Plötzlich Gruppensieger! Damit hatte am dritten Spieltag der Gruppe D keiner wirklich gerechnet, am wenigsten wohl die Kroaten selbst.

Mit seinem Treffer in der 87. Minute zum 2:1-Sieg gegen Spanien stellte Ivan Perisic die Machtverhältnisse in dieser Gruppe von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf – und damit landeten nicht die favorisierten Spanier, sondern Kroatien am Ende auf Platz 1.

Und damit hat das nun auf einmal den leichteren Weg im weiteren Turnierverlauf. Während die Spanier nun im Achtelfinale auf Italien treffen bekommt es Kroatien mit Portugal zu tun.
 

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“Wir müssen weiter fokussiert bleiben. Wir haben gegen Spanien einen richtig guten Job gemacht, aber das war erst der Anfang“, mahnt Perisic zur Konzentration.

Doch die Sorgen müsste er eigentlich nicht haben – Kroatien wird wohl nicht so schnell nachlassen. Bei der Mannschaft war gegen Spanien trotz fünf Umstellungen und des Verzichts auf die Stammkräfte Luka Modric und Mario Mandzukic im Prinzip kein Qualitätsverlust zu erkennen.

 

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Kroatien2,702,502,652,652,652,702,802,60
Unentschieden 3,003,003,003,003,002,803,103,00
Portugal3,103,153,102,903,103,103,103,00

 

Dass diese Mannschaft Qualität hat, das hat sie bereits in den ersten beiden Gruppenspielen gezeigt. So waren die Elf der Türkei im Auftaktspiel quasi chancenlos und es lag nur an zwei Aluminiumtreffern, dass das Spiel am Ende nur 1:0 ausging.

Auch im zweiten Spiel gegen Tschechien spielten die Kroaten im Stile einer Spitzenmannschaft und führten bis zur 75. Minute mit 2:0 – und alles deutete auf einen Sieg hin.

Doch die Tschechen kamen zum Anschlusstreffer und fünf Minuten vor Spielende flogen aus dem kroatischen Fanblock brennende Bengalos auf den Rasen, was zu einer mehrminütigen Spielunterbrechung führte. Die Mannschaft verlor die Konzentration und dann durch einen Elfer in der 93. Minute auch die sicher geglaubten drei Punkte.

 

Kroatien und der Geist von 1998

Doch wer glaubte, dass sich Kroatien durch diesen Punkteverlust aus der Bahn werfen ließ, der irrte gewaltig.

Gegen Spanien zeigte die Mannschaft, was in ihr steckt. Auch ohne Modric und Mandzukic drehten sie das Spiel nach einem 0:1-Rückstand noch in einen Sieg. „Wir haben Charakter gezeigt, so gegen Spanien zurückzukommen, dass können nicht viele. Das ist ein großartiges Gefühl, ich bin glücklich für das Team und nicht darüber, dass ich Spieler des Spiels bin“, so Ivan Perisic.

Und für die Kroaten soll das Achtelfinale nur eine Zwischenstation sein – sie wollen mehr. Daran glaubt auch Ex-Nationalspieler Ivica Olic, der der Mannschaft sogar mehr Qualität adjustierte als jener von 1998.

 


Video: Bei der WM 1998 in Frankreich stürmte Kroatien, unter anderem mit einem Sieg über Deutschland, sensationell ins Halbfinale. Gelingt das auch heuer? (Quelle: YouTube/leroy1210)

 

Zur Erinnerung: 1998 fand die WM in Frankreich statt und Kroatien stürmte überraschend ins Halbfinale. Erst in der Runde der letzten Vier war gegen Gastgeber Frankreich Endstation. Doch am Ende jubelten die „Feurigen“ über die Bronze-Medaille.

Das Halbfinale sollte – da die Kapazunder wie Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich allesamt in der zweiten Tableau-Hälfte auftauchen – nun sogar in Reichweite sein. Zumal im Viertelfinale der Sieger aus Polen gegen Schweiz warten würde.

Doch daran wollen die Kroaten noch gar nicht denken. Erst einmal muss am Samstag Abend in Lens Portugal besiegt werden. An diese Stadt sollten die Kroaten gute Erinnerungen haben – dort gewannen sie bei der WM 1998 gegen Jamaika mit 3:1.

 

Portugals glückloses und ineffzientes Offensiv-Spektakel

Mit den Portugiesen wartet diesmal aber ein ganz anderes Kaliber. Wobei die Portugiesen um dieses Achtelfinal-Ticket bis zum Schluss gehörig zittern mussten.

Noch nie scheiterte Portugal bei einer EM-Endrunde in der Vorrunde – bislang gelang immer der Aufstieg. Diese makellose Bilanz retteten sie mit dem 3:3 am dritten Spieltag gegen Ungarn.

Und dann hing es aber noch davon ab, was Österreich im Parallelspiel gegen Island gelingt – zum Glück für Ronaldo & Co. nichts, denn mit einem Sieg der Alpenkicker hätte die Seefahrernation Portugal vorzeitig die Heimreise antreten können.

