Es kann wohl als denkbar gutes Omen aufgefasst werden, dass Kroatien ausgerechnet in Frankreich sein bis dato bestes Ergebnis bei einem fußballerischen Großereignis einfahren konnte. Dies geschah allerdings nicht im Rahmen eines kontinentalen Kräftemessens, sondern bei einer Weltmeisterschaft.

Bei der WM 1998 stürmte Kroatien, damals bereits unabhängig von Jugoslawien, überraschend bis ins Halbfinale vor, wo man sich letzten Endes dem Gastgeber und späteren Weltmeister Frankreich knapp geschlagen geben musste. Als Trostpreis war es den tapfere Balkan-Kicker aber zumindest gelungen, im nachfolgenden Spiel um Platz drei gegen die Niederlanden zu bestehen.
 

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Nicht ganz so erfolgreich war Kroatien dagegen bislang bei Europameisterschaften. Seit 1996 stehen vier Endrundenteilnahmen zu Buche, über das Viertelfinale hinausgekommen waren die Kroaten dabei allerdings nie.

Das soll sich in Frankreich allerdings ändern, wenngleich es aufgrund der Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Teams inzwischen eine K.o.-Runde mehr zu bewältigen gibt. Im Gegenzug haben sich die Qualifikationsanforderungen in der Gruppenphase gelockert.

 
risikoHatte bei den vorangegangenen Europameisterschaften ein dritter Rang bereits das sichere Turnier-Aus bedeutet, so erhalten heuer sogar die besten Drittplatzierten noch ein Ticket für das EM-Achtelfinale.
 

Wie weit kommt Kroatien bei der EM 2016?

 

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Europameister
Finale
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppensieg

Kroatien ist im Achtelfinale ausgeschieden.

 

Gerade den Kroaten dürfte diese Regeländerung durchaus in die Karten spielen. Zwar gelten die Karoträger in Gruppe D neben Spanien als der heißester Aufstiegskandidat, mit Tschechien und der Türkei rittern allerdings noch zwei weitere unangenehme Gegner um ein Achtelfinal-Ticket mit.

Folglich lässt es sich aus kroatischer Sicht wohl wesentlich entspannter mit dem Wissen ins Turnier gehen, auch im Falle eines unerwarteten Lapsus immer noch relativ gute Chancen auf ein Weiterkommen zu haben. Geht es nach der Topfeinteilung, sollten sich die Kroaten aber ohnedies als zweite Kraft hinter den Spaniern einordnen können.

 

Kleines Land, große Qualität

Obwohl das Land mit seinen gerade einmal 4,28 Millionen Einwohner zu den Zwergen des europäischen Kontinents gehört, mischt der kleine Balkan-Staat mit seinem Nationalteam schon seit Jahren im Weltfußball ganz vorne mit. Ihren Höhepunkt erreichten die „Kockasti“ unmittelbar nach der erfolgreichen WM 1998, als man in der Weltrangliste zwischenzeitlich den dritten Rang eingenommen hatte.
 

Aktuell (März) spuckt das FIFA-Ranking das kroatische Nationalteam zwar „nur“ auf Rang 18 aus, allerdings liegt man damit immer noch sechs Plätze vor Gastgeber Frankreich, der bekanntlich zu den großen Turnierfavoriten zählt.

 
Wobei es sich über die Aussagekraft solcher Ranglisten ohnehin vortrefflich streiten lässt. Einigkeit herrscht hingegen darüber, dass sich im kroatischen Kader jede Menge spielerische Qualität befindet.

Während in der Defensive so klingende Namen wie Darijo Srna (Donezk) oder Dejan Lovren (Liverpool) den Takt vorgeben, geigen im Mittelfeld die beiden Real-Profis Luka Modric und Mateo Kovacic sowie Ivan Rakitic (Barcelona) oder der ehemalige Wolfsburger Ivan Perisic (Inter Mailand) auf.

 
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Auch im Angriff können Männer vom Balkan dank Ex-Bayern-Profi Mario Mandzukic mit einem prominenten Namen auftrumpfen, wenngleich die Lage dahinter nicht ganz so rosig aussieht, nachdem mit Ivica Olic kürzlich ein langjähriger Wegbegleiter seinen Rücktritt aus dem Nationalteam verkündete.

