Die Achtelfinalsiege von Wales und Belgien riefen angesichts der qualitativen Unterschiede ein komplett gegensätzliches Echo hervor. Dennoch gibt es gute Gründe, die für ein ziemlich enges Duell zwischen den beiden so verschieden anmutenden Mannschaften im Viertelfinale sprechen.

So dürfte am Freitagabend (21:00 Uhr) in Lille vor allem der Erfolgshunger ähnlich stark ausgeprägt sein: Auf die Teilnahme am Viertelfinale einer EM (bzw. im Falle der Waliser eines großen Turniers) wird hier wie dort schließlich bereits seit etlichen Jahrzehnten gewartet.

 

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Enorme Geduld wurde diesbezüglich insbesondere den „Dragons“ abverlangt, die schon von jeher fast ausschließlich als fußballerische Zwerge in Erscheinung traten – auf der großen Bühne waren die Briten deshalb nur bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden unterwegs.

Mit dem Sprung unter die besten acht Nationen stellten die Waliser allerdings schon damals ihre Turnier-Qualitäten unter Beweis; vor fast 60 Jahren musste sich das Team dann erst im Viertelfinale dem späteren Champion aus Brasilien beugen.

 

Wettquoten Vergleich zu Wales vs. Belgien*:

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zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
Wales5,255,005,005,005,005,005,204,75
Unentschieden 3,003,603,503,303,503,203,603,30
Belgien1,851,751,831,821,801,831,851,82

*nach regulärer Spielzeit
 

Da die Belgier zuletzt bereits vor zwei Jahren am Zuckerhut in die zweite K.-o.-Runde vorgestoßen waren, haben die „Rode Duivels“ dagegen nur auf dem kontinentalen Parkett Boden gut zu machen: Hier hat das bisherige Abschneiden in Frankreich für den größten Erfolg seit 36 Jahren gesorgt.

 

Der Blick weist Richtung Finale

Die bei jener EM kassierte Final-Niederlage gegen Deutschland lässt den aktuellen Durchmarsch aber noch immer als ausbaufähig erscheinen – zumal es der hoffnungsvollen Mannschaft durchaus zuzutrauen ist, die Fußstapfen der Generation um den legendären Jean-Marie Pfaff auszufüllen.

Nach einem verzagten Start in das Turnier legte insbesondere der jüngste Auftritt nahe, dass mit der belgischen Auswahl unbedingt zu rechnen ist: Beim klaren 4:0-Triumph in Toulouse wurde dem erstaunlichen Höhenflug der Ungarn ein humorloses Ende gesetzt.

 
20160626_PD9080 (RM) Eden Hazard Jubel ATTILA KISBENEDEK / AFP / picturedesk.comBild oben: Riesenjubel bei Eden Hazard! Der belgische Teamkapitän zeigte beim 4:0-Triumph über Ungarn eine herausragende Leistung und erzielte ein sehenswertes Tor zum 3:0. (Photo-Credit: ATTILA KISBENEDEK / AFP / picturedesk.com)
 

Hatte sich das offensive Potential der Mannschaft bereits im zweiten Vorrundenspiel gegen Irland (3:0) angedeutet, schien die roten Teufel der Start der K.-o.-Runde noch einmal zusätzlich zu beflügeln – angesichts der zuhauf vergebenen Chancen kamen die Magyaren am Sonntag sogar glimpflich davon.

Nachdem zunächst vor allem die 0:2-Auftaktniederlage gegen Italien viele enttäuschende Stimmen produzierte, hat der Befreiungsschlag im Achtelfinale die kritischen Geister zum Schweigen gebracht: Zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt streifte der Titelaspirant sämtliche Hemmungen ab.