 
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So schipperte Portugal mit drei Punkte aus drei Unentschieden – 1:1 gegen Island, 0:0 gegen Österreich und 3:3 gegen Ungarn – über heftigen Wellengang in der Gruppe F doch noch ans Achtelfinal-Ufer.

Was auf den ersten Blick nach dürftigen Aufritten der „Seleção das Quinas Tugas“ aussieht erweist sich beim zweiten Hinschauen als mitunter glücklos und auch ineffzient.

Portugal brannte in den drei Spielen jeweils ein Offensiv-Spektakel ab, wie die Zahlen beweisen.
 
Icon Pfeil rechts69 Schüsse gaben sie in Summe ab – so viele wie kein anderes Team. 22 davon gingen auf das Tor, auch das ist der Bestwert aller Mannschaften der Vorrunde. Dazu hatten sie die meisten Eckbälle, nämlich 30.
 

Dennoch stehen am Ende drei magere Pünktchen zu Buche.

Nationaltrainer Fernando Santos sagt dazu: „Wir wollten die Gruppe auf Platz eins beenden, aber das ist nicht passiert. In diesen drei Spielen haben wir mehr als genug getan, um Erster zu werden. Nach den ersten beiden Spielen sagte ich, dass die Mannschaft gut gespielt hat, aber wir haben nicht getroffen. Heute war das anders. Wir haben es geschafft, anzugreifen und zu treffen. In Sachen Abwehr waren wir nicht so gut.“

Das wird gegen Kroatien besser klappen müssen, andernfalls ist schon im Achtelfinale Endstation und Ronaldos Traum vom EM-Titel schon wieder vorzeitig vorbei.

 

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1:0
6,506,506,255,706,507,006,506,00
2:0
12,09,0010,011,012,08,0011,011,0
2:1
10,08,5010,5010,011,08,0012,010,5
0:0
6,007,006,005,706,506,006,005,75
1:1
6,006,005,505,206,506,505,505,25
2:2
21,012,016,518,021,010,020,014,0
0:1
7,507,506,756,207,007,007,006,50
0:2
15,09,0013,015,015,08,0015,013,0
1:2
13,08,5011,012,012,08,5013,012,0

 

Wie knifflig das Duell mit den Balkan-Kickern wird, weiß Santos: „Kroatiens ist einer der Haie, und wir hatten versucht, sie zu vermeiden. Sie sind in einer Gruppe mit Spanien Erster geworden, und das zeigt, wie stark sie sind.“

Santos hofft auf dabei auf seinen Superstar Cristiano Ronaldo.

Nachdem er gegen Island und Österreich glücklos agierte und fast ein Dutzend Schussversuche nicht im Tor landeten (darunter sogar ein verschossener Elfmeter), platzte gegen Ungarn der Knoten – und er rettete Portugal mit seinen zwei Toren den Verbleib bei dieser EM.

 
20160622_PD7603 (RM) Cristiano Ronaldo FRANCISCO LEONG / AFP / picturedesk.com

Bild: Cristiano Ronaldo trug sich gegen Ungarn gleich dreifach in die EM-Historie ein. (Photo-Credit: FRANCISCO LEONG / AFP / picturedesk.com
 

Ronaldo, der erstmals seit 375 Tagen wieder ein Pflichtspieltor für Portugal erzielte, verewigte sich gleich dreifach in den Geschichtsbüchern.

  • Mit seinem 17. EM-Spiel avancierte er zum alleinigen EM-Rekordspieler
  • Als erster Spieler traf er bei vier EM-Endrunden
  • Mit seinen EM-Treffern sieben und acht kletterte in der ewigen EM-Torjägerliste auf Rang 2.

Nur noch ein Tor fehlt auf die Bestmarke von Michel Platini, der bei neun Treffern hält. Den könnte er nun gegen Kroatien einstellen oder gar übertreffen.

 

Kroatien noch ohne Torerfolg gegen Portugal

Doch auch Ronaldo weiß, wie schwer das wird. “Ich denke, dass die Chancen bei 50:50 liegen. Kroatien hat sehr gute Spieler. Nicht jede Mannschaft schafft es, Spanien zu schlagen.”

Die bisherige Bilanz spricht jedenfalls klar für die Portugiesen: Alle drei Duelle wurden gewonnen – alle zu Null. Anders formuliert: Den Kroaten gelang gegen Portugal noch nie ein Tor.

 

Kroatien gegen Portugal, die bisherigen drei Duelle:

DatumBewerbHeimAuswärtsErgebnis
10.06.2013FreundschaftsspielKroatienPortugal0:1 (0:1)
12.11.2005FreundschaftsspielPortugalKroatien2:0 (1:0)
19.06.1996EMPortugalKroatien3:0 (2:0)

 

Das bislang letzte Duell gewann Portugal im Juni 2013 – mit 1:0. Siegtorschütze: Cristiano Ronaldo.

Die Wettanbieter gehen aber nicht davon aus. Sie sehen in diesem Duell, unabhänig von den bisherigen Begegnungen, allerdings die Kroaten in der Favoritenrolle – wenn auch nur hauchdünn. Offenbar wirkten die Balkan-Kicker in ihren Auftritten überzeugender als die bislang eher glücklosen Portugiesen.

 

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