Der alte, schon etwas senile Opa bekommt die Fußball-Euphorie um ihn herum mit und fragt seinen Enkel: „Wer spielt denn heute?“ Der antwortet: „Österreich – Ungarn.“ Darauf der Opa: „Und gegen wen?“

Auch wenn der schon etwas angejahrte Witz noch dem einen oder anderen einen Schmunzler abringen kann, mit der Realität hat er rein gar nichts zu tun. Denn trotz der langjährigen k.u.k.-Doppel-Monarchie von Österreich und Ungarn bestand nie eine gemeinsame Fußballauswahl.

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Fußballerische Vergleiche zwischen Wien und Budapest, wo sich damals das kickerische Geschehen in beiden Ländern fast ausschließlich abspielte, gab es jedoch zuhauf.

 

Inhaltsverzeichnis: Österreich – Ungarn Wetten und Quoten

 

Nach dem Duell am Rio de la Plata zwischen Argentinien und Uruguay mit 196 Auflagen ist der Vergleich zwischen Österreich und Ungarn mit 136 Matches die häufigste Länderspielpaarung der Welt.


 

Wettquoten Vergleich zu Österreich vs. Ungarn:

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zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
Sieg Österreich1,751,751,751,721,801,801,751,75
Unentschieden 3,603,603,503,503,603,603,303,60
Sieg Ungarn5,754,805,755,505,505,505,255,50

 

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Bis zum Beginn der 1920er Jahre bestand der Länderspielverkehr der beiden Länder fast ausschließlich aus Duellen miteinander. Später kreuzte man noch in den Qualifikationsbewerben für die Weltmeisterschaften 1966, 1974 und 1986 sowie die Europameisterschaft 1976 die Klingen.

Dreimal davon konnten sich die Ungarn vor den Österreichern platzieren. Sie führen ebenso in der Gesamtbilanz klar mit 66 Siegen gegenüber nur 40 der Alpenrepublik. 30 Aufeinandertreffen endeten remis.

Bei dieser Begegnung sind die Vorzeichen jedoch gänzlich andere. Österreich hat eine glänzende EM-Qualifikation gespielt und diese auf dem ersten Gruppenrang, noch vor Russland und Schweden, abgeschlossen. Dabei gelangen in zehn Spielen neun Siege und ein Unentschieden.

 
Icon Thumb UpNachdem Österreich bisher immer in den Qualifikationsspielen zu Europameisterschaften gescheitert war, sicherten sich die Alpenkicker bei dieser Auflage zum ersten Mal den Gruppensieg und lösten damit das direkte Ticket für die Euro 2016 Frankreich.


 
Österreichs Ergebnisse in der EM-Qualifikation:

  • Österreich – Schweden 1:1 (1:1)
  • Moldawien – Österreich 1:2 (1:1)
  • Österreich – Montenegro 1:0 (1:0)
  • Österreich – Russland 1:0 (0:0)
  • Liechtenstein – Österreich 0:5 (0:2)
  • Russland – Österreich 0:1 (0:1)
  • Österreich – Moldawien 1:0 (0:0)
  • Schweden – Österreich 1:4 (0:2)
  • Montenegro – Österreich 2:3 (1:0)
  • Österreich – Liechtenstein 3:0 (1:0)

 

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Die Magyaren dagegen schafften die Qualifikation für die Titelkämpfe in Frankreich nur mit Ach und Krach. Als Dritter in Gruppe F ging es ins Playoff, wo sich schließlich Norwegen mit 1:0 und 2:1 geschlagen geben musste.

Die Fußball-Eurphorie in Österreich kennt zurzeit keine Grenzen. Zum ersten Mal überhaupt gelang die sportliche Qualifikation für eine Europameisterschaftsendrunde. Und dass hier mit den Österreichern zu rechnen sein wird, zeigt ein Blick auf die Quoten für den Europameister, schließlich belegen die Alpenkicker in der Favoritenliste der Buchmacher einen Platz in den Top Ten!

 

icon hilfeWussten Sie, dass … Österreich und Ungarn verbindet nicht nur das erste offizielle Länderspiele beider Verbände sondern man bewarb sich auch gemeinsam um die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2004. Den Zuschlag erhielt schlussendlich jedoch Portugal.

