Nachdem die Slowakei vor sechs Jahren ihre WM-Premiere feierte, geben die Osteuropäer nun erstmals auch bei einer kontinentalen Endrunde ihre Visitenkarte ab – und natürlich möchte das Team nach Möglichkeit auch in Frankreich zumindest die Vorrunde überstehen.

Dass die Mannschaft von Jan Kozak an ihren Aufgaben wachsen kann, hatte bereits das Turnier in Südafrika aufgezeigt; nach eher enttäuschenden Auftritten gegen Neuseeland und Paraguay nahmen die Slowaken sensationell den damaligen Weltmeister Italien aus dem Rennen.
 

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Nach einer längeren Künstlerpause gelang es dann vor knapp zwei Jahren auch im Rahmen der EM-Qualifikation, an jenen Paukenschlag anzuknüpfen; mit einem 2:1-Erfolg gegen den Titelverteidiger aus Spanien wurde der nächste europäische Fußball-Gigant nass gemacht.

Da den Slowaken derartige Sternstunden jedoch nur alle Jubeljahre vergönnt gewesen waren, halten sich die Wettanbieter vor der EM dennoch mit allzu optimistischen Annahmen zurück: Gegen Wales, Russland und England wird dem Debütanten lediglich der letzte Platz der Gruppe B in Aussicht gestellt.

 

Wie weit kommt die Slowakei bei der EM 2016?

 

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Europameister
Finale
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Achtelfinale
Gruppensieg

Die Slowakei ist im Achtelfinale ausgeschieden.

 
Diese ernüchternde Prognose wird nicht zuletzt auch von der aktuellen Fußball-Weltrangliste gestützt. Die „nur“ auf dem 26. Rang geführten Slowaken hecheln sämtliche drei Vorrundengegner mit einem mehr oder weniger großen Abstand hinterher.

 

Als Blitzstarter zur Europameisterschaft

Allerdings ist hier einschränkend anzumerken, dass es für die Slowaken in dieser Rangliste erst seit jener Zeit ein gutes Stück nach unten ging, als es das Team kurz vor der endgültigen Qualifikation allmählich mit der Angst vor der eigenen Courage zu tun bekam.

 
BallGerade bei den ersten Auftritten der Ausscheidung tat die Mannschaft dagegen alles dafür, um so schnell wie möglich unwiderrufliche Tatsachen herbeizuführen: Nach den ersten sechs absolvierten Spieltagen thronte die Slowakei ohne einen einzigen Verlustpunkt an der Spitze.
 

Nach dem überraschenden Auswärtssieg in der Ukraine hatte vor allem der bereits erwähnte Triumph gegen Spanien zur Folge, dass sich die slowakische Auswahl plötzlich zu einem Überflieger entwickelte – erst die verdiente 0:2-Schlappe im Rückspiel führte schließlich zu einem erkennbaren Bruch.

Dass die Spitzenposition an den amtierenden Europameister herausgegeben werden musste, schien für die Spieler insbesondere in psychischer Hinsicht eine Bürde zu sein; in der Folge wurde dann auch gegen die Ukraine (0:0) und Weißrussland (0:1) der vorzeitige Sprung zur EM verpasst.

 

Video: Die Slowaken starteten fulminant in die Qualifikation und sind erstmals bei einer EM-Endrunde dabei.
(Quelle: YouTube/PalinhoTV )

 
Wie sehr der Auswahl der kleine Einbruch auf das Nervenkostüm schlug, wurde zu guter Letzt sogar im dankbaren Gruppenfinale gegen Luxemburg (4:2) ersichtlich; trotz der komfortabel anmutenden 3:0-Führung zur Halbzeit wurde es nach dem Wiederanpfiff fast noch einmal eng.

Doch obwohl der Trend somit mit dem Näherrücken der EM immer mehr nach unten zeigte, kann die Slowakei die bewältigende Qualifikation trotzdem als eine Erfolgsgeschichte verkaufen – so war insbesondere nicht damit zu rechnen, dass sich das Team in der Endabrechnung vor der Ukraine platziert.

 

Wird bereits die Gruppenphase zur Tortur?

