Mit dem Erfolg gegen Italien schnitt die DFB-Auswahl bei der Europameisterschaft in Frankreich endlich ein paar ganz alte Zöpfe ab: Um die Bilanz gegen die nun im Halbfinale (Donnerstag, 21 Uhr) wartende Equipe Tricolore ist es dagegen bereits vor dem Anpfiff am Donnerstagabend äußerst vielversprechend bestellt.

Während gegen die Squadra Azzurra erst im neunten Anlauf der erste Sieg bei einem großen Turnier gelang, müssen im allwissenden Fußballlexikon bis zum letzten Triumph gegen den EM-Gastgeber gerade einmal zwei Seiten zurückgeblättert werden.

 

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Kurz bevor es im Halbfinale der WM 2014 den Brasilianern in denkwürdiger Weise an den Kragen ging, hatte sich das Team von Jogi Löw gegen die Franzosen zu einem mühsamen, letztlich aber bedeutungsvollen 1:0-Erfolg gegen die Equipe Tricolore taktiert.

Der damals entscheidende Treffer von Mats Hummels hat der Elf von Didier Deschamps die bis dato letzte Niederlage in einem Pflichtspiel beschert: eine einerseits eindrucksvolle Serie, die sich aber natürlich vor allem auch mit dem Verzicht auf die bisweilen tückische EM-Qualifikation erklärt.

 

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zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
Deutschland3,002,702,852,802,802,873,002,80
Unentschieden3,003,103,103,003,102,903,103,10
Frankreich2,802,852,802,802,802,802,802,65

*nach regulärer Spielzeit
 

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Heimstärke trifft auf Titelkompetenz

Vor der anstehenden Revanche haben die schwarz-rot-goldenen Hoffnungsträger darüber hinaus auch schon zwei gewonnene Duelle in weltmeisterlichen Halbfinals vorzuweisen: Sowohl 1982 als auch 1986 wurde gegen das Team aus der Grande Nation das Ticket für das Endspiel gebucht.

Einen diesbezüglichen Hattrick sollte die DFB-Elf somit nur deshalb nicht anvisieren, weil die folgenden Auftritte im Finale jeweils nicht nach Wunsch verliefen: Werden die Franzosen in der Vorschlussrunde zu Fall gebracht, scheint dies für den Griff nach dem Titel kein gutes Omen zu sein.

Der einzige Pflichtspielerfolg der “Blauen” liegt dagegen schon fast 60 Jahre zurück – und hat obendrein mit dem Vorwurf der Bedeutungslosigkeit zu kämpfen; im kleinen Finale der WM 1958 überließ der amtierende Weltmeister dem Nachbarn gönnerhaft den Sieg.

 

Video: Auf dem Weg zum Weltmeistertitel 2014 kegelte die DFB-Elf im Viertelfinale die Franzosen aus dem Turnier. (Quelle: YouTube)


 

Dass im Halbfinale somit vor allem die Franzosen eine ganze Menge gutzumachen haben, könnte für die deutsche Mannschaft aber durchaus mit erheblichen Gefahren behaftet sein: Spätestens seit Samstag steht schließlich fest, dass auch vermeintliche ewige Serien irgendwann ein Ende finden.

Obendrein hatten die Aktien der Equipe wohl lange nicht mehr derart gut gestanden, wenn ein Duell gegen den Angstgegner auf der Tagesordnung stand – schon allein der Heimspielcharakter schanzt der Mannschaft von Didier Deschamps einen nicht weg zu diskutierenden Vorteil zu.

Wie nicht zuletzt der 7:1-Triumph gegen Brasilien belegt, scheint die DFB-Auswahl ein Gang in die Höhle des Gegners zwar nicht zu schrecken; dennoch ist mittlerweile hinlänglich bekannt, dass die Unterstützung durch die Fans bei den französischen Erfolgen stets eine besonders große Rolle spielt.