Für ihn müssen bei der Euro nun andere in die Bresche springen, beispielsweise Hoffenheim-Leihspieler Andrej Kramaric, der in sechs Quali-Einsätzen immerhin zwei Tore erzielt hat. Der 24-Jährige ist allerdings nicht der einzige Bundesliga-Kicker, der bei der Euro – vermutlich – im kroatischen Kader aufscheinen wird.

Auch Leverkusens Tin Jedvaj darf sich wohl Hoffnungen auf einen EM-Einsatz machen, auch wenn der 20-Jährige bei der Quali trotz Einberufung keine Spielminute auf dem Feld stand – was wohl auch damit zusammenhing, dass die Qualifikation für Kroatien kein Zuckerlecken gewesen ist und man folglich lieber dem angestammten Personal das Vertrauen schenkte.

 

Probleme in der EM-Qualifikation

So wussten die Balkan-Kicker bis zum letzten Spieltag nicht, ob es für sie ins ungeliebte Playoff gehen würde. Da Italien im Parallelspiel gegen Norwegen allerdings die erhoffte Schützenhilfe leistete, ersparten sich die „Vatreni“ (zu Deutsch „die Feurigen“) ein mögliches Playoff-Duell.

 

Die Abschlusstabelle der EM-Quali-Gruppe H
PlatzTeamG | U | VToreDifferenzPunkte
1.Italien7 | 3 | 016:7+924
2.Kroatien6 | 3 | 120:5+1520
3.Norwegen6 | 1 | 313:10+319
4.Bulgarien3 | 2 | 59:12-311
5.Aserbaidschan1 | 3 | 57:18-116
6.Malta0 | 2 | 83:16-132

 
Dass es für die Kroaten überhaupt noch einmal so eng in der Quali geworden ist, verdanken diese einerseits dem Leistungseinbruch im September, als man gegen Aserbaidschan remisierte und anschließend in Norwegen mit 0:2 unterlag, andererseits einigen Fans, die mit einer geschmacklosen Aktion – ein in den Rasen gesprühtes Hakenkreuz – einen Punkteabzug für Kroatien bewirkten.

Während sich der eigene Anhang aber so schnell wohl nicht zum Besseren bekehren lassen wird, konnte zumindest aus der sportlichen Misere rechtzeitig ein Ausweg gefunden werden. Just in dem Moment, als Trainer Niko Kovac aufgrund der Niederlage in Norwegen seine Sachen packen musste, ging es mit den Ergebnissen wieder bergauf.
 

icon statistikZuletzt feierte Kroatien gegen Bulgarien, Malta und Russland drei Siege am Stück, wobei die beiden ersten Erfolge noch im Rahmen der EM-Qualifikation eingefahren wurden.

Für Kovac-Nachfolger Ante Cacic macht dies in Summe eine perfekte Ausbeute von drei Siegen in drei Spielen.

 
Dabei war dessen Verpflichtung von vielen anfangs alles andere als positiv aufgenommen worden.

Kein Wunder, führt der 62-Jährige in seiner Vita doch Engagements bei Dinamo Zagreb oder NK Maribor als absolute Höhepunkte in seiner Trainerkarriere an. Nach der erfolgreichen EM-Quali haben sich die Wogen aber inzwischen wieder geglättet und die Vorfreude auf die Euro hat das ganze Land gepackt.

 

Kroatische Fans sorgten in der Quali immer wieder für Radau, so auch beim Hinspiel gegen Italien im San Siro Stadion (Quelle: Youtube/xygama77 ).

 

Kroatien im Halbfinale? Wieso nicht?

Wie fast bei jedem Großereignis der vergangenen Jahre gehen die Kroaten als gefährlicher Außenseiter ins Turnier. Den großen Triumph scheinen die Buchmacher den Balkan-Kicker zwar nur mit viel Bauchweh zuzutrauen, zumindest in puncto einer Halbfinal-Teilnahme rechnen die Wettanbieter den „Kockasti“ allerdings gute Chancen aus, wie Quoten im einstelligen Bereich bezeugen.

 

Wann scheidet Kroatien aus?

 

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Finalniederlage
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppenphase

Kroatien ist im Achtelfinale ausgeschieden.

 

Dass es das kroatische Nationalteam womöglich verabsäumen könnte, in die K.o.-Phase einzuziehen, daran möchten die Quotenjongleure hingegen nicht so recht glauben. Dabei steht außer Frage, dass Kroatien in einer der schwersten Gruppen bei der diesjährigen Euro gelandet ist.