 

Vor acht Jahren noch war der erste Auftritt auf der EM-Bühne der eigenen Rolle als Veranstalter geschuldet. Ohne die notwendige sportliche Eignung ereilte die Alpenkicker unter dem damaligen Trainer Josef Hickersberger das Turnier-Aus bereits nach der Vorrunde.


 
Die besten Wettquoten zu Österreich - Ungarn bei Interwetten
 

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Eine Wiederholung dieser Blamage scheint bei der Euro in Frankreich sowohl für die Wettanbieter, was man an ihren Quoten erkennen kann, als auch für die Fans fast ausgeschlossen.

Zu souverän und spielerisch stark präsentierten sich Alaba, Junzovic und Co. über die gesamte Phase der EM-Qualifikation hinweg und schafften es sowohl knappe Partien für sich zu entscheiden, als auch glänzende Siege einzufahren, wie das 4:1 gegen Schweden auswärts in Solna.

Den Siegtreffer zum 3:2 im Rückspiel gegen Montenegro erzielte Leipzig-Legionär Marcel Sabitzer beispielsweise dagegen erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

 

Icon InfoModus: die beiden Erstplatzierten der Gruppen A bis F sowie die vier besten Gruppendritten steigen ins Achtelfinale auf. Bei Punktegleichheit kommen folgende Kriterien zum Tragen:

  1. direkter Vergleich
  2. Torverhältnis aus allen Gruppenspielen
  3. Erzielte Tore in allen Gruppenspielen
  4. UEFA-Fairplay-Wertung
  5. aktuelles UEFA-Ranking

Für die Ermittlung der vier besten Gruppendritten sind folgende Kriterien ausschlaggebend:

  1. höhere Punktzahl
  2. bessere Tordifferenz
  3. größere Anzahl erzielter Tore
  4. Platzierung in der UEFA-Koeffizientenrangliste für Nationalmannschaften
  5. aktuelles UEFA-Ranking

 

Als einer der Hauptverantwortlichen für die neu gewonnene Stärke des österreichischen Nationalteams wird Trainer Marcel Koller ausgemacht. Der Schweizer übernahm das Regiment auf der Trainerbank nach der verpassten Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine vom recht glücklosen Didi Constantini.

Seither baute er konsequent ein schlagkräftiges Team auf. Dabei setzte er vor allem auf Kontinuität und schenkte den von ihm ausgewählten Spielern längerfristig sein Vertrauen. Während Constantini in seinen 26 Spielen als Team-Trainer insgesamt 77 verschiedene Spieler eingesetzt hat, waren es bei Koller in knapp 40 Spielen weniger als 60.

 

Video: Mit einem 4:1-Auswärtssieg in Schweden brachte Österreich die Qualifikation für die Euro 2016 unter Dach und Fach. (Quelle: YouTube/Mk-Ambrose)
 

Der Stamm der ÖFB-Mannschaft mit den Verteidigern Christian Fuchs und Aleksandar Dragovic, Abräumer Julian Baumgartlinger, den beiden Mittelfeld-Assen David Alaba und Zlatko Junuzovic, den Außenstürmern Marko Arnautovic und Martin Harnik sowie Torjäger Marc Janko, mit sieben Toren treffsicherster Schütze des ÖFB-Teams in der Qualifikation, ist bereits seit mehreren Jahren derselbe.

 

Österreich ein Jahr lang ohne Länderspiel-Niederlage

In dieser Zeit ging ihnen Kollers flexibles und laufintensives 4-2-3-1-System in Fleisch und Blut über. Durch das routinierte und eingespielte Gerüst der Mannschaft ist es so kein Problem für Koller, immer wieder neue, talentierte Akteure wie die Verteidiger Martin Hinteregger und Kevin Wimmer vom englischen Vize-Meister Tottenham Hotspur oder Stürmer Marcel Sabitzer zu integrieren.


 
Infografik zu Österreich bei der EM 2016Infografik: die erfolgreiche Bilanz der österreichischen Fußballnationalmannschaft nach 35 Spielen in den ersten fünf Jahren unter der Führung von Trainer Marcel Koller. (Stand: Dezember 2015)
 

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Einen kleinen Rückschlag mussten der Schweizer und sein Team noch zu Ende des vergangenen Jahres hinnehmen, als ein Testspiel gegen sein Heimatland verloren ging. Das 1:2 in Wien war die erste Niederlage seit fast genau einem Jahr, als man ebenfalls zuhause und mit 1:2 gegen Rekord-Weltmeister Brasilien den Kürzeren gezogen hatte.