 
EM 2016 Deutschland gegen Frankreich
 

Das DFB-Team leckt seine Wunden

Hätte es die Turniere im eigenen Land nicht gegeben, wäre es um die Titelsammlung von “Les Bleus” noch immer ziemlich dürftig bestellt: Außerhalb der Landesgrenzen hatte der Weltmeister von 1998 und zweifache Europameister nur anno 2000 eine Trophäe eingespielt.

Ist die Equipe der Drucksituation vor heimischer Kulisse somit erwiesenermaßen besser als etwa die Selecao gewachsen, droht es der deutschen Elf darüber hinaus auch an potentiellen Torjägern zu mangeln, denen in Marseille ein auch nur halbwegs vorzeigbares Schützenfest zuzutrauen ist.

Dass sich die sieben erzielten Turniertreffer auf sechs verschiedene Köpfe verteilen, scheint zwar einerseits für eine große Unberechenbarkeit zu sprechen; dennoch wirkt es ein wenig entmutigend, dass mit Mario Gomez ausgerechnet der einzige Doppeltorschütze im Halbfinale passen muss.

 
20160702_PD7920 (RM) Thomas Müller Elfer - GEORGES GOBET / AFP / picturedesk.comBild: Kommt Thomas Müller, der gegen Gianluigi Buffon einen Elfmeter vergab, im Halbfinale gegen Frankreich endlich in die Spur? (Photo-Credit: GEORGES GOBET / AFP / picturedesk.com)
 

Das vorzeitige Turnier-Aus des vor der EM rehabilitierten Gomez wiegt mit Blick auf die Formkrise der verbliebenen Hoffnungsträger doppelt schwer: So kam der in Frankreich bislang komplett glücklose Thomas Müller zuletzt noch nicht einmal im Elfmeterschießen an Buffon vorbei.

Auch bei Mesut Özil hat der erste Turniertreffer den Knoten offensichtlich noch nicht zum Platzen gebracht: Mit seinem bereits zweiten EM-Fehlschuss vom Punkt stellte sich dieser schon kurz darauf wieder als ein Führungsspieler von der traurigen Gestalt heraus.

Während etlichen Schützen des Weltmeisters somit selbst das als deutsche Kernkompetenz bekannte Elfmeterschießen Kopfzerbrechen machte, schoss sich der nunmehrige Gegner beim 5:2 gegen Island locker und leicht für das anstehende Aufeinandertreffen warm.

 

Ersatzgeschwächt gegen den “Paradesturm”

Mit der Tatsache, dass Frankreich dank der immer treffsicherer werdenden Griezmann, Payet und Giroud derzeit die deutlich gefährlicheren Waffen im Angriff aufzubieten weiß, scheinen die Probleme für Jogi Löw und seine Mannen jedoch gerade erst einmal zu beginnen.

 

Icon Pfeil rechtsAufgrund des feststehenden Fehlens von Sami Khedira können die Franzosen zudem auf ein Übergewicht im Mittelfeld hoffen – und bei den daraus resultierenden Angriffen stellt sich der Equipe überdies eine geschwächte Verteidigung in den Weg.

 

 

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zum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieterzum Anbieter
1:0
7,506,507,257,007,507,008,007,00
2:0
15,09,5013,013,013,08,0015,013,0
2:1
12,09,0010,010,011,08,0012,010,5
0:0
7,007,006,757,008,006,507,506,75
1:1
6,006,005,255,206,506,505,505,25
2:2
17,014,014,514,019,010,017,014,0
0:1
7,006,507,257,007,007,007,506,50
0:2
13,09,5012,013,012,08,0012,012,0
1:2
11,09,009,7510,010,08,0011,010,0

*nach regulärer Spielzeit
 

Die Gelbsperre von Mats Hummels reißt am Donnerstag die bisher so exzellent funktionierende Defensive auseinander: Der erste Titelfavorit der Wettanbieter bekommt es im Stade Velodrome mit einer irgendwie nur notdürftig zusammengeschusterten Innenverteidigung zu tun.

