Deja-vu. Ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

Wenn sich Tschechien und die Türkei am dritten Spieltag der Gruppe E in Lens gegenüberstehen, dann werden beide Mannschaften ihr Deja-vu haben – beide mit ganz gegensätzlichen Gefühlsregungen.

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aktuell beste Quote für die Türkei bei Bet365

Rückblick zur EM 2008: Auch damals waren Tschechien und die Türkei Gegner in der Gruppenphase. Auch damals hatten sie ihr Duell am dritten Spieltag.

Diese Partie war praktisch das „Achtelfinale“ dieser EM, da beide aus den ersten beiden Gruppenspeielen die gleiche Anzahl an Punkten und die gleiche Anzahl erzielter Tore besaßen und im letzten Spiel direkt aufeinander trafen.

 

Wettquoten Vergleich zu Tschechien vs. Türkei:

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zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
Sieg Tschechien2,302,302,352,352,252,302,502,37
Unentschieden 3,503,453,403,303,253,353,303,50
Sieg Türkei3,303,053,253,103,253,253,203,25

 

Die Tschechen führten mit 2:0 und schienen so gut wie sicher im Viertelfinale, doch in den letzten 15 Minuten änderte sich alles – und den Türken gelang das „Wunder von Genf“.

Durch den Siegtreffer in der 89. Minute zum 3:2-Sieg zog die Türkei doch noch in die Runde der letzten Acht ein. Die Tschechen, die 15 Minuten vom sicher geglaubten Viertelfinal-Einzug entfernt waren, mussten dagegen bitter enttäuscht die Heimreise antreten.

Dieses Spiel wurde später zu einem der zehn besten Spiele der EM-Historie gewählt.

 

Fällt hier die Entscheidung um den Aufstieg in das EM-Achtelfinale?

Jetzt, acht Jahre später, geht es wieder um den Aufstieg, diesmal ins “echte” Achtelfinale gehen – und erneut heißt es: „Siegen oder fliegen.“

Denn bei dieser EM kommen nicht nur die zwei bestplatzierten aus jeder Gruppe weiter, sondern auch der Dritte hat noch die Chance, in die K.o.-Runde aufzusteigen. Ebendieser dritte Platz steht nun für beide auf dem Spiel.

Tschechien hätte nach der Auftaktpleite gegen Spanien (0:1) und dem schmeichelhaften Remis gegen Kroatien sogar noch Chancen auf Rang zwei.

 

„Wir haben einen Punkt gewonnen und haben jetzt alles in der eigenen Hand.“Tschechien-Coach Pavel Vrba nach dem Last minute-Remis gegen Kroatien

 

Hierfür sind allerdings zwingend ein Sieg sowie Schützenhilfe der bereits für das Achtelfinale Spanier vonnöten. Denn nur, wenn der Titelverteidiger gegen Kroatien gewinnt, wäre für die Narodak auch der zweite Platz noch drin. Ein schwieriges Unterfangen, erst recht weil mit Tomas Rosicky der Kapitän und Spielgestalter auszufallen droht.

Die Türkei hat ihre Chancen auf den sicheren Achtelfinaleinzug hingegen längst verspielt. Schuld daran sind zwei verdiente Pleiten gegen Kroatien (0:1) und Spanien (0:3).

Der Elf von Fatih Terim bleibt somit nur die Möglichkeit, sich mit einem Sieg und günstigen Ergebnissen in den fünf anderen Vorrundenquartetten als einer der vier besten Gruppendritten für die Runde der letzten 16 zu qualifizieren.

 

„Sie waren besser als wir, ich bin nicht zufrieden mit unserem Spiel, wir sind auseinandergefallen, haben einfach aufgehört. Das hat mir nicht gefallen. Ich werde das nicht akzeptieren und das Notwendige tun. Ich bitte unsere Nation, uns gegen Tschechien noch einmal zu unterstützen.“Fatih Terim nach dem 0:3-Debakel gegen Spanien

 

Icon InfoModus: Neben dem Ersten und Zweiten der sechs Vorrundengruppen steigen auch die vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale auf. Bei Punktegleichheit innerhalb einer Gruppe wird nach folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge entschieden:

  1. direkter Vergleich
  2. Torverhältnis aus allen Gruppenspielen
  3. Erzielte Tore in allen Gruppenspielen
  4. UEFA-Fairplay-Wertung
  5. aktuelles UEFA-Ranking

Bei der Ermittlung der vier besten Gruppendritten kommen folgende Kriterien zum Tragen:

  1. höhere Punktzahl
  2. bessere Tordifferenz
  3. größere Anzahl erzielter Tore
  4. Platzierung in der UEFA-Koeffizientenrangliste für Nationalmannschaften
  5. aktuelles UEFA-Ranking

 

Sollte es wieder zu dieser prekären Konstellation kommen, werden die Tschechen wohl alles daran setzen, dass sich die Geschichte von damals nicht wiederholen wird.

