Deutschland gegen die Ukraine? Da war doch was? Richtig, das Relegationsduell zur Teilnahme an der WM 2002 in Japan und Südkorea! Eine Auseinandersetzung, die Stand heute ohne Wenn und Aber das Prädikat geschichtsträchtig verdient.

Stand doch damals nicht weniger als der Ruf des deutschen Fußballs auf dem Spiel. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Der Druck, der auf uns lastete, war enorm“, läuft Rudi Völler, dem damaligen Teamchef, beim Gedanken an dieses Duell auch heute noch ein kalter Schauer über den Rücken.

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Schließlich drohte das erste Quali-Aus in der Verbandsgeschichte. Und damit ein Tiefpunkt, von dem sich die seinerzeit heftig kritisierten Adlerträger so schnell wohl nicht mehr erholt hätten. Zumal ein Jahr zuvor ja bereits die EM in Belgien und den Niederlanden mit einer handefesten Blamage (Vorrunden-Aus) endete.

 

Inhaltsverzeichnis: Deutschland – Ukraine Wetten und Quoten

 

Der Respekt vor dieser Aufgabe war jedoch nicht nur deshalb riesig. Auch die Spielstärke der damaligen ukrainischen Auswahl hatte daran einen nicht unwesentlichen Anteil.


 

Wettquoten Vergleich zu Deutschland vs. Ukraine:

Bet365 LogoInterwetten LogoBwin LogoTipico LogoNetbet LogoMybet LogoExpekt LogoBet3000 Logo
zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
Sieg Deutschland1,601,601,571,551,571,551,551,60
Unentschieden 4,003,804,004,003,854,003,754,20
Sieg Ukraine6,506,007,006,306,906,506,506,50

 

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Insbesondere die Fähigkeiten der Weltklasse-Angreifer Andrej Schewtschenko (AC Milan), der in Frankreich übrigens als Co-Trainer fungieren wird, und Sergej Rebrow (Tottenham Hotspur), verbreiteten beim dreifachen Europameister damals Angst und Schrecken.

 

Die „Turniermannschaft“ am Scheideweg

Im Hinspiel war der DFB-Auswahl die Furcht vor der totalen Blamage dann auch deutlich anzumerken. Erst recht, als Gennadi Zubow die Ukraine im mit 80.000 Zuschauern vollbesetzten Kiewer Olympiastadion bereits nach 18 Minuten in Führung brachte.

 

Video: Nichts für schwache Nerven – das Relegations-Hinspiel zwischen Deutschland und der Ukraine im Jahr 2001. Hier noch einmal die beiden Treffer von Zubow und Ballack. (Quelle: YouTube/sp1873)


 

Was folgte war eine 13-minütige Schockstarre. In dieser Phase waren die seinerzeit als „Rumpelfüßer“ verspotteten Völler-Schützlinge dem WM-Aus bedrohlich nahe. Dann allerdings kam Michael Ballack und erzielte wie aus dem nichts den dringend erforderlichen Ausgleich zum 1:1-Endstand.

„Das war das wichtigste Tor in meinem Leben“, sagte der damalige Leverkusener hinterher. Und kündigte anshcließend gleich die nächste Großtat an: „Es kann nur noch ein wichtigeres geben – wenn ich Deutschland am Mittwoch zu WM schieße.“

Ballacks Plan ging auf – und zwar gleich doppelt. Beim furiosen 4:1-Rückspielerfolg in Dortmund erzielte der spätere „Capitano“ zwei Treffer. Weitere Torschützen waren seine Leverkusener Teamkollegen Oliver Neuville und Bernd Schneider.

 

em-2016-frankreich-lille-fbwBild: Diesmal stehen sich Deutschland und die Ukraine in Lille und damit erstmals auf neutralem Boden gegenüber.