 

Wales gegen Belgien, die bisherigen zwölf Duelle:

DatumBewerbHeimAuswärtsErgebnis
12.06.2015EM-QualifikationWalesBelgien1:0 (1:0)
16.11.2014EM-QualifikationBelgienWales0:0 (0:0)
15.10.2013WM-QualifikationBelgienWales1:1 (0:0)
07.09.2012WM-QualifikationWalesBelgien0:2 (0:1)
11.10.1997WM-QualifikationBelgienWales3:2 (3:0)
29.03.1997WM-QualifikationWalesBelgien1:2 (0:2)
31.03.1993WM-QualifikationWalesBelgien2:0 (2:0)
18.11.1992WM-QualifikationBelgienWales2:0 (0:0)
27.03.1991EM-QualifikationBelgienWales1:1 (0:0)
17.10.1990EM-QualifikationWalesBelgien3:1 (1:1)
23.11.1949LänderspielWalesBelgien5:1
22.05.1949LänderspielBelgienWales3:1

 

Im Vergleich dazu machten die Waliser bei ihrem bis dato letzten Arbeitsnachweis den Eindruck, an einer ersten Turniermüdigkeit zu leiden: Nach der mit Bravour – und dem Gruppensieg – beendeten Vorrunde bekam die Kür gegen Nordirland nur fußballerische Magerkost zu sehen.

Nachdem die ersten drei Spiele alle mit einer eher defensiven Ausrichtung bestritten wurden, schien es den „Dragons“ überhaupt nicht zu schmecken, gegen den noch größeren Außenseiter aus der Nachbarschaft mit einem Male auf Spielwitz und Sinn für Kreativität abgeklopft zu werden.

 

Lachen die Dragons zuletzt?

Mit dem erwarteten dominanten Auftritt konnten die Waliser im Achtelfinale deshalb nicht dienen: In der prestigeträchtigen „Battle of Britain“ schien sich die Mannschaft von Chris Coleman vielmehr sklavisch am niedrigeren Niveau des Gegners zu orientieren.

In einem Spiel ohne nennenswerte Chancen und Höhepunkte wurde somit schon ein Eigentor der Nordiren gebraucht, um trotzdem den Aufstieg auf den Weg zu bringen – selbst der Schütze vom Dienst Gareth Bale konnte hier erstmals nur mit einer Torvorlage dienen.

 
EM 2016 Wales gegen Belgien
 

Dass der fraglos unattraktive Kick in der Folge den Spott der Fußballwelt auf sich zog, haben die Dragons aber dennoch nicht verdient: In der Vorrunde mussten schließlich schon ganz andere Mannschaften erfahren, dass man gegen die Nordiren nur schwerlich glänzen kann.

Während die Ukraine gegen die grün-weiße Armee sogar gleich zur Gänze mit 0:2 unterging, waren auch die beiden Gruppenbesten aus Deutschland und Polen nicht über entsprechende 1:0-Erfolge hinausgekommen.

 

Icon Pfeil rechtsSomit ist es nur recht und billig, dass sich auch ein kleiner Fisch wie Wales mit einer Punktlandung gegen die wie gewohnt äußerst unangenehm zu bespielenden Nordiren zufriedengeben darf – bekanntlich handelt es sich beim Fußball nun einmal in erster Linie um einen „Ergebnissport“.

 

Obendrein sei daran erinnert, dass sich auch der nunmehrige Gegner aus Belgien bisher nicht bei jedem seiner Auftritte einen Schönheitspreis verdiente: Mit jeweils drei Siegen bei einer Niederlage weist die bisherige EM-Bilanz beider Mannschaften folglich keinerlei Unterschied aus.

