Die Türkei geht zum insgesamt vierten Mal bei einer Europameisterschaft an den Start – dabei hatte insbesondere die letzte Teilnahme im Jahre 2008 gezeigt, dass mit der Mannschaft von Fatih Terim durchaus gerechnet werden muss.

Die mittlerweile erneut für die Nationalelf tätige Trainerlegende hatte sein Team beim Turnier in Österreich und der Schweiz einigermaßen sensationell bis ins Halbfinale geführt: Nach Siegen gegen die Eidgenossen, Tschechien und Kroatien wurden die Türken damals erst mit einiger Mühe von der DFB-Auswahl gestoppt.
 

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Obwohl die Türkei zuvor auch schon bei der „Jahrtausend-Endrunde“ in Belgien und der Niederlande die Gruppenphase überstanden hatte, halten die Wettanbieter von der Mannschaft aber noch immer keine allzu großen Stücke.

So wird es als äußerst wahrscheinlich eingestuft, dass sich für die Elf vom Bosporus in Frankreich bereits die Vorrunde als ein zu hartes Brot erweist. Gegen Spanien, Kroatien und Tschechien geht es für den Außenseiter demnach allenfalls um den dritten Platz.

 

Wie weit kommt die Türkei bei der EM 2016?

 
 

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Europameister
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Gruppensieg

Die Türkei ist in der Gruppenphase ausgeschieden.

 

Dass selbst der Aufstieg ins Achtelfinale vonseiten der Sportwettenanbieter als eher fraglich angesehen wird, ist vor allem auf die Wankelmütigkeit der türkischen Mannschaft zurückzuführen, die ihr Können auch in den vergangenen Jahren nur äußerst sparsam aufblitzen ließ.

Folgerichtig war das Team nach der Erfolgsgeschichte bei der EM 2008 dann auch in ein tiefes Loch gestürzt; für keine der folgenden drei WM- bzw. EM-Endrunden konnte sich die Türkei das begehrte Ticket sichern.

 

Als Glücksritter zur Europameisterschaft

Auch bei der Quali für die anstehende Endrunde schien sich der sportliche Niedergang der Mannschaft zunächst unvermindert fortzusetzen; nach den ersten drei Auftritten gegen Island, Tschechien und Lettland schlug lediglich ein einziger Punktgewinn zu Buche.

 
HammerDabei drückte den stolzen Türken verständlicherweise vor allem die peinliche 0:3-Schlappe beim krassen Außenseiter Island aufs Gemüt – zu jenem Zeitpunkt ließ sich noch nicht erahnen, dass im hohen Norden eine neue Fußball-Macht erwächst.
 

Da die Türkei auch nach fünf absolvierten Spieltagen mit nur fünf Punkten bereits einen riesigen Rückstand auf die ersten beiden Plätze zu beklagen hatte, schien der Traum von Frankreich schon zur Halbzeit der Qualifikation ein für alle Mal ausgeträumt zu sein.

Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch das große Verdienst von Fatih Terim, dass er seine Mannen nicht vorschnell aufgegeben hat: Für die insbesondere in moralischer Hinsicht geleistete Aufbauarbeit wurde der Nationalcoach in der Folge mit einem erstaunlichen Lauf seiner Elf belohnt.
 

FussballLetztlich wurde für die Türkei der 3:0-Erfolg gegen die desaströs aufspielenden Holländer am 8. Spieltag zum entscheidenden Wendepunkt: Den hier in Besitz genommenen Play-off-Rang rückte man danach auch gegen die beiden Qualifikanten aus Tschechien und Island nicht mehr heraus.

 
Dabei wurde die Mannschaft im finalen Duell gegen die Skandinavier sogar unverhofft überreich für ihre Aufholjagd belohnt: Weil im Parallelspiel Kasachstan überraschend die Letten vom vorletzten Tabellenplatz verdrängte, schlossen die Halbmond-Träger die Qualifikation zur EM 2016 plötzlich als bester Gruppendritter ab.

Aufgrund dieser per fremder Schützenhilfe erreichten Platzierung blieb den Türken sogar die bereits fest eingeplante Relegation erspart – stattdessen bekam das Team als letzte von 17 direkt qualifizierten Nationen sofort die Fahrkarte nach Frankreich ausgehändigt.

 

Die Chancen in der Vorrunde

Naturgemäß hofft die türkische Mannschaft darauf, auch bei der EM-Endrunde von der Leistungsexplosion in der Qualifikation profitieren zu können: Namentlich mit den gegen die Niederlande und Tschechien abgelieferten Leistungen sollte auch in Frankreich eine ganze Menge möglich sein.

