unter den ersten drei Pferden als „Show“ gilt.
 
Unibet Pferdewetten

Bild oben: Ausschnitt aus dem Unibet-Pferdewettprogramm. Sieg- und Platzwette sind hier mit Oddset-Quoten vom Buchmacher versehen.

 

Sieg-Platz (Win-Place / Each Way, auch angeschrieben als E/W): Bei dieser Einzelwette handelt es sich um eine Doppelwette, welche die Wettarten Sieg und Platz kombiniert: getippt wird auf den persönlichen Favoriten. Erzielt das Pferd den Sieg, so gehen beide Teile (Sieg und Platz), erzielt das Pferd zumindest eine Platzierung, so geht nur ein Teil der Wette auf. In beiden Fällen kann ein Gewinn erzielt werden, wobei die Gewinnsumme analog zum Erfolg entweder aus der ausgeschriebenen Wettquote oder, wenn kein Sieg aber zumindest eine Platzierung vorliegt, aus einer Splitquote ermittelt wird. Auch hier gilt es vorab die Wettbestimmungen hinsichtlich der Frage, ob die ersten zwei, drei oder vier Pferde als platziert gelten, zu studieren.

Win-Place-Show (Across the Board): Die Win-Place-Show-Wette funktioniert wie die Sieg-Platz-Wette, nur um eine Möglichkeit (Show) erweitert. Das getippte Pferd muss also als Erstes, Zweites oder Drittes abschließen. Ebenso wie bei der Sieg-Platz-Wette richtet sich der Payout danach, auf welchem Platz das Pferd abschließt (für Win gibt es mehr als für Place und für Platz gibt es mehr als für Show).

Ita und Trita: Diese beiden Wettarten liegen vor, wenn das ausgewählte Pferd als zweites (Ita) bzw. als drittes (Trita) die Ziellinie passiert. Es muss also die exakte Platzierung (Zweiter bzw. Dritter) erraten werden.

Zweier- (Exakta / Perfekta / Forecast / Straight Forecast), Dreier- (Tricast / Trifecta / Trio / Tiercé / Treble Forecast), Vierer- (Superfecta / Superperfecta) und Fünferwette: Für einen Wetterfolg müssen bei diesen Wettarten die ersten beiden (Zweierwette), die ersten drei (Dreierwette), die ersten vier (Viererwette) bzw. die ersten fünf (Fünferwette) Pferde und ihre exakte Reihenfolge beim Zieleinlauf (also Erster und Zweiter bei der Zweierwette, Erster, Zweiter und Dritter bei der Dreierwette usw.) richtig vorhergesagt werden.

 
Pferdewetten bei Sportingbet

Bild oben: Ausschnitt aus dem Sportingbet-Pferdewettprogramm zu Fore- und Tricast.
 

Zwilling (Quinella / Tvilling / Reversed Forecast) und Drilling: Auch beim Zwilling bzw. Drilling müssen die Pferde, welche unter den ersten Zweien (Zwilling) bzw. ersten Dreien (Drilling) das Ziel erreichen, vorhergesagt werden, wobei aber die Reihenfolge des Zieleinlaufs, anders als bei der Zweier- und Dreierwette, keine Rolle spielt.

Platzzwilling (Place Quinella): Diese Wettart liegt dann vor, wenn zwei der ersten drei platzierten Pferde zu erraten sind. Für die positive Auswertung der Wette spielt es keine Rolle, welches der beiden getippten Pferde welche der drei Platzierungen erzielt hat. Es gibt also drei Konstellationen, die einen Gewinn bedeuten: wenn die beiden ausgewählten Pferde das Rennen als Erster und Zweiter, als Erster und Dritter oder als Zweiter und Dritter abschließen. Bei dieser Wettart sind üblicher Weise drei Quoten ausgeschrieben, die je nach Ausgang zur Anwendung kommen: schließen die getippten Pferde als erstes und zweites ab, so wird die erste Quote, schließen sie als erstes und drittes ab, so wird die zweite Quote, schließen sie als zweites und drittes ab, so wird die dritte Quote als Multiplikator herangezogen.