Auch die letzten Testspiele unmittelbar vor dem EM-Auftakt verliefen durchwachsen. Einem knappen, alles andere als berauschenden 2:1-Erfolg über Malta folgte eine bittere 0:2-Niederlage gegen Holland.


 

Österreich gegen Ungarn, die letzten fünf Duelle:

DatumBewerbHeimAuswärtsErgebnis
16.08.2006LänderspielÖsterreichUngarn1:2 (0:2)
16.05.2000LänderspielUngarnÖsterreich1:1 (1:0)
25.03.1998LänderspielÖsterreichUngarn2:3 (2:2)
24.04.1996LänderspielUngarnÖsterreich0:2 (0:1)
23.03.1994LänderspielÖsterreichUngarn1:1 (0:0)

 

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Bei diesen Titelkämpfen besteht nun endlich die Möglichkeit, die magere EM-Bilanz aufzupolieren. Im Rahmen der Heim-Euro 2008 reichte es nur zu einem einzigen Tor und einem damit verbundenen Punktegewinn beim 1:1 gegen Polen. Die beiden übrigen Matches in der Vorrunden-Gruppe B gingen gegen Kroatien und den späteren Finalisten Deutschland verloren.

Vom damaligen Kader sind nun, acht Jahre später, nur noch Kapitän Christian Fuchs, der Stuttgarter Martin Harnik, England Legionär Sebastian Prödl und Keeper-Routinier Ramazan Özcan übrig.

 

Der Glanz der “Goldenen Elf” ist bereits verglommen

Die Ungarn absolvierten bereits doppelt so viele EM-Endrunden als die Österreicher – nämlich genau zwei. Diese beiden Auftritte sind dafür schon mehr als vierzig Jahre her und seit der Weltmeisterschaft in Mexiko 1986 war Ungarn kein einziges Mal auf der ganz großen Bühne des Weltfußballs mehr gesehen.

Seither verbreitete die Auswahl der Magyaren nur wenig Angst und Schrecken in eigenen oder in gegnerischen Stadien.

 

Video: Mit dem 1:0-Sieg im Hinspiel des Relegationsduells gegen Norwegen in Oslo sicherte sich Ungarn bereits die halbe Miete für den Hotelaufenthalt in Frankreich. (Quelle: YouTube/Soccer Eleven)
 

In den 1950er Jahren war das einmal anders: Die ‚Aranycsapat’ (dt.”Goldene Elf”) mit den Stars Ferenc Puskás, Sándor Kocsis, Nándor Hidegkuti oder József Bozsik dominierte damals die Fußballplätze Europas und der Welt. Bis heute gilt dieses Team als eines der stärksten der Fußball-Geschichte und hat zwischen 1950 und 1956 nur ein offizielles Länderspiel verloren.

Bei dieser Partie handelte es sich jedoch unglücklicherweise um das WM-Finale 1954 gegen Deutschland. So stehen in den Annalen des ungarischen Fußballverbandes bis heute zwei Vizeweltmeisterschaften, 1938 und 1954, jedoch noch kein Titel. Zuhauf holten die Puszta-Kicker diese dafür bei Olympischen Spielen. Insgesamt gelang es, dreimal Gold zu erobern.

 

icon Thumb UpDie Ungarn konnten in ihrer Qualifikationsgruppe zwar nur den dritten Platz erobern, wären jedoch fast als bester Gruppendritter direkt für die EM in Frankreich qualifiziert gewesen. Den Ausschlag zugunsten der Türkei gab schlussendlich ein einziger Punkt mehr, weshalb die Magyaren ins Playoff gegen Norwegen mussten.

 

Die große Ära der “Goldenen Elf” fand vor fast genau sechzig Jahren ein jähes Ende. Als im Oktober 1956 der ungarische Volksaufstand losbrach, befand sich Honved Budapest, wo ein Großteil der Teamspieler aktiv war, gerade auf der Reise zu einem Spiel gegen Athletic Bilbao.

 
statistic_id305273_erfolgreichste-torjaeger-der-oesterreichischen-fussball-nationalmannschaft-bis-2016Bild oben: Mit einigen Toren bei der Europameisterschaft könnte Österreichs Torjäger Marc Janko die vor ihm liegenden Anton Schall und Erich Hof bald überholen. Mit seinem Tor gegen Albanien im März hat der FC Basel-Kicker bereits mit Andreas Herzog und Matthias Sindelar gleichgezogen.
 