 

Was nach diesem Meilenstein folgte, ist hinlänglich bekannt: Deutschland avancierte in Japan und Südkorea zum Vizeweltmeister, wodurch auch der stark beschmutzte Ruf wieder gründlich aufpoliert wurde. Die „Turniermannschaft“ war zurück…

…und hält sich bis heute in der Weltspitze – wie zwei dritte Plätze bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010, der Vizeeuropameistertitel 2008, die Halbfinalteilnahme bei der EM 2012 und nicht zuletzt der jüngste WM-Titel, 2014 in Brasilien, eindrucksvoll untermauern.

 

icon hilfeWussten Sie, dass…sich die DFB-Elf noch nie in einem EM-Auftaktspiel geschlagen geben musste?

 

Die fetten Jahre der Ukrainer sind vorbei

Der ukrainische Stern leuchtet hingegen bei weitem nicht mehr so hell als noch in der Zeit um die Jahrtausendwende.

Fußball EM 2016 UkraineAuch die Tatsache, dass Schewtschenko & Co. vier Jahre später in Deutschland endlich die langersehnte WM-Premiere – und dort sogar den bis dato größten Erfolg der Verbandsgeschichte (Viertelfinal-Aus gegen den späteren Weltmeister Italien) – feiern durften, vermochte daran nichts zu ändern.

Denn die „Goldene Generation“ war allmählich in die Jahre gekommen. Und neue Talente, die einen adäquaten Ersatz darstellen könnten, sprossen nur sehr vereinzelt aus den fruchtbaren ukrainischen Böden.

 

twitter-shevchenko-co-trainerBild: Superstar Schewtschenko ist stolz, sein Land als Co-Trainer zur EM begleiten zu dürfen.

 

Ein Umstand, der, vor allem in spielerischer Hinsicht, einen großen Rückschritt nach sich zog. Nicht von ungefähr waren die Ukrainer in weiterer Folge nur noch ein einziges Mal bei einem fußballerischen Großereignis vertreten: namentlich bei der Heim-EM 2012, für die sich die Blau-Gelben als Gastgeber jedoch automatisch qualifizierten.

 

Trainer-Guru Lobanowskyj ist auch heute noch allgegenwärtig

Auch die aktuelle Truppe hat im Verlauf der EM-Qualifikation alles andere als einen furchteinflößenden Eindruck hinterlassen.

Ersichtlich wird dies nicht zuletzt daran, dass die Elf von Mikhail Fomenko in der Quali-Gruppe C hinter Spanien und der Slowakei nur den dritten Platz belegte (Bilanz: sechs Siege – ein Remis – drei Niederlagen).


 

Die Ergebnisse der Ukraine in der EM-Qualifikation:

  • Ukraine – Slowakei 0:1
  • Weißrussland – Ukraine 0:2
  • Ukraine – Mazedonien 1:0
  • Luxemburg – Ukraine 0:3
  • Spanien – Ukraine 1:0
  • Ukraine – Luxemburg 3:0
  • Ukraine – Weißrussland 3:1
  • Slowakei – Ukraine 0:0
  • Mazedonien – Ukraine 0:2
  • Ukraine – Spanien 0:1
  • Ukraine – Slowenien 2:0 (Relegation)
  • Slowenien – Ukraine 1:1 (Relegation)

 

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Dass die Blau-Gelben dennoch in Frankreich mit dabei sind, haben sie ihrer starken Defensive zu verdanken. Diese hat im Quali-Verlauf (einschließlich Relegation) nur fünf Gegentreffer zugelassen und brachte im vergangenen Herbst auch Relegationsgegner Slowenien zur Verzweiflung (Gesamtscore: 3:1).


Fußball DeutschlandZum Vergleich: Manuel Neuer und die DFB-Auswahl mussten auf dem Weg nach Frankreich ganze neun Gegentreffer hinnehmen…


In der Offensive kann die Ukraine (14 Quali-Tore) dem Weltmeister (24) dafür nicht annähernd das Wasser reichen. Dafür fehlen ihr an vorderster Front sowohl die spielerischen Mittel als auch das nötige Personal – zumindest in der Breite.