Nachdem die Mannschaft zuletzt in der Quali mit der ungewohnten Rolle des Gejagten sichtlich fremdelte, dürfen sich die Slowaken vor der Europameisterschaft obendrein darüber freuen, dass ihnen in Frankreich wieder die angestammte Position des hungrigen Außenseiters sicher ist.

In der Vorrundengruppe B wird das Team von den Wettanbietern schließlich in allen drei Spielen mit einer ungünstigen Prognose ins Rennen geschickt; selbst beim Auftakt gegen das Überraschungsteam aus Wales trauen die Bookies den Osteuropäern nicht so richtig über den Weg getraut.
 

DetailDass die „Dragons“ bei ihrer allerersten EM-Teilnahme gezwungenermaßen auf eine One-Man-Show von Garreth Bale hoffen, scheint den Buchmachern somit deutlich näher als der kollektivistische Ansatz der Slowaken zu sein, wo vor allem Sekundärtugenden die bisweilen fehlende Klasse ersetzen.

 
Dennoch stellen die vergleichsweise dicht beieinanderliegenden EM Quoten klar, dass der vermeintliche Herausforderer in Bordeaux keinesfalls einer aussichtslosen Mission entgegensieht – ein slowakischer Sieg zum Auftakt der Endrunde wäre fraglos alles andere als eine Sensation.

 
Infografik zur Slowakei bei der Fußball EM 2016Die Slowakei konnte sich erstmals für eine Endrunde der Fußball Europameisterschaft qualifizieren, dementsprechend gilt die Teilnahme an der EM 2016 als bisher größter Erfolg auf europäischer Ebene.

In Frankreich gilt es für die Nummer 32 der aktuellen FIFA-Weltrangliste nun erst einmal, die Gruppenphase gegen drei unangenehme Gegner zu überstehen.

 

Ein Fest für risikofreudige Tipper

Dass dennoch schon gegen Wales eine ganze Menge Druck auf den slowakischen Schultern lastet, ist auf das ungleich anspruchsvollere Restprogramm auf dem EM Spielplan zurückzuführen; sowohl gegen Russland als auch gegen die Three Lions dürfte das Punkten schließlich deutlich schwerer fallen.

Gerade die bereits mehrfach nachgewiesenen Favoritentöter-Qualitäten lassen den Debütanten aber selbst in diesen Spielen nicht als chancenlos erscheinen – zumal das zu schlagende Duo bei großen Endrunden oftmals seine ganz eigenen Probleme hat.

 

Pro-ContraSo blieb etwa die Sbornaja zuletzt bei der WM in Brasilien jeden Nachweis schuldig, bei den Vorbereitungen auf das Heim-Turnier in zwei Jahren auch nur ein kleines Stück vorangekommen zu sein – am Zuckerhut kam der Vize-Europameister von 1988 noch nicht einmal an Algerien vorbei.

 

Auch von der jüngsten EM-Quali waren keinerlei Heldentaten der Russen zu vermelden; nach zwei Niederlagen gegen den Gruppensieger aus Österreich wurde nur dank eines knappen 1:0-Erfolgs gegen Schweden zumindest der zweite Platz gerettet.

Angesichts der zu Holprigkeiten neigenden Vergangenheit ist der Gedanke gar nicht so abwegig, dass sich die Sbornaja nun möglicherweise auch gegen die Slowakei eine Blöße gibt – und eben eine solche Aussage scheint auch bezüglich der englischen Auswahl gerechtfertigt zu sein.

 

Wann scheidet die Slowakei bei der EM 2016 aus?

 

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Finalniederlage
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppenphase

Die Slowakei ist im Achtelfinale ausgeschieden.

 

Immerhin ist es mittlerweile zu einer liebgewonnenen Gewohnheit geworden, dass sich die Three Lions bei großen Turnieren unter aller Kanone präsentieren; folglich rief bei der EM vor vier Jahren bereits das Überstehen der Vorrunden offen zur Schau gestellte Erleichterung hervor.

Die tadellosen Leistungen in der Qualifikation könnten zwar ein Hinweis darauf sein, dass dem Mutterland des Fußballs ein neuer Anfang gelungen ist; diese Vermutung muss nun allerdings auch erst einmal beim Eintreten des bevorstehenden Ernstfalls bestätigt werden.