 
PlusAls gutes Omen wird es zudem gewertet, dass es das Team nun in der Vorrunde erneut mit den Vertretungen aus Tschechen und Kroatien zu tun bekommt, die jeweils schon bei der Endrunde im Jahre 2008 in die Schranken verwiesen werden konnten.
 

Was für die Türken bei der EM wirklich möglich ist, dürfte dabei bereits das Auftaktspiel gegen Kroatien erweisen: Gegen den von den Buchmachern etwas höher eingeschätzten Konkurrenten vom Balkan sollte unbedingt gepunktet werden, um sich hinsichtlich des Achtelfinal-Aufstiegs alle Türen offen zu halten.

 
Infografik zur Türkei bei der Fußball EM 2016Infografik: die größten Erfolge der Türkei bei Fußball Europameisterschaften. Zum dritten Mal ist die türkische Nationalmannschaft bei einer EM-Endrunde dabei, der letzte Auftritt bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz ist wohl noch vielen Fans in bester Erinnerung.

Erst im Halbfinale konnte die Türkei damals gestoppt werden, und das auch nur denkbar knapp mit der unglücklichen 2:3 Niederlage gegen die deutsche Mannschaft.

Legendär auch die packende Verlängerung im Viertelfinale 2008 gegen Kroatien – der Zufall will es nun, dass die beiden Mannschaften diesmal bereits in der Gruppenphase aufeinander treffen.

 
icon trend upNachdem die Kroaten jedoch bereits bei der WM 2014 gegen Brasilien, Mexiko und Kamerun trotz des Ausscheidens in der Vorrunde einen guten Eindruck hinterließen, wird für einen erfolgreichen Einstieg in das Turnier wohl schon eine kleine Überraschung gebraucht.

Dies gilt umso mehr, weil sich die »Karierten« auch im Vorfeld der Europameisterschaft ausgesprochen ordentlich präsentierten; so wurde etwa die beiden Duelle gegen den vierfachen Weltmeister Italien auf absoluter Augenhöhe über die Bühne gebracht.

 

Die Spiele der Türkei von 12. bis 21. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
12.06.15:00Türkei – KroatienBet365 Logo4,333,402,000:1
17.06.21:00Spanien – TürkeiInterwetten Logo1,454,507,503:0
21.06.21:00Tschechien – TürkeiTipico Logo2,353,303,100:2

 

Chancenlos gegen den Titelverteidiger?

Einen noch größeren Hammer bekommt die Türkei dann allerdings im zweiten Gruppenspiel vorgesetzt: Mit dem amtierenden Titelträger aus Spanien kündigt sich in Nizza der fußballerische Überflieger der letzten beiden EM-Turniere an.

Zwar hat die enttäuschend verlaufene Weltmeisterschaft am Zuckerhut erheblich am Denkmal der roten Furie gekratzt, auch das vor zwei Jahren erlittene Scheitern in der Vorrunde ändert jedoch freilich nichts daran, dass Spanien nun erneut als ein Mitfavorit auf den Europameister Titel ins Rennen geht.

 

InfoDiese hohe Meinung der Wettanbieter wird die Truppe von Vicente del Bosque nicht zuletzt auch gegen die Türkei rechtfertigen wollen – nach der souverän bewerkstelligten Qualifikation deutet hier alles auf eine überschaubare Pflichtaufgabe für den Weltmeister von Südafrika hin.

 

Endspiel gegen Tschechien

Nach der reinen Papierform ist es somit nicht unwahrscheinlich, dass die Türkei noch ohne jeden Punkt in das Gruppenfinale gegen Tschechien startet: Sogar, wenn dieses unschöne Szenario zur Realität geworden ist, müssen im Kampf um das Achtelfinale aber noch nicht Hopfen und Malz verloren sein.

Da der Turnier-Modus selbst den vier besten Gruppendritten noch zur Teilnahme am Achtelfinale verhilft, könnte die türkische Auswahl bereits mit einem gelungenen Auftritt die Vorrunde überstehen – und dieser benötigte Sieg sollte sich gegen den EM-Finalisten von 1996 durchaus in Reichweite befinden.

 
FazitSowohl der Sieg in der im Vorjahr zu Ende gegangenen Quali als auch der Erfolg bei der EM 2008 machten schließlich deutlich, dass der osteuropäische Rivale nicht übermächtig ist: Folgerichtig machen sich die Wettanbieter hier mit ausgeglichenen Quoten auf einen völlig offenen Kampf gefasst.