V2 (Daily Double / Pick 2), V3 (Finishwette / Pick 3), V4 (Pick 4) usw.: Das “V” steht für Vinnare und ist das schwedische Wort für Gewinner. Die Bezeichnung zeigt, dass diese Wettart vor allem auf schwedischen Rennbahnen beheimatet ist. Unter dem Titel „Pick“ wird sie auch im angloamerikanischen Raum geführt. Die Zahl in der Wettart (üblicherweise nicht mehr als 6) bezeichnet, bei wie vielen Rennen eines Renntages jeweils der Sieger zu tippen ist. Welche Rennen für die Wette herangezogen werden, weißt das Wettprogramm aus. Üblicherweise sind dies immer aufeinanderfolgenden Rennen.

Placepot: Ebenso wie die Pick-Wetten läuft die Placepotwette über mehrere Rennen, in der Regel sind dies 6 aufeinanderfolgende. Alle gewählten Pferde (je Rennen kann eines gewählt werden) müssen, damit die Wette aufgeht, in ihrem Rennen eine Platzierung erzielen.

Stallwette: Die Stallwette ist streng genommen keine Wettart. Sie bezeichnet nämlich nicht die Bedingung, wie ein gewählter Starter das Rennen zu beschließen hat, sondern sie bezeichnet den Starter oder vielmehr den Kreis der Starter, auf den gesetzt wird: Statt auf ein bestimmtes Pferd, wird auf einen bestimmten Stall, und damit auf alle Pferde, die für ein und denselben Stall in einem Rennen antreten, getippt. Stallwetten können zu unterschiedlichen Wettarten (Sieg, Platz, …) angeboten werden.

Head-to-Head-Wette: Bei dieser Wettart werden aus dem Pool der gemeldeten Starter zwei (oder mehrere) vom Wettanbieter herausgegriffen und in einem Wettangebot gegenübergestellt. Zu tippen ist, welches von den genannten Pferden als erstes über die Ziellinie läuft. Bei der Abrechnung der Wette kann ein Pferd also auch dann als „Erstes“ gelten, wenn es im eigentlichen Rennen keinen Sieg erzielt hat. Wesentlich ist nur, dass es vor dem (oder den) anderen in der Wette genannten Pferd (oder Pferden) eingelaufen ist.

 
Head to Head Pferdewetten

Bild oben: Ausschnitt aus dem Bet365-Pferdewettprogramm zu Head-to-Head mit Oddset-Wettquoten.

 

Schiebewette: Die Kombiwette im Pferderennsport

De facto ist eine Schiebewette (auch Akkuwette oder Verbindungswette genannt) dasselbe wie eine Kombiwette. Ein und dieselbe Systematik wird also für Pferderennsport und alle übrigen Sportarten einfach unter einer anderen Bezeichnung geführt. Für beide gilt: Es wird (1) ein Wetteinsatz zu einer (2) Auswahl von zumindest zwei Einzeltipps definiert, die (3) alle aufgehen müssen, damit die Wette gewonnen ist. Die Gewinnsumme wird (4) durch Multiplikation von Wetteinsatz und Quoten aller Einzeltipps ermittelt. Kombiniert werden, können Tipps zu unterschiedlichen Veranstaltungen und aus unterschiedlichen Wettarten.

Dargestellt und beschrieben wird die Schiebewette aber gerne auf andere Art und Weise, als die Kombiwette, nämlich mit Bezug auf den Zeitfaktor: dabei wird der Wettgewinn aus dem ersten Tipp definiert als Wetteinsatz für den zweiten Tipp usw., wobei als „erster“ Tipp jener gewertet wird, der sich auf das zeitlich erststattfindende Rennen bezieht usw. Manchmal werden die Tipps auch nach Wettarten sortiert. Diesbezüglich geben aber in jedem Fall die Wettbestimmungen Auskunft. Weil also der Gewinn aus dem einen Tipp „weitergeschoben“ wird zu einem anderen Tipp, für welchen er den Wetteinsatz stellt, wird die Wette als Schiebewette bezeichnet.