 

Mykhaylo_Fomenko-Loban77Ukraine-Coach Mikhail Fomenko. (© Loban 77)

 
Wohl auch deshalb lässt Trainer-Routinier Mikhail Fomenko (67) immer noch Konterfußball sowjetischer Prägung praktizieren. Ganz im Sinne seines Vorbilds: dem 2002 verstorbenen ukrainischen Fußball-Guru Walerij Lobanowskyj.

 
Für die Umsetzung dieser Philosophie zeichnen folgende vier Teamsäulen verantwortlich:

  • Kapitän und Rekordnationalspieler Anatolij Timoschtschuk (141 Länderspiele/ aktuell bei Quairat Almaty, früher u.a. Bayern und Zenit)
  • Mittelfeldmotor Taras Stepanenko (Schachtjor Donezk)
  • Dribbelkünstler Yevhen Konoplyanka (FC Sevilla)
  • Top-Scorer Andrij Yarmolenko (Dynamo Kiew/vier Tore in der Quali, zwei in der Relegation).

 

 

Tiefe Gräben innerhalb der Mannschaft

Ob Konoplyanka & Co. der DFB Auswahl am 12. Juni tatsächlich Probleme bereiten werden, sei jedoch erst einmal dahingestellt. Umso mehr gilt dies, weil zwei der vier genannten Hoffnungsträger seit kurzem kein Wort mehr miteinander wechseln.

Gemeint sind Stepanek und Yarmolenko, die sich vor etwas mehr als einem Monat, im nationalen Spitzenspiel zwischen Schachtjor Donezk und Dynamo Kiew, derart in die Haare gekommen sind, dass Ersterer die Freundschaft mit dem Kiewer Angreifer kurzerhand für beendet erklärte.

 

Rudelbildung beim ukrainischen Clasico: Yarmolenko tritt seinen Nationalmannschaftskollegen Stepanenko grundlos, der kündigte ihm daraufhin die Freundschaft. Angesichts dieser Bilder ist nicht auszuschließen, dass der Konflikt zwischen den Spielern aus Kiew und Donezk bei der EM neu entflammt. (YouTube/Football24)


 

Der Disput dieser beiden Schlüsselspieler steht symbolisch für ein teaminternes Problem. Denn auch generell sind die Spieler der beiden nationalen Vorzeigeklubs nicht gut aufeinander zu sprechen. Insider sprechen sogar von zwei Lagern innerhalb der Mannschaft, die sich abseits des Platzes bewusst aus dem Weg gehen.


icon blitzLagerkoller ist bei der EM also keineswegs auszuschließen. Zumal es bekanntlich seit jeher so ist, dass Spieler von Schachtjor und Dynamo ein Gros des ukrainischen Kaders stellen.


Wie die ganze Nation bangt natürlich auch Mikhail Fomenko um den Teamgeist seiner Truppe. In der Pflicht, den schwelenden Konflikt zu lösen, sieht er jedoch die Spieler selbst.

 
Auf das Gefahrenpotenzial dieser Problematik angesprochen, appelliert er daher an die Vernunft seiner Auserwählten:

„Fragen sie lieber die Spieler. Nur sie können dieses Problem lösen. Ich hoffe, sie sind weise genug, den Konflikt nicht mit zur EM zu nehmen.“Mikhail Fomenko

 

Die Buchmacher sehen den Weltmeister klar im Vorteil

Wohl auch aufgrund dieser internen Querelen trauen die Wettanbieter den Blau-Gelben im Juni nicht allzu viel zu. Anders als vor 15 Jahren muss der DFB-Auswahl diesmal also keineswegs angst und bange sein.

 

em-2016-deutschland-ukraine-bestquote-interwetten

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Zumal neben den EM 2016 Wettquoten auch die Statistik klar für einen Auftakterfolg des Weltmeisters spricht: Dieser steht nach fünf bis dato ausgefochtenen Duellen nämlich immer noch ohne jede Niederlage da (zwei Siege/drei Unentschieden).