 

Der große Hammer kommt bestimmt…

Selbst, wenn sich die Türken in jenem Vorrunden-Endspiel erfolgreich aus der Affäre ziehen, dürfte das frühe Ausscheiden damit aber nur kurzfristig aufgeschoben worden sein: Als Gruppendritter kämen dem Team schließlich bereits im Achtelfinale Hochkaräter wie Frankreich oder England als mögliche Gegner in die Quere.

Um in den K.-o.-Runden wirklich etwas reißen zu können, droht für den Halbfinalisten von 2008 allerdings selbst der 2. Platz in der Gruppe D zu wenig zu sein; auch in diesem angenehmen Fall wäre den Türken schließlich ein frühes Duell gegen einen Gruppensieger gewiss.

 

Wann scheidet die Türkei bei der EM 2016 aus?

 

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Finalniederlage
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppenphase

Die Türkei ist in der Gruppenphase ausgeschieden.

 

Aufgrund der ungünstigen Auslosung auf dem Spielplan der EM 2016 wird der Mannschaft hier schon im ersten Alles-oder-Nichts-Spiel ein Kräftemessen mit Belgien bzw. Italien angedroht – zwei hochambitionierte Gegner, gegen welche sich der dann krasse Außenseiter beim besten Willen kaum etwas erhoffen kann.

Die gute Nachricht lautet immerhin, dass die Aufgaben auch nach einem unwahrscheinlichen Achtelfinal-Erfolg kaum noch größer werden können; spätestens ab dem Viertelfinale dürfte sich das Teilnehmerfeld schließlich voll und ganz auf die potentiellen Titelanwärter reduzieren.

 

Die Abwehr als Trumpfkarte

Angesichts der bei der EM zu bewältigenden Herausforderungen dürfte es für die Türken ein kleiner Vorteil sein, dass Fatih Terim von jeher auf eine defensive taktische Ausrichtung setzt – die Halbmond-Träger sind deshalb insbesondere für die sich ankündigenden Abwehrschlachten gewappnet.

 
RufzeichenSchon in der Quali läutete vor allem die stabilisierte Abwehr die große Wende ein; bei den abschließenden Siegen gegen Holland, Tschechien und Island kam die türkische Auswahl ohne einen einzigen Gegentreffer davon.

 
Dass aus dieser Ausrichtung eine ziemlich unattraktive Spielweise resultiert, stellt bedauerlicherweise die andere Seite der Medaille dar: Im Zweifelsfall scheint die Mannschaft stets schon mit einem uninsipirierten torlosen Remis zufrieden zu sein.

Angesichts der zumeist sparsamen offensiven Bemühungen kommt dem Leverkusener Calhanoglou vermutlich auch in Frankreich eine Schlüsselrolle zu; dessen brandgefährliche Standards könnten seinem Team auch ohne den ganz großen Aufwand zu den entscheidenden Treffern verhelfen.

Als geradezu unersetzlich ist im türkischen Korsett jedoch Barca-Star Arda Turan anzusehen, der in der Nationalmannschaft noch entschlossener als bei den Katalanen als alles aus dem Weg räumender Staubsauger vor der Abwehr fungiert.

 
Infografik: Marktwert Nationalspieler Türkei EM 2016Infografik: Mannschaftskapitän Arda Turan vom FC Barcelona ist der Star der türkischen Mannschaft.
 

Da es an den ganz großen Brechern im Angriff mangelt, wird bei der EM zudem auch auf die Goalgetter-Qualitäten von Yunus Malli gesetzt; beim FSV Mainz hat sich 24-Jährige im vergangenen Jahr zu einem der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Bundesliga entwickelt.
 

Wettquoten Vergleich: wer wird bester Torschütze der EM 2016?

 
Die noch größere Aufgabe von Fatih Termin dürfte es allerdings sein, die atmosphärischen Störungen innerhalb der Mannschaft auf Sparflamme zu halten: Die zuletzt befriedeten Feindschaften drohen schließlich schon beim ersten Lagerkoller wieder aufzubrechen.

Dank seiner in den letzten Jahrzehnten erworbenen Autorität sollte sich der „Imperator“ jedoch genau als der richtige Mann erweisen, um jederzeit Herr der Lage zu sein – für schlechte Presse könnte somit wohl lediglich das zu befürchtende frühe Ausscheiden in der Vorrunde sorgen.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

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