Neben dem amtierenden Doppeleuropameister Spanien gesellen sich mit der Tschechien und Türkei noch zwei Mannschaften dazu, die in der Qualifikation immerhin die Niederlande auf die hinteren Plätze verwiesen haben.

 

Kroatien trachtet gegen Türken nach Revanche

Vor allem mit letzterer Nation verbinden die Kroaten keine guten EM-Erlebnisse. Obwohl Kroatien bei der Euro 2008 in der Gruppenphase Platz eins vor Deutschland belegte, sollte sich der Traum vom erstmaligen EM-Titel schon nach dem Viertelfinale zerschlagen haben.

Verantwortlich hierfür zeichnete die Türkei, die in der Verlängerung zwar nach 119 (!) Minuten mit 0:1 in Rückstand geraten war, postwendend jedoch wieder den Ausgleich erzielte und sich im Elfmeterschießen später durchsetzte. Eben jene Türkei gilt es in Frankreich nun schon zum Auftakt zu bezwingen. Schließlich würde eine Niederlage den Druck für die Kroaten bereits enorm in die Höhe schrauben.

 
Icon FußballWenngleich die Halbmond-Kicker sicherlich nicht mehr an den alten Erfolgen zu messen sind, dürfen diese keinesfalls unterschätzt werden. Auch in der Quali hatten viele die Türken bereits abgeschrieben, als diese in den ersten fünf Spielen gerade mal einen einzigen Erfolg gegen Kasachstan verbuchten.
 

Dank einer überragenden Rückrunde, in der die Türkei nicht nur die beiden Gruppenleader Tschechien und Island schlug, sondern auch die EM-Träume der Niederländer mit einem schnörkellosen 3:0-Sieg zunichtemachte, fixierte die Truppe von Fatih Terim dann aber doch noch als bester Gruppendritter ein Direkt-Ticket für die EM.

 

Im Achtelfinale warten harte Brocken

Den Sieg holten sich in dieser Qualifikation-Gruppe jedoch überraschend die Tschechen, die am 2. Spieltag auf Kroatien treffen. Für die Karoträger könnte dieses Spiel jedenfalls bereits entscheidenden Charakter besitzen, vor allem, sollte dem Auftaktspiel gegen die Türkei kein Sieg entsprungen sein.

 

Die Spiele von Kroatien von 12. bis 21. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
12.06.15:00Türkei – KroatienBetsafe Logo4,203,402,050:1
17.06.18:00Tschechien – KroatienNetbet Logo4,603,201,952:2
21.06.21:00Kroatien – SpanienInterwetten Logo4,402,702,202:1

 

Ungeachtet dessen, dass auch in dieser Partie die Kroaten in der Favoritenrolle sein werden, ist einmal mehr höchste Vorsicht geboten. Mit sieben Siegen aus 10 Spielen hinterließen die Tschechen in der Quali jedenfalls einen bleibenden Eindruck. Die ganz großen Zeiten hat das Team von Pavel Vrba aber freilich hinter sich. Selbiges hatte man nach der blamablen WM in Brasilien auch im Fall von Spanien angenommen.

Inzwischen scheinen die Iberer den Generationenwechsel aber erfolgreich gemeistert zu haben. Zumindest ließ dies die erfolgreiche Qualifikation vermuten, bei der die Spanier mit Ausnahme der Auftaktpleite gegen die Slowakei in sämtlichen Spielen die Oberhand behielten.

Folglich dürfte es auch nicht sonderlich überraschen, dass die Kroaten im Gruppen-Schlager bloß die Rolle des Underdogs einnehmen. Erst recht, nachdem es in den bisherigen fünf Aufeinandertreffen mit Spanien nur einen einzigen Sieg für die Karoträger zu bejubeln gab.
 

Icon InfoAngesichts dessen ist davon auszugehen, dass sich Kroatien am Ende wohl mit Platz zwei oder drei in der Gruppen begnügen muss und so in jedem Fall im Achtelfinale auf einen anderen Gruppensieger treffen wird.

 
Mögliche Gegner wären dann etwa Gastgeber Frankreich, England, Geheimfavorit Belgien oder der letztmalige EM-Finalist Italien.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

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