Infolge der Ereignisse in der Heimat und der Schikanen, denen sie dort ausgesetzt waren, kehrte eine große Anzahl von Spielern nicht mehr nach Ungarn zurück. Unter ihnen befanden sich etwa die Weltklasse-Spieler Zoltán Czibor, Sándor Kocsis und Ferenc Puskás.
 

Glückliches Los und angenehme Gruppe für beide Teams

Mit der Mannschaft ihrer Großväter und Ur-Großväter hat die derzeitige ungarische Auswahl nicht wirklich sehr viel gemeinsam. Anstatt von Sieg zu Sieg zu eilen, backen sie lieber kleinere Brötchen.

Nur wegen der Aufstockung der Teilnehmer-Zahl auf 24 reichte der dritte Platz in der Qualifikationsgruppe F hinter den überraschend starken Nordiren und Rumänien überhaupt für die Teilnahme an den Relegationsspielen, in denen Norwegen mit zwei Siegen ausgeschaltet wurde.


 
Ungarns Ergebnisse in der EM-Qualifikation:

  • Ungarn – Nordirland 1:2 (0:0)
  • Rumänien – Ungarn 1:1 (1:0)
  • Färöer Inseln – Ungarn 0:1 (0:1)
  • Ungarn – Finnland 1:0 (0:0)
  • Ungarn – Griechenland 0:0 (0:0)
  • Finnland – Ungarn 0:1 (0:0)
  • Ungarn – Rumänien 0:0 (0:0)
  • Nordirland – Ungarn 1:1 (0:0)
  • Ungarn – Färöer 2:1 (0:1)
  • Griechenland – Ungarn 4:3 (1:1)

 

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Manche mögen es Effizienz, andere Minimalismus nennen – in den zehn Gruppenspielen brachte Ungarn gerade einmal elf Treffer zustande und kassierte gleichzeitig neun Gegentore. Um in Frankreich reüssieren zu können, muss vor allem von der Abteilung Attacke mehr kommen.

Den Grundstein für einen erfolgreichen EM-Auftritt der Ungarn hat bereits die Glücksgöttin gelegt.

Mit Portugal, Österreich und Island sind die Gegner in Gruppe F zwar nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, aber im Vergleich zu den Horrorgruppen E, wo sich wohl Italien und Belgien um den Sieg duellieren werden, und D, in der Titelverteidiger Spanien auf Kroatien, Tschechien und die Türkei trifft, ist das Los hier recht günstig gefallen.


 

Ergebniswetten zu Österreich vs. Ungarn:

ErgebnisBet365 LogoInterwetten LogoBwin LogoTipico LogoLadbrokes LogoMybet Logobetway LogoNetbet Logo
zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
1:0
5,506,005,755,205,005,505,005,65
2:0
7,007,507,006,507,007,006,507,00
2:1
10,07,008,507,508,506,008,509,00
1:1
7,507,006,506,007,007,006,507,25
0:0
7,008,507,507,508,007,507,506,80
0:1
12,010,011,011,012,010,011,011,25
1:2
19,012,016,020,017,013,014,017,5

 

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Für Österreich birgt der Auftakt gegen den vermeintlich schwächsten Vorrundengegner sowohl Chancen als auch Gefahren. Mit einem Sieg könnte sich Rot-Weiß-Rot bereits großartige Voraussetzungen für den Einzug ins Achtelfinale der EM 2016 schaffen.

EM 2016 ÖsterreichAndererseits würden es nach einer Niederlage und einem Punkteverlust gegen Ungarn nicht unbedingt einfacher, die liegengelassenen Zähler im nächsten Match gegen Portugal wieder aufzuholen. Hinzu kommt noch, dass sich die Österreicher gegen den Traditionsgegner mit Sicherheit keine Blöße geben werden wollen.

Sollten die Mannen von Marcel Koller ihr gesamtes Leistungsvermögen abrufen, dann wird diese Gefahr nicht bestehen. Der spielerischen Dominanz der Österreicher konnten in der Qualifikation schon die beiden EM-Starter Russland und Schweden wenig entgegensetzen.

Aus diesem Grund spricht wenig dafür, dass dies nun dem international recht unerfahrenen ungarischen Team gelingen sollte. Diese Meinung vertreten offensichtlich die Wettanbieter, die Österreich in der Favoritenrolle beim Duell mit Ungarn sehen.

 

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