Dass sie von dieser denkwürdigen Schlacht kein Trauma davongetragen haben, zeigen die die vier Begegnungen, die seit damals ausgetragen wurden – zwei davon konnten die Tschechen gewinnen. Interessanterweise beide auswärts in der Türkei.

  • Mai 2010: Türkei – Tschechien 2:1
  • Februar 2013: Türkei – Tschechien 0:2
  • Oktober 2014: Türkei – Tschechien 1:2
  • Oktober 2015: Tschechien – Türkei 0:2

Die letzten zwei Aufeinandertreffen sind noch gar nicht lange her, die gab es erst vor kurzem – im Zuge der Qualifikation für diese Endrunde. Von daher können sich die beiden Kontrahenten nun auch nicht wirklich überraschen. Beide wissen, was auf sie an diesem Abend zukommen wird.

Am Ende holten sich die Tschechen als Gruppenerster ganz sicher das EM-Ticket, während die Türken am Ende nur Rang 3 belegten und mächtig zittern mussten.

 

Einige Statistiken sprechen für die Türken

Ein Tabellenstand vollkommen gegensätzlich zum Marktwert der beiden EM-Kader: Da übertrumpfen die Türken mit einem Gesamtwert von 182,50 Mio. Euro die tschechische Auswahl, die nur auf einen Wert von ca. 66 Mio. Euro kommt.

Gemäß den Marktwerten ist Türken-Kapitän Arda Turan, der 2006 mit 16 Jahren im Nationalteam debütierte und auch schon 2008 mit von der Partie war, mit 30 Millionen Euro der teuerste türkische Spieler im EM-Kader – und damit alleine halb so viel wert, wie die gesamte tschechische EM-Auswahl.

 
em-2016-tschechien-tuerkei
 

Dort hat Torhüter Petr Cech das Schild mit dem höchsten Preis um den Hals baumeln – auf 12 Millionen Euro wird sein Marktwert taxiert. Jener Petr Cech, dem im 2008er-Desaster ein schwerer Patzer unterlief, der den Türken das 1:2 ermöglichte mit der die Aufholjagd überhaupt erst gestartet werden konnte.

Und auch in der FIFA-Weltrangliste sind die Türken besser klassiert als Konkurrenz aus Osteuropa: Hier liegen sie auf Platz 18, die Tschechen rangieren zwölf Plätze dahinter auf dem 30. Rang.

 

Tschechen liegen im direkten Duell gegen die Türkei vorne

In einer anderen Statistik dominieren jedoch die Tschechen wieder gegen die Bosporus-Kicker: Von den bisherigen neun Duellen gingen sie aus fünf als Sieger hervor, eines endete mit einem Remis und drei gingen verloren.

Eine davon war jene vielbesagte von der EM 2008. Das war auch bis dato das einzige Mal, dass diese beiden Nationen bei einem Großereignis aufeinandertrafen – nun folgt das zweite Treffen auf einer großen Fußball-Bühne.

 

Ergebniswetten zu Tschechien vs. Türkei:

ErgebnisBet365 LogoInterwetten LogoBwin LogoTipico LogoExpekt LogoBet3000 LogoLadbrokes Logobetway Logo
zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
1:0
9,006,007,758,508,259,009,007,00
2:0
13,010,010,514,012,015,013,013,0
2:1
12,09,509,009,509,0011,010,09,50
0:0
8,508,508,759,009,0010,010,08,50
1:1
6,506,006,505,506,006,006,005,50
2:2
15,014,014,013,011,515,013,013,0
0:1
8,506,009,258,008,008,508,507,00
0:2
13,010,015,013,011,513,013,011,0
1:2
11,09,5010,59,008,7510,09,59,00

 

Und für dieses tun sich auch die Wettanbieter schwer mit ihren Einschätzungen. Einen klaren Favoriten gibt es nach Ansicht der Wettquoten nicht wirklich, die die „Ay-Yildizlilar“ (Die Halbmond-Sterne) liegen minimal vorne. Es wird wohl in diesem Spiel auf Kleinigkeiten ankommen.

Für Partien, in denen sich zwei Mannschaften neutralisieren, haben die Türken eine Geheimwaffe: Die Standards. Hakan Calhanoglou von Bayer Leverkusen gilt als Spezialist auf diesem Gebiet. Vor kurzem hat er auch beim Testspiel gegen Österreich den 2:1-Sieg mit einem Freistoßtor fixiert.

Bei der EURO selbst blieb die Türkei vor dem gegnerischen Kasten bislang allerdings überraschend blass. Demzufolge sollte diese bewährte Stärke vor dem “Gruppenfinale” unbedingt wieder in Erinnerung gerufen werden. Andernfalls dürften die vor allem in der Defensive stabileren Tschechen klar im Vorteil sein.

 

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