Einst gehörte die Sbornaja zu den erfolgreichsten Nationalmannschaften des europäischen Kontinents. Fünf Olympiamedaillen, ein Europameistertitel sowie der vierte Platz bei der WM 1966 standen für die UdSSR bis zu ihrem Zerfall zu Buche.

Seit die FIFA den russischen Verband als legitimen Nachfolger des sowjetischen Nationalteams auserkor, müssen im Zarenreich fußballerisch allerdings kleinere Brötchen gebacken werden.
 

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So nahm Russland in der postsowjetischen Ära zwar immerhin an sieben Großereignissen teil, über die Vorrunde hinaus war man dabei aber nur ein einziges Mal gekommen.

Namentlich bei der Europameisterschaft 2008, wo die Sbornaja sogar bis ins Halbfinale vordrang, nachdem zuvor stark aufspielende Niederländer aus dem Turnier geworfen wurden. In der Runde der besten Vier zog der russische Bär gegen den späteren Europameister Spanien dann allerdings erwartungsgemäß den Kürzeren.

 

Wie weit kommt Russland bei der EM 2016?

 

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Europameister
Finale
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppensieg

Russland ist in der Gruppenphase ausgeschieden.

 

Nichtsdestotrotz war es dem russischen Team damit gelungen, sein Standing im Weltfußball signifikant zu verbessern. Allerdings verabsäumte es Russland, bei den nachfolgenden Turnieren an die damaligen Leistungen anzuknüpfen.

 
em2016 russlandNeben der verpassten Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 bekleckerten sich die Russen auch bei ihren beiden jüngsten Endrundenteilnahmen 2012 (EM) und 2014 (WM) nicht gerade mit Ruhm, als diese trotz machbarer Gruppenkonstellation jeweils in der Vorausscheidung die Segel strichen.
 

Vor allem das frühe Aus bei der bis dato letzten Europameisterschaft schmerzt aus russischer Sicht auch heute noch. Obwohl die Sbornaja mit einem 4:1 über Tschechien einen Start nach Maß hinlegte und auch im Anschluss gegen Gastgeber Polen punkten konnte, gab die damals von Dick Advocaat betreute Elf ihre gute Ausgangslage noch im letzten Gruppenspiel gegen zuvor sieglose Griechen aus der Hand.

In Frankreich soll erstmals seit 2008 die Vorrunde bei einem Fußball-Großereignis überstanden werden.

 

Bei der Euro 2008 eliminierte Russland im Viertelfinale mit den Niederlanden einen der großen EM-Favoriten
(Quelle: YouTube/Soccer Goals)

 

Angesichts dessen, dass heuer bis zu drei Mannschaften pro Gruppe den Sprung ins EM Achtelfinale bewältigen können, stehen die Chancen hierfür schon mal nicht schlecht.

Trotz alledem gilt es aus russischer Sicht, die Konkurrenz in Gruppe B nicht zu verkennen. Neben dem Favoriten England erheben nämlich auch Wales und die Slowakei zurecht Ansprüche auf ein Achtelfinalticket.

 

Kaum Legionäre

Eine Besonderheit des russischen Nationalteams stellt die recht heterogene Zusammensetzung des Kaders dar. Während bei vielen Mannschaften unzählige Legionäre zum Einsatz kommen, schenkt Russland sein Vertrauen überwiegend Spielern aus der heimischen Premjer Liga.

So sind vom EM-Quali-Kader aktuell bloß zwei russische Teamspieler bei einem ausländischen Klub engagiert. Namentlich Real-Profi Denis Cheryshev, der momentan an den FC Valencia verliehen ist sowie Aleksandr Kerzhakov, seines Zeichens Leih-Spieler beim FC Zürich. Ersterer wird in Frankreich aufgrund einer Verletzung aber auf jeden Fall fehlen.