 

“Die Qualität des Kaders ist hoch, ich habe volles Vertrauen in alle Spieler – wir werden am Donnerstag bereit sein und freuen uns auf das Halbfinale in Marseille.”
Jogi Löw sichert vorab zu, dass die ins Halbfinale geschickte Startelf nicht an einen Flickenteppich erinnern wird.

 

Die positiven Effekte des Prestigesieges gegen Italien drohen angesichts der dieser Schlacht zum Opfer gefallenen Leistungsträger spürbar zu verblassen – hier sind die Franzosen deutlich besser dran, die geradezu im Schongang die Vorschlussrunde erreichten.

 

icon statistikTrotz der besorgniserregenden Vorzeichen wird die deutsche Mannschaft von den Wettanbietern jedoch noch immer wertgeschätzt: Gegen die jüngst in die Gala-Uniform geschlüpften Gastgeber kündigt sich nach den Prognosen der Bookies eine völlig offene Geschichte an.

 

Die Quoten künden von einer weiteren Schlacht

Die aus der Siegquote von 2,9 resultierende “Favoritenstellung” von “Les Bleus” lässt sich bei näherer Betrachtung schließlich kaum noch als solche bezeichnen: Da die Bookies einen deutschen Sieg im Höchstfall mit exakt 3,0 quotieren, werden letztlich wohl wieder einmal nur die berühmten Nuancen ausschlaggebend sein.

Wenn sich die Buchmacher nicht zwischen zwei Mannschaften entscheiden können, ruft dies fast automatisch ein Unentschieden auf den Plan: Remis-Quoten von 3,1 stellen deshalb in Aussicht, dass es auch im Halbfinale erst in der Verlängerung oder dem Elfmeterschießen zur Ermittlung des Siegers kommen könnte.

 

Deutschland – Frankreich, die bisherigen Pflichtspiel-Duelle:

DatumBewerbHeimAuswärtsErgebnis
04.07.2014WM ViertelfinaleFrankreichDeutschland0:1
25.06.1986WM HalbfinaleFrankreichDeutschland0:2
08.07.1982WM HalbfinaleDeutschlandFrankreich5:4 i.E.
28.06.1958WM Spiel um Platz 3FrankreichDeutschland6:3

 

Dass das DFB-Team demnach trotz aller Hiobsbotschaften auch weiterhin an den Titel glauben darf, ist sicherlich auch als ein Ausdruck des Zweifels an den Gastgebern zu verstehen, die bei der so intensiv vorbereiteten Endrunde zu lange zu vieles schuldig geblieben sind.

Schon in der eigentlich als leicht erachteten Vorrundengruppe hatte sich die Equipe zum heimlichen Sorgenkind der Experten entwickelt: Nach zwei späten Siegen gegen Rumänien und Albanien sowie dem torlosen Remis gegen die Schweiz schlug noch kein einziger überzeugender Auftritt zu Buche.

 

 

Nachdem sich die Franzosen dann auch im Achtelfinale erstaunlich lange von den biederen Iren ärgern ließen, wurde erst das jüngste 5:2 gegen das möglicherweise noch etwas kleinere Island für eine Leistungsschau genutzt.

Wenngleich das Schützenfest fraglos der Stimmung dienlich war, könnte so mancher Spieler diesen Erfolg durchaus auch in den falschen Hals bekommen: Die deutsche Mannschaft darf also zumindest darauf hoffen, dass der Gegner seine Kräfte nunmehr ein bisschen überschätzt.

Obendrein sollte es den leidgeprüften DFB-Angreifern zugutekommen, dass die gegnerische Abwehr schon seit jeher als Achillesferse der Franzosen gilt: Werden die entsprechenden Schwachstellen im Halbfinale aufgedeckt, könnte dies die vermeintliche Leistungsexplosion der “Blauen” schnell als ein harmloses Strohfeuer entlarven.

 

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