Eine Euro ohne Tschechien? Ein Szenario, welches es bislang nicht gegeben hat. Man mag es kaum glauben, doch seit Ende der Tschechoslowakei war es der „Narodak“ (zu Deutsch: das Nationalteam) gelungen, sich für jede einzelne EM-Endrunde zu qualifizieren.

In Frankreich nimmt man nun also zum sechsten Mal in Folge bei einer Europameisterschaft teil. Obwohl Tschechien somit zu den absoluten EM-Stammgästen gehört, warten die Osteuropäer bis heute auf den ganz großen Coup. Zumindest, sofern die Erfolge der Tschechoslowakei ausgeklammert werden.
 

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Diese hatte nämlich nicht nur zwei WM-Finalteilnahmen, die jedoch beide verloren gingen, vorzuweisen, sondern auch einmal Olympisches Gold (1980) sowie den EM-Triumph von 1976 in Jugoslawien.

 

Wie weit kommt Tschechien bei der EM 2016?

 

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Tschechien ist in der Gruppenphase ausgeschieden.

 

EM 2016 Tschechien BallGänzlich erfolglos war Tschechien allerdings auch in den Jahren danach nicht. Nur drei Jahre nach dem Zerfall der Tschechoslowakei feierte die „Narodak“ bei der EM 1996 seinen bis dato größten Erfolg, als das tschechische Nationalteam bis ins Endspiel vordringen konnte, sich dort allerdings Deutschland geschlagen geben musste.

 
Acht Jahre später, bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal, setzten die Tschechen erneut zu einem Höhenflug an:

Nach einer überragenden Vorrunde, bei der sich die tschechische Nationalelf den Gruppensieg ohne Punktverlust sicherte und dabei selbst Top-Nationen wie die Niederlande und Deutschland hinter sich ließ, galten die Osteuropäer als einer der heißesten Anwärter auf den EM-Triumph.

Allerdings wurde die Rechnung ohne dem späteren EM-Triumphator Griechenland gemacht, der im Halbfinale für das jähe Aus der Tschechen sorgte.

 

Bei der EM 2004 zählte Tschechien zum engen Favoritenkreis, ehe im Halbfinale überraschend gegen Griechenland Endstation war.(Quelle: YouTube/Greekopolis92)

 
Zugleich stellte dies die letzten Sternstunden der tschechischen Nationalmannschaft dar, denn fortan verlor der einstige Weltranglisten-Zweite im Weltfußball viel an Boden.

Zwar zog die „Narodak“ bei der vergangenen EM in Polen und der Ukraine nach einem katastrophalen Auftakt (1:4 gegen Russland) völlig überraschend ins Viertelfinale ein, der Anschluss an die Weltspitze gelang dadurch allerdings nicht.

Im Gegenteil: In den nachfolgenden Jahren dümpelten die Tschechen im internationalen Fußball-Klassement in der Bedeutungslosigkeit umher. Dass man sich später auch zum zweiten Mal in Folge nicht für die WM-Endrunde qualifizieren konnte, passte daher bestens ins Bild.

 

Tschechien spielte hervorragende Quali

Umso überraschender war es dann, als Tschechien nur wenige Monate nach der verpassten WM 2014 in Brasilien in der EM-Qualifikation plötzlich von Sieg zu Sieg eilte. Vier Erfolge am Stück bejubelten die Osteuropäer zum Auftakt, wo unter anderem auch die Niederlande und die Türkei bezwungen werden konnten.

Im Anschluss musste die Elf von Pavel Vrba zwar etwas Federn lassen, trotzdem genügten die insgesamt 22 gesammelten Punkte, um bei der Endabrechnung noch vor Island als Gruppensieger hervorzugehen.
 

icon statistikSumma summarum hatten die Tschechen nach 10 Spieltagen beachtliche sieben Siege zu verbuchen; nur zweimal war die „Narodak“ dagegen gänzlich leer ausgegangen.