 
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Die übrigen Nationalspieler jagen dagegen in der russischen Liga dem Ball nach. Ein Umstand, der allerdings nicht überall auf Begeisterung stößt. So hatte sich bereits Ex-Trainer Fabio Capello lautstark darüber echauffiert, dass das Fehlen qualitativer Legionäre die Entwicklung des russischen Nationalteams hemmt.

 
speech_bubble„Im Ausland spielen hilft jedem, sich zu verbessern und zu reifen. Wenn man immer nur in der eigenen Liga spielt und sich nicht mit anderen Umständen auseinandersetzen muss, ist es schwieriger, sich zu steigern.“

 
Beispiele, die Capellos Aussage bekräftigen, gibt es im russischen Nationalteam zuhauf. So waren etwa Aleksandr Kokorin und Alan Dzagoev (beide 25) vor einigen Jahren noch große Karrieren prophezeit worden, zum Auslands-Engagement kam es jedoch ebenso wenig wie zur großen Weltkarriere.

Allerdings wäre es zu einfach, sämtliche Probleme auf die Spieler abzuwälzen. Auch Capello selbst muss sich an dieser Stelle an die eigene Nase fassen.

 

Capello-Rauswurf hauchte Russland neues Leben ein

Nachdem die Mannschaft schon bei der WM 2014 in Brasilien weit hinter den eigenen Erwartungen geblieben war, vermochte es die Capello-Elf auch bei der anschließenden Qualifikation zur EM nur selten zu überzeugen.

Zwar war der Start mit dem Pflichtsieg gegen Liechtenstein sowie einem Remis in Schweden noch recht vielversprechend verlaufen, mit fortlaufender Qualifikation geriet Russland jedoch zusehends in die Bredouille.

Nach zwei Niederlagen gegen furiose Österreicher sowie einer für Russland fast schon blamablen Punkteteilung mit Moldawien rutschte der EM-Semifinalist von 2008 auf den dritten Rang ab. Aufgrund dessen, dass zu jenem Zeitpunkt Montenegro bloß einen Rückstand von drei Zählern aufwies, lag selbst ein direktes Quali-Aus der Sbornaja in der Luft.

Für die Verantwortlichen war dies jedenfalls Grund genug, nach drei Jahren die Reißleine zu ziehen und Capello vor die Tür zu setzen. Eine Maßnahme, die sich alsbald bezahlt machen sollte.
 

Icon FußballDenn unter Nachfolger Leonid Slutski, der nebenher auch noch die Fäden beim russischen Top-Klub CSKA Moskau zieht, entfachte der russische Bär seine wahren Kräfte und blieb in den verbliebenen vier Quali-Spielen ohne jeden Punktverlust. Dies hatte zur Folge, dass Russland in der Tabelle an den Schweden vorbeizog und so noch ein Direkt-Ticket für die EM ergattern konnte.

 
Den nachfolgenden Testspielsieg gegen Portugal hinzugerechnet, legte Slutski einen unglaublichen Einstand von fünf Siegen am Stück hin, ehe eine 1:3-Niederlage gegen Kroatien im November zumindest vorläufig für ein Ende des russischen Erfolgslaufes sorgte.

 

Buchmacher: Russland kommt zumindest ins Achtelfinale

Der Aufbruchsstimmung im Zarenreich tat die Testspielniederlage gegen den EM-Teilnehmer jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Erwartungen sind nach wie vor hoch. Erst recht, in Anbetracht der Tatsache, dass die kommende Europameisterschaft auch als Generalprobe für die bevorstehende WM im eigenen Land dient.

Die Chance, dass Russland in Frankreich sein bisher bestes EM-Ergebnis (2008) toppen kann, ist laut Buchmacher jedoch äußerst gering, bedarf es dazu doch nicht weniger als eines Finaleinzuges, der bei den Sportwetten mit ähnlichen Multiplikatoren ausgestattet wurde wie jener von Gruppenkonkurrenten Wales.

 

Wann scheidet Russland bei der EM 2016 aus?

 

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Finalniederlage
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppenphase

Russland ist in der Gruppenphase ausgeschieden.

