Bereits zum Abschluss der Vorrunde hatte festgestanden, dass es bei der Europameisterschaft in Frankreich zumindest ein Außenseiter bis ins Endspiel schaffen wird – an einen möglichen Durchmarsch der Kicker aus Wales war allerdings selbst zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal zu denken.

Auch vor dem Viertelfinale gegen Belgien wurde die Rolle des EM-Neulings noch immer vor allem auf jene des gut gelaunten Verlierers reduziert, der den roten Teufeln ohne die ganz große Gegenwehr zu dem allseits erwarteten Erfolg verhilft.

 

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Der stattdessen eingefahrene 3:1-Triumph des krassen Außenseiters stellte dann jedoch alle bisherigen Überraschungen des an Sensationen so reichen Turniers noch einmal in den Schatten: Mit dem starken Auftritt haben sich die kleinen Briten mittlerweile selbst zu einem Titelkandidaten aufgeschwungen.

Immerhin lehrt schon die Erfahrung, dass vor allem bei EM-Endrunden besser nie ein Überraschungssieger ausgeschlossen werden sollte: Die Erfolgsgeschichten von Dänemark und Griechenland weisen nun möglicherweise auch den für Furore sorgenden Dragons den Weg.

 

Wettquoten Vergleich zu Portugal vs. Wales*:

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Portugal2,202,252,202,152,202,202,252,20
Unentschieden3,102,903,103,103,103,003,203,00
Wales4,003,854,003,803,903,804,003,80

*nach regulärer Spielzeit
 

Vier Siege aus den bislang absolvierten fünf Spielen machen schließlich deutlich, dass hier kaum noch von einem Leichtgewicht gesprochen werden kann – und dabei scheint es schon gar nicht opportun zu sein, vor dem nun anstehenden Halbfinale von einem Underdog zu sprechen.

 

Glanzlos trifft auf Euphorie

Während sich die Dragons mit ihrer bislang besten Turnierleistung auch den Sieg gegen Belgien redlich verdienten, hinterließ Portugal selbst im Viertelfinale wieder einmal den Eindruck, bei der Europameisterschaft irgendwie deplatziert zu sein.

Mit fünf Unentschieden in den bisherigen Partien gurkten sich die Portugiesen gewissermaßen als Erfolglos-Truppe bis in die Vorschlussrunde vor: Nie zuvor konnte eine vergleichbar siegresistente Mannschaft derart lange von einem großen Titel träumen.

 
20160630_PD10034 (RM) Ronaldo Quaresma VALERY HACHE / AFP / picturedesk.com Bild: Cristiano Ronaldo feiert Portugals Matchwinner Ricardo Quaresma. Gegen Kroatien machte er das Siegtor in der Verlängerung, gegen Polen verwandelte er den letzten und entscheidenden Elfmeter. (Photo-Credit: VALERY HACHE / AFP / picturedesk.com)
 

Dass selbst nach den ersten beiden K.-o.-Runden bestenfalls Erfolge nach der Verlängerung bzw. dem Elfmeterschießen zu Buche schlagen, erscheint insbesondere mit Blick auf die bisher bespielten Kontrahenten fatal zu sein.

 
icon smiley confusedMit Island, Österreich und Ungarn bekam die Truppe von Fernando Santos schließlich schon in der Vorrunde nur qualitativ limitierte Gegner vorgesetzt – und auch die jüngst vom Punkt bezwungenen Polen waren trotz ordentlicher Leistungen nicht als Titelaspirant bekannt.
 

Echten Respekt hat sich somit eigentlich nur das Ausschalten der in der Vorrunde überzeugend aufspielenden Kroaten verdient: Selbst jener Triumph im Achtelfinale hatte jedoch unter der Tatsache zu leiden, dass die Selecao zu keinem ansehnlichen Auftritt in der Lage war.

 
EM 2016 Portugal gegen Wales
 

Hatten sich die Portugiesen in der Gruppenphase wenigstens noch Torchancen im Dutzendpack herausgespielt, scheint jeglicher offensive Elan mittlerweile erlahmt zu sein: Auch gegen Polen freundeten sich die Spieler denkbar früh mit dem Gedanken an eine Verlängerung an.

 

CR7 wird zur Randfigur degradiert

Die von Passivität geprägte Ausrichtung ist eine echte Überraschung, weil noch vor dem Turnierstart Cristiano Ronaldo die gesamte Aufmerksamkeit auf sich fokussierte: In einem eher mittelmäßigen Team schienen allein dessen Treffer die rettende Lebensversicherung zu sein.

Wurde CR7 dieser Erwartungshaltung schon in der Vorrunde lediglich beim spektakulären 3:3 gegen Ungarn gerecht, leidet der dreifache Weltfußballer inzwischen unter der Erkenntnis, dass es für Erfolge in Frankreich keinen alles überragenden Könner braucht.

 

“Nach dem frühen Rückstand haben wir ein bisschen umgestellt. Dann hat es besser geklappt und Renato hat ein tolles Tor geschossen. Ich denke, dass wir danach besser waren als Polen. Für meine Spieler ist das ein großer Traum.“
Portugal-Coach Fernando Santos über den glanzlosen Viertelfinal-Sieg gegen Polen.