 

Ergebniswetten zu Wales vs. Belgien*:

ErgebnisBet365 LogoInterwetten LogoBwin LogoTipico Logowilliam hill LogoMybet LogoBet3000 Logobetway Logo
zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
1:0
11,011,010,511,010,010,011,010,5
2:0
29,018,026,030,026,020,030,021,0
2:1
19,014,018,020,017,015,020,014,0
0:0
7,007,506,507,507,507,007,507,00
1:1
7,507,006,506,007,007,507,006,50
2:2
23,014,021,020,023,012,025,017,0
0:1
5,506,005,005,205,505,505,004,75
0:2
7,507,506,506,507,507,007,006,50
1:2
9,007,509,257,509,006,0010,08,50

*nach regulärer Spielzeit
 

Die Bilanzen offenbaren eine erstaunliche Augenhöhe

Wenngleich es die roten Teufel dank des jüngsten Schützenfestes auf etwas imposantere acht Turnier-Treffer bringen, können die „Dragons“ zudem ihrerseits darauf verweisen, mit den gleichfalls beachtlichen sieben Toren in jedem ihrer Spiele zum Zug gekommen sein.

Während die Waliser – und sei es auch nur durch fremde Schützenhilfe – in allen vier EM-Partien mindestens einmal verlässlich knipsten, stellte die Squadra Azzurra zum Endrundenbeginn unter Beweis, dass sich die belgische Angriffsmaschinerie durchaus auch stoppen lässt.

icon trend upDabei scheint hier noch nicht einmal das Argument zu ziehen, dass die italienische Hintermannschaft deutlich mehr als ihr britisches Pendant auf die Waage bringt: In der EM-Qualifikation hatten die Dragons schließlich gleich in beiden Partien gegen die roten Teufel die Null ins Ziel gerettet.

Nach einem 0:0 in Brüssel hat insbesondere der 1:0-Erfolg in Cardiff zur Folge, dass man die vermeintlich haushohe Favoritenstellung der Belgier am Freitag durchaus noch einmal hinterfragen darf – zumal sich die Defensive der Briten auch in Frankreich zunehmend stabilisiert.

 


Video: Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Wales und Belgien brachte eine Überraschung! Hier die Highlights vom 1:0-Sieg der Waliser. (Quelle: YouTube/FAWales)

 

Nachdem es gegen die Slowakei und England insgesamt noch drei Gegentreffer setzte, liegt der letzte Einschlag bei der EM mittlerweile schon seit über 180 Minuten zurück: Selbst dem zu erwartenden Feuerwerk von Hazard & Co kann das Team somit zunächst einmal furchtlos entgegensehen.

Dies gilt nicht zuletzt auch deshalb, weil die Duelle zwischen Belgien und Wales in der erwähnten EM-Qualifikation nicht zum ersten Male mit überraschenden Ergebnissen zu Ende gingen: So mussten sich die Mannen von Marc Wilmots bereits in der WM-Quali 2014 vor heimischem Publikum mit einem eher mauen 1:1 begnügen.

 

Die Wettanbieter rechnen dennoch mit klaren Verhältnissen

Spätestens bei Betrachtung der Gesamtbilanz lässt sich die Mär von einem sicheren belgischen Sieg dann beim besten Willen nicht mehr aufrechterhalten: Die zwölf absolvierten Duelle bekamen aus Sicht des Außenseiters bei erträglichen fünf Niederlagen eben auch beachtliche vier Erfolge zu sehen.

 

icon statistikBei den Wettanbietern ist man sich jedoch freilich darüber im Klaren, dass sich der Blick in die Geschichtsbücher nicht immer als ein kluger Ratgeber erweist: Die Buchmacher scheint hier vielmehr die enorme Stardichte in der aktuellen belgischen Auswahl zu überzeugen.

 

Gegen die mit titelhungrigem Personal gespickten roten Teufel droht selbst der von den Walisern ins Feld geführte Gareth Bale auf einem bedrohlich verlorenen Posten zu stehen: Dennoch gibt’s es für einen Favoritensieg der Belgier immerhin noch etwas mehr als den 1,8-fachen Einsatz zurück.

Können die Waliser allerdings doch die Erfolge aus der EM-Qualifikation bestätigen, tut dies den Börsen erfolgreicher Tipper naturgemäß besonders gut: So ist ein Remis nach 90 Minuten zwar „nur“ mit ca. 3,5 quotiert, ein glatter Sieg der Dragons ist dafür jedoch für absolute Topquoten von bis zu 5,25 gut.

 

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