 

Weitaus plausibler erscheint dem Buchmacher da schon der abermalige Einzug unter die letzten vier Mannschaften. Die niedrigsten Quoten erhalten Tipper allerdings bei einem Russland-Aus im Achtelfinale.

 
icon checkSchaffen es die Russen, den Aufschwung unter Slutski bis zur Europameisterschaft 2016 aufrechtzuerhalten, sollte die Gruppen Phase für die Osteuropäer in der Tat kein allzu großes Problem darstellen.

 
Zumal der russische Bär mit England, Slowakei und Wales drei Gegner vor die Brust bekommt, die an einem guten Tag allesamt schlagbar erscheinen.

 

Schlager schon zum Auftakt

Dass man mit England gleich zu Beginn des Turniers auf den vermeintlich stärksten Kontrahenten der Gruppe trifft, könnte für Russland ebenfalls von Vorteil sein. Immerhin ist es gut denkbar, dass es die Three Lions zum Start erst einmal ruhiger angehen werden und das Risiko erst mit fortschreitenden Turnierverlauf erhöhen.

Hinzu kommt, dass die Buchmacher Russland gegen den Gruppenfavoriten alles andere als chancenlos erachten – das belegen englische Siegquoten von über 2,00. Ein Mitgrund dafür könnte die gute Bilanz der Sbornaja sein:

Zweimal standen sich beide Teams seit dem UdSSR-Zerfall gegenüber, wobei jeweils ein Sieg bzw. eine Niederlage zu Buche stehen. Beide Duelle datieren jedoch vom Jahr 2007 und liegen somit einige Zeit zurück.
 

EM 2016 Gruppe B

EM 2016 Gruppe B mit England, Russland, Wales und der Slowakei

Deutlich mehr Erfahrungen weisen die Russen dagegen mit der Slowakei auf. Sechsmal kreuzten beide Nationen bislang ihre Klingen, nur zweimal endete das Kräftemessern allerdings mit einem russischen Sieg. Dem gegenüber stehen gleich drei Unentschieden sowie eine Niederlage. Den bis dato letzten Vergleich 2014 entschied Russland hingegen für sich (1:0).

Grundsätzlich sind die Slowaken aber nur schwer auszurechnen; ein Blick auf deren Quali-Ergebnisse untermauert dies. So wurden einerseits Sieg über den amtierenden Europameister Spanien sowie die Ukraine gefeiert, andererseits waren Hamsik und Co. nicht darum verlegen, sich gegen Weißrussland eine blamable 0:1-Heimniederlage einzufangen.

 

Die Spiele von Russland von 11. bis 20. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
11.06.21:00England – RusslandBet365 Logo1,903,305,001:1
15.06.15:00Russland – SlowakeiInterwetten Logo2,403,303,001:2
20.06.21:00Russland – WalesTipico Logo2,653,102,850:3

 

Eine ähnliche Wundertüte dürfte auch Wales darstellen. Die Drachen haben in der Gruppenphase mit einem starken zweiten Rang mehr als überzeugt und sogar den EM-Mitfavoriten Belgien ganze vier Punkte abtrotzen können.

Gegen Ende der Qualifikation hatten die Waliser allerdings mit einer abflachenden Formkurve zu kämpfen. Doch selbst an einem schwächeren Tag sind die Waliser keinesfalls zu unterschätzen, befindet sich in deren Reihen doch immerhin ein gewisser Gareth Bale, der schon so manche Partie im Alleingang entschieden hat.

 

Platz zwei ist Muss

Plant Russland einen längeren Aufenthalt in Frankreich, scheint das Erreichen von Platz zwei in der Gruppenphase aber unabdingbar.
 

Icon InfoNicht nur, dass als Gruppendritter die große Rechnerei beginnen würde, auch die möglichen Kontrahenten im Achtelfinale der EM 2016 hätte es mit Titelverteidiger Spanien oder Weltmeister Deutschland in sich.

 
Wohingegen der anvisierte zweite Rang hinter England ein Duell gegen den Zweiten aus Gruppe F mit sich brächte. Geht man davon aus, dass Portugal seiner Favoritenrolle gerecht wird, wäre das dann entweder Island, Ungarn oder Österreich.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

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