 

Deutschland gegen Ukraine, die bisherigen fünf Duelle:

DatumBewerbHeimAuswärtsErgebnis
11.11.2011FreundschaftsspielUkraineDeutschland3:3
14.11.2001WM-RelegationDeutschlandUkraine4:1
10.11.2001WM-RelegationUkraineDeutschland1:1
07.06.1997WM-QualiUkraineDeutschland0:0
30.04.1997WM-QualiDeutschlandUkraine2:0

 

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calculatorNicht wenige Sportwetter ziehen daher eine Resultatwette auf einen DFB-Dreier mit zwei oder mehr Treffern Differenz und entsprechend hoher Quoten in Erwägung.


 

Ergebniswetten zu Deutschland vs. Ukraine:

ErgebnisBet365 LogoInterwetten LogoBwin LogoTipico LogoLadbrokes LogoMybet LogoNetbet LogoBetsafe Logo
1:0
6,007,006,005,706,006,506,456,50
0:0
8,509,008,2510,510,08,008,0010,0
0:1
15,013,014,017,015,010,013,7516,0
1:1
8,007,507,757,007,507,508,009,00
2:0
7,006,506,256,007,006,007,008,00
2:1
9,008,008,257,508,008,008,509,25
3:0
11,010,0010,010,511,09,0011,014,0
3:1
15,010,012,512,013,09,5013,514,0
3:2
29,028,029,027,026,024,028,030,0
2:2
19,016,019,520,017,012,019,2521,0
1:2
21,016:018,522,019,018,018,023,0

 

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Löw warnt vor Konterstärke

Joachim Löw nimmt den Auftaktgegner dennoch nicht auf die leichte Schulter. Vielmehr ermahnt er seine Schützlinge, „vom ersten Spiel weg konzentriert zu sein“. Schließlich könne die Ukraine „mit ihrer Verteidigung und ihrem Konterspiel durchaus unangenehm werden“.


 

Deutschlands Ergebnisse in der EM-Qualifikation:

  • Deutschland – Schottland 2:1
  • Polen – Deutschland 2:0
  • Deutschland – Irland 1:1
  • Deutschland – Gibraltar 4:0
  • Georgien – Deutschland 0:2
  • Gibraltar – Deutschland 0:7
  • Deutschland – Polen 3:1
  • Schottland – Deutschland 2:3
  • Irland – Deutschland 1:0
  • Deutschland – Georgien 2:1

 

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Der Teamchef spricht aus Erfahrung. Ist es doch noch gar nicht allzu lange her, dass die Osteuropäer einer deutschen Mannschaft mit ebendiesen Tugenden mächtig zugesetzt haben.

So geschehen im Rahmen der bis dato letzten Auseinandersetzung am 11.11.2011, die vor knapp 70.00 Zuschauern im Kiewer Olympiastadion mit einem spektakulären 3:3-Unentschieden endete.

Torschützen waren damals Kroos, Rolfes und Müller auf deutscher- sowie Nazarenko, Konoplyanka und Yarmolenko auf ukrainischer Seite – vor den Blau-Gelben und ihren beiden Offensiv-Stars sollten Jogis Jungs also längst gewarnt sein….

 

Icon InfoModus: die beiden Erstplatzierten der Gruppen A bis F sowie die vier besten Gruppendritten steigen ins Achtelfinale auf. Bei Punktegleichheit kommen folgende Kriterien zum Tragen:

  1. direkter Vergleich
  2. Torverhältnis aus allen Gruppenspielen
  3. Erzielte Tore in allen Gruppenspielen
  4. UEFA-Fairplay-Wertung
  5. aktuelles UEFA-Ranking

Für die Ermittlung der vier besten Gruppendritten sind folgende Kriterien ausschlaggebend:

  1. höhere Punktzahl
  2. bessere Tordifferenz
  3. größere Anzahl erzielter Tore
  4. Platzierung in der UEFA-Koeffizientenrangliste für Nationalmannschaften
  5. aktuelles UEFA-Ranking

 

 

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