 
Digibet Kombiwette bei PferderennenBild links: Die Schiebewette auf dem Wettschein von Digibet.Die einzelnen Wetten werden auf dem Wettschein automatisch chronologisch geordnet.

Am Ende der Abrechnung steht aber auch bei der Schiebewette nichts anderes, als die Multiplikation von ursprünglichem Wetteinsatz mit den einzelnen Quoten. Da in der Multiplikation das Kommutativgesetz (=Vertauschungsregel) gilt, ist die Anordnung von Multiplikanden/Multiplikator für das Produkt aus der Rechnung, also die Höhe der Gewinnsumme, irrelevant. Schiebe- und Kombiwette bringen also bei gleichen Quoten und Wetteinsatz dasselbe zur Auszahlung.

Das Einzige, was die Schiebewette von der Kombiwette abgrenzt, sind einige Sonderbestimmungen. So ist es beispielsweise üblich, dass wenn auf einen Nichtstarter getippt wurde, der entsprechende Tipp mit Quote 1,00 bewertet wird. Außerdem gibt es einige Sonderformen der Schiebewette, wo nur Teilbeträge „weitergeschoben“ werden. Hier macht das Schiebesystem auch „Sinn“, und zwar in der Hinsicht, dass die Auswertung beeinflusst wird:

Behält sich der Wettkunde aus jedem erfolgreichen Einzeltipp gleich eine kleine Summe zurück und schiebt jeweils nur einen Teil als Wetteinsatz weiter, so hat das zwei mögliche Folgewirkungen: sollten (1) alle Einzeltipps aufgehen, so ist die Gesamtgewinnsumme aus der Schiebewette niedriger, sollten aber (2) nur der erste oder die ersten Tipps aufgehen, so hat der Wettkunde dennoch eine kleine Summe Geldes aus der Schiebewette erhalten.
 


Die 7 besten Wettanbieter für Pferdewetten im Test

 

Score Bewertung Testbericht
William Hill Logo 97% exzellent William Hill Test zu William Hill
93% hervorragend Bet365 Test zu Bet365
Betway Logo 84% gut Betway Test zu Betway
83% gut Bwin Test zu Bwin
Racebets Logo 79% guter Durchschnitt Racebets Test zu Racebets
71% durchschnittlich Sportingbet Test zu Sportingbet
60% schwach Unibet Test zu Unibet

 
Alle Wettarten im Überblick
 
 

Informationen und Erklärungen zu allen Wettarten:

BASIS WETTARTEN:
EinzelwetteKombiwetteSystemwette
WETTMÖGLICHKEITEN:
Zweiweg-WettenDreiweg-WettenMehrweg-Wetten
SiegwettePlatzwette
SPEZIALWETTEN:
HandicapwetteLangzeitwetteTorwette
Erstes Tor WetteTorschützenwetteErgebniswette/Resultatwette
LivewetteHalbzeitwetteHalbzeit Endstand Wette
Doppelte Chance WetteDraw No BetHead-to-Head Wette
Über/Unter (Over/Under) WetteScorecast WetteSupertoto
Spread WetteEach Way WetteAsiatisches Handicap
Moneyline WetteSuper Bowl WettenTour de France Wetten
US Open WettenAustralian Open WettenOlympia Wetten
Oscars Wetten
WETTEN AUF SPORTARTEN
Wettarten bei HunderennenWettarten bei PferderennenWettarten bei Golfwetten
Wettarten bei Esport-WettenWettarten bei BasketballwettenWettarten bei Handballwetten
Wettarten bei Football WettenWettarten bei BaseballwettenWettarten bei Volleyballwetten
Wettarten bei Formel 1 WettenWettarten bei Dartswetten

 

Daniela hat die Wetten auf Pferderennen erklärt und getestet

DanielaDaniela ist eine Spätberufene. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst für eine Full-Service-Medienagentur, bevor sie im Jahr 2012 den Sport und die Sportwette durch Zufall für sich entdeckte. Ihre besondere Vorliebe gilt der Auseinandersetzung mit neuen Themen, weshalb sie sich bevorzugt mit Strategien, sonstigem Sportwetten Know-How und neuen Wettanbietern befasst.