 

Wird bereits ein vorläufiges Fazit gezogen, dann hat sich bei der diesjährigen EM insbesondere der Teamgedanke durchgesetzt: Kraft ihres Zusammenhalts stachen etliche unterklassige Mannschaften ihre individuell deutlich besser aufgestellten Gegner aus.

 
EM 2016 Fußball PortugalPortugals Trainer Fernando Costa hat sich auf diesen früh abzeichnenden Trend offensichtlich schon nach dem Ende der Vorrunde eingestellt: Wenngleich die Neuausrichtung in spielerischer Hinsicht traurig ist, gibt der Erfolg der nahezu komplett umgekrempelten Marschroute recht.
 

Dass sich die EM 2016 nicht als das Turnier der Superstars erweist, bekam neben Cristiano Ronaldo zunehmend auch dessen Real-Kollege Gareth Bale zu spüren, der allenfalls in der Vorrunde die Auftritte seiner Mannschaft wie erwartet überragte.

 

Portugal gegen Wales, die bisherigen drei Duelle:

DatumBewerbHeimAuswärtsErgebnis
02.06.2000FreundschaftsspielPortugalWales3:0
12.05.1951FreundschaftsspielWalesPortugal2:1
15.05.1949FreundschaftsspielPortugalWales3:2

 

Matchwinner Ramsey fehlt im Halbfinale

Hatte der Wahl-Madrilene den EM-Debütanten zunächst mit drei Treffern zum kaum für möglich gehaltenen Sieg in der Vorrundengruppe B geführt, zieht sich auch der 26-Jährige in der K.-o.-Phase zunehmend ins zweite Glied zurück.

War Bale in einem nahezu komplett unsichtbar bestrittenen Achtelfinale zumindest noch mit der entscheidenden Vorlage am Zittersieg gegen die Nordiren beteiligt, tat sich zuletzt gegen Belgien plötzlich Aaron Ramsey als strahlender Matchwinner hervor.

 
Icon Pfeil rechtsMit zwei Torvorlagen stellte der Gunners-Legionär sicher, dass die frühe Führung des Favoriten letztlich eine Momentaufnahme blieb – vor allem der zweite Treffer bedeutete für die roten Teufel einen Schock, von dem sie sich nicht mehr erholen sollten.
 

Da bei den Walisern somit erwiesenermaßen nicht nur Bale in der Lage ist, entscheidende Szenen zu initiieren, sollte nun auch das Fehlen von Ramsey im Halbfinale eine verkraftbare Schwächung sein: An Kandidaten dürfte es nicht mangeln, die für den Gelbsünder in die Bresche springen möchten.

 

Ergebniswetten zu Portugal vs. Wales*:

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1:0
5,506,005,505,506,006,505,505,25
2:0
9,508,508,509,009,008,509,008,50
2:1
9,507,509,509,0010,07,5010,09,50
0:0
6,006,006,006,207,006,506,506,00
1:1
6,006,505,755,506,506,506,005,50
2:2
21,012,017,518,021,013,025,014,0
0:1
9,008,008,007,508,008,008,508,00
0:2
21,012,016,518,019,012,020,014,0
1:2
13,010,013,014,015,010,015,014,0

*nach regulärer Spielzeit
 

Wenngleich die Dragons einen Ramsey in der jüngst gezeigten Verfassung natürlich auch am Mittwoch ausgesprochen gut gebrauchen könnten, wird letztlich vor allem die Mannschaftsleistung darüber entscheiden, ob das unglaubliche Märchen eine weitere Fortsetzung erfährt.

 

Bei den Buchmachern machte Wales Boden gut

Dass auch für die Wettanbieter das Fehlen von Ramsey (und Innenverteidiger Davies) nur von untergeordneter Bedeutung ist, machen die Prognosen vor dem ersten Halbfinale deutlich, nach denen die Aktien des EM-Debütanten in bemerkenswerter Weise gestiegen sind.

Wurden die Dragons vor dem Duell gegen Belgien noch als ein zu vernachlässigendes Leichtgewicht gehandelt, hat sich der Trend beinahe vollständig gedreht: Mit Siegquoten von bis zu 4,2 springt für die Waliser mittlerweile nur noch eine leichte Außenseiterstellung heraus.

 


Video: Ganz Wales steht Kopf nach dem Halbfinaleinzug bei der EM. Können Sie wirklich den Titel holen? (Quelle: YouTube/Copa90)

 

Allerdings muss es doch schon fast verwundern, dass es für einen glatten Sieg der Portugiesen noch immer nur im Höchstfall den 2,2-fachen Einsatz abzustauben gibt – schließlich stellte es sich bislang als keine gute Idee heraus, auf einen Erfolg der Selecao zu tippen.

Die im bisherigen EM-Verlauf im Übermaß strapazierte Remis-Wette ist dagegen weiterhin für erfreulich hohe Gewinne gut: Findet sich auch bei der anstehenden Vorstellung der Portugiesen nach 90 Minuten kein Sieger, wird der Ausbau dieser Serie mit Top-Quoten von knapp über 3,0 belohnt.

 

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