 
Obwohl Tschechien somit in 70% seiner Qualifikation-Begegnungen die Oberhand behalten hatte, kassierten diese auffallend viele Gegentore – 14 an der Zahl, was immerhin 1,4 Gegentore pro Partie ausmacht. Gleichzeitig erwies sich die Offensive mit 19 Toren als überaus treffsicher.

Ein Umstand, der nahe legt, dass Trainer Pavel Vrba auch dazu bereit ist, Risiken einzugehen. In Frankreich werden es die Tschechen aber vermutlich deutlich defensiver angehen. Zumal es wohl kaum dem tschechischen Anspruch entsprechen dürfte, spielerisch Nationen wie Spanien oder Kroatien das Wasser zu reichen.

 
Infografik: Fußball Weltrangliste vor der EM 2016Infografik: die Rangliste im Weltfußball mit Stand 2016 – der ehemalige Zweitplatzierte Tschechien liegt vor der Europameisterschaft 2016 nur noch auf dem 25. Platz der besten Fußball Nationalmannschaften

 

Bundesliga-Spieler haben gewichtige Rolle

Hierzu mangelt es nicht zuletzt am nötigen Spielermaterial. Große Namen sucht man mit Ausnahme der inzwischen in die Jahre gekommenen Altstars Tomas Rosicky und Petr Cech im tschechischen Kader jedenfalls vergebens. Vielmehr ist es nun das Kollektiv, dass Tschechien zu einem äußerst unangenehmen Gegner macht. Dennoch ragen auch einzelne Spieler aus der Mannschaft hervor.
 

Icon FußballWie zum Beispiel der 25-jährige Zentralspieler Vladimír Darida, der bei Hertha BSC unter Vertrag steht und als Dreh und Angelpunkt im Mittelfeld dient. Auch Außenverteidiger Pavel Kaderabek, seines Zeichens Profi bei Hoffenheim, war während der Qualifikationsphase ein Dauerbrenner im tschechischen Team.

 
Als wichtigster Torschütze trat Borek Dockal von Sparta Prag während der Quali in Erscheinung. Vier Tore gingen auf das Konto des 27-Jährigen. Mit Theodor Gebre Selassie darf sich auch noch ein dritter Bundesliga-Akteur im tschechischen Nationalteam Hoffnung auf einen EM-Einsatz machen.

Der Bremen-Profi hat nach diversen Verletzungsrückschlägen zwar nur drei Quali-Einsätze auf dem Buckel, beim letzten Pflichtspiel gegen die Niederlande dürfte der 29-Jährige aber über die volle Distanz ran. Sollte der Außenverteidiger beim Auftakt am 13. Juni tatsächlich in der Startelf stehen, wartet auf ihn jedenfalls jede Menge Arbeit.

 

Schwere Gruppe

Schließlich bekommen es die Tschechen gleich zum EM-Beginn mit dem amtierenden Europameister Spanien zu tun. Gegen diesen gab es aus tschechischer Sicht bislang recht wenig zu bestellen. Während man im ersten Duell mit den Iberern (1996) noch ungeschlagen geblieben war, setzte es in den nachfolgenden Auseinandersetzungen drei Niederlagen am Stück.

Zwar liegt das letzte Aufeinandertreffen bereits über vier Jahre zurück, an der klaren Ausgangslage ändert dies aber herzlich wenig. Folglich nehmen die Tschechen auch bei den Quoten der Buchmacher zum Auftakt die klare Außenseiterrolle ein.

 

Wann scheidet Tschechien bei der EM 2016 aus?

 

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Tschechien ist in der Gruppenphase ausgeschieden.