 
Für die Slowaken bedeutet dies ganz praktisch, dass das Team nach einem durchaus denkbaren Auftaktsieg gegen Wales auch in den weiteren beiden Gruppenspielen noch auf den einen oder anderen Bonus-Zähler spekulieren kann.
 

Dafür, dass die Wettanbieter den Wetteinsatz mehr als verdoppeln, wenn den Slowaken die Qualifikation für das Achtelfinale gelingt, ist es um die Aufstiegschancen bei Licht betrachtet möglicherweise gar nicht so schlecht bestellt.

 

Die Spiele der Slowakei von 11. bis 20. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
11.06.18:00Wales – SlowakeiBet365 Logo2,873,002,872:1
15.06.15:00Russland – SlowakeiInterwetten Logo2,403,303,001:2
20.06.21:00Slowakei – EnglandTipico Logo5,103,301,820:0

 

Das Viertelfinale ist nicht unerreichbar

Bleibt es dennoch reine Spekulation, ob dem als Außenseiter geführten Debütanten tatsächlich der Sprung über die Vorrunden-Klippe gelingt, müssen die Prognosen bezüglich des weiteren Turnierverlaufs naturgemäß noch etwas mehr im Ungefähren bleiben.

Als gesichert darf aber zumindest angenommen werden, dass die Qualifikation als „lucky loser“ über den 3. Tabellenplatz nur einen geringen Wert besitzt: In diesem Fall bekämen es die Slowaken mutmaßlich bereits in der ersten K.-o.-Runde mit Deutschland oder Spanien zu tun.

 
KalkulationSehr viel bessere Perspektiven täten sich dagegen auf, wenn – wie auch immer – in der Endabrechnung der zweite Rang in Besitz genommen werden kann; als mögliche Gegner aus der Gruppe F kämen hier etwa Österreich oder Island in Frage.
 

Auf den Gewinner dieses Achtelfinales würde dann jedoch in der Runde der besten acht Mannschaften der Sieger der ersten Vorrundengruppe warten – und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sollte es sich dabei nicht um den Gastgeber aus Frankreich handeln.

 
Infografik: Marktwert Spieler Slowakei EM 2016

Infografik: Der bei Neapel spielende Marek Hamsik ist der Star im slowakischen Team.

 
Demzufolge bekämen die Slowaken wohl selbst im besten aller Fälle exakt eine Woche vor dem großen Finale ihr ganz eigenes Endspiel bei der Europameisterschaft kredenzt: Spätestens hier müsste Nationalcoach Kozak dann beweisen, dass er fußballerische Wunder vollbringen kann.

 

Hamsik soll die Fäden ziehen

Der Blick auf den slowakischen Kader liefert allerdings eine schlüssige Erklärung dafür, warum die Buchmacher bereits die Teilnahme am Viertelfinale als äußerst unwahrscheinlich erachten: Europäisches Top-Format ist innerhalb dieses Teams schließlich nur spärlich gesät.

 

GlühbirneMit Innenverteidiger Skrtel und Neapels Antreiber Hamsik hat die Nationalelf bei der Reise nach Frankreich nur zwei echte Leuchttürme an Bord; darüber hinaus füllen etliche verlässliche, aber eben nicht überragende Akteure wie der Herthaner Pekarik die Reihen auf.

 
Als besondere Schwachstelle ist vorab der Angriff anzusehen, der schon vor einiger Zeit in die Jahre gekommen ist: Mit Vittek oder Nemec führen in der Offensive diverse Spieler Regie, denen zuletzt in der Bundesliga nicht einmal mehr das Prädikat „zweitligatauglich“ beschieden war.

Derartige Schwächen wusste die Mannschaft jedoch bereits in der Qualifikation äußerst erfolgreich zu kompensieren: Folglich könnte sich – ganz nach dem Motto von Dirk Schuster – nun auch bei der EM zeigen, dass die slowakische Mentalität der größeren Qualität so mancher Gegner am Ende überlegen ist.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

alle Wettquoten zur EM 2016 im Überblick