 

Wirklich ernst wird es für das Team von Pavel Vrba ohnehin erst danach. Dann nämlich trifft Tschechien im 42.000 Besucher fassenden Stade Geoffroy-Guichard in Saint-Étienne auf die Kroaten. Erst einmal standen sich beide Nationen im Rahmen eines Länderspiels gegenüber. 2011 gastierte Tschechien bei einem freundschaftlichen Testspiel in Kroatien, wo man allerdings eine deutliche 2:4-Niederlage kassierte.

Diesmal erwarten die Buchmacher die Mannschaften allerdings nahezu auf Augenhöhe – zumindest laut Quoten. Mannschaftlich dürften die Kroaten, in deren Reihen sich namhafte Spieler wie Mario Mandzukic, Luka Modric oder Ivan Rakitic befinden, zwar leicht im Vorteil sein, gerade bei Großereignissen waren die Balkan-Kicker den hohen Erwartungen allerdings nur in seltenen Fällen (bspw. EM 2008) gerecht geworden.

 

EM 2016 Spielorte

 

Die wohl größten Chancen auf einen tschechischen Dreier bestehen allerdings im letzten Gruppenspiel gegen die Türkei. Dieser Meinung sind auch die Wettanbieter, die den Tschechen sogar die leicht besseren Erfolgschancen in Aussicht stellen. Der Grund: Schon in der Qualifikation vermochte es die „Narodak“, gegen die Halbmond-Kicker im Hinspiel einen vollen Erfolg einzufahren.

Im Retourspiel waren es dagegen die Türken, welche mit 2:0 die Oberhand behielten. Da die Vrba-Elf zu jenem Zeitpunkt ihr Endrunden-Ticket allerdings bereits gelöst hatte, wäre es gut möglich, dass sich der eine oder andere tschechische Nationalspieler bei dieser Begegnung geistig schon in Frankreich befand.

 

Die Spiele von Tschechien von 13. bis 21. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
13.06.15:00Spanien – TschechienBet365 Logo1,454,509,001:0
17.06.18:00Tschechien – KroatienInterwetten Logo4,103,501,902:2
21.06.21:00Tschechien – TürkeiTipico Logo2,353,303,100:2

 

Chancen und Achtelfinale

Obzwar die starke Qualifikation in Tschechien Hoffnungen auf eine ebenso erfolgreiche Europameisterschaft wecken, wären die Fans gut beraten, die Erwartungen etwas nach unten zu korrigieren. Erst recht, angesichts der Tatsachse, dass die Osteuropäer in eine der schwersten Gruppen bei der diesjährigen Europameisterschaft gelost wurden.

 
Die EM-Bilanz von Tschechien

  • 1996/England: Finalniederlage gegen Deutschland
  • 2000/Niederlande und Belgien: Vorrunden-Aus
  • 2004/Portugal: Halbfinale
  • 2008/Österreich und Schweiz: Vorrunden-Aus
  • 2012/Polen u. Ukraine: Viertelfinale

 

Ein Blick auf die Quoten der Buchmacher liefert die Bestätigung. So erhalten Tipper, die Tschechiens EM-Aus schon in der Vorrunde kommen sehen, auch die niedrigsten Quoten. Fast den zweifachen Gewinn gibt es dagegen, erreicht Tschechien das EM Achtelfinale.

Immerhin noch deutlich wahrscheinlicher, als ein Viertelfinaleinzug, der bei den Sportwetten bereits Multiplikatoren jenseits der 4,00-Marke bietet. Kein Wunder: In Anbetracht dessen, dass Platz eins wohl für Spanien reserviert ist, winken bei einer erfolgreichen Qualifikation bereits in der ersten K.o.-Runde Duelle mit großen Kalibern.

 
icon fazitSo stehen Tschechien als Gruppendritter Begegnungen mit England oder Gastgeber Frankeich bevor und selbst im überraschenden Fall, dass sich die „Narodak“ hinter den Iberern Platz zwei schnappt, ist kaum Besserung in Sicht, gilt es doch dann gegen den Sieger aus Gruppe E (Italien, Belgien) zu bestehen.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

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