Nach der deutlichen 1:4-Abfuhr im Testspiel gegen die deutsche Nationalelf läuteten in ganz Italien die Alarmglocken. Nachdem die Squadra Azzurra bei der WM 2014 bereits nach der Vorrunde die Segel streichen musste, ist nun nach der Pleite gegen den Weltmeister die Angst vor einer erneuten Blamage groß.

„Deutschkurs für ein Italien ohne Stolz und Würde. Conte macht alles falsch. Italien im Dunkeln. Die Nationalelf hält dem Aufeinandertreffen mit dem Weltmeister nicht stand“, meinte etwa der Corriere dello Sport.
 

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„Ein Alptraum, die Deutschen fertigen uns mit vier Toren ab. Antonio Conte wollte einen Test, der die Wahrheit bringt, und er hat ihn bekommen.“

Doch dies ist nur eine der unzähligen kritischen Pressestimmen, die die Darbietung in der Münchner Allianz Arena hervorrief. In anderen Medien sprach man von einem „totalen Desaster“ und dass Europa weit weg wäre.

 

Wie weit kommt Italien bei der EM 2016?

 

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Europameister
Finale
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Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppensieg

Italien ist im Viertelfinale ausgeschieden.

 

Conte flüchtet nach England

Zunehmend wird auch die Kritik an Italiens Teamchef immer lauter. Antonio Conte, der seit Sommer 2014 mit einem Jahresnettogehalt von 4,5 Millionen Euro der bestbezahlte „comissario tecnico“ aller Zeiten ist, hat schon seit längerer Zeit seinen Rücktritt nach der Europameisterschaft erklärt.

Der 46-Jährige, der vor seinem Job als Nationaltrainer Juventus Turin zu drei Meistertiteln in Serie führte, glaubt wohl selbst nicht an eine rosige Zukunft für die Squadra Azzurra und übernimmt nach der EURO den FC Chelsea.

Jedenfalls sind die Hoffnungen auf den zweiten EM-Titel im „Land, wo die Zitronen blühen“, auf ein Minimum gesunken. Dennoch hat die Mannschaft von Conte laut EM Quoten der Wettanbieter durchaus berechtigte Außenseiterchancen, sich die kontinentale Krone in Frankreich aufzusetzen.

 
Fußball ItalienImmerhin ist Italien bekanntlich noch immer eine Turniermannschaft, die, wenn sie einmal ins Rollen kommt, nur sehr schwer aufzuhalten ist. Dies stellte sie unter anderem auch bei der letzten Europameisterschaft unter Beweis.
 

2012 stießen Andrea Pirlo & Co. bis ins Finale vor. Auf dem Weg dorthin zerschlugen sie im Semifinale mit einem 2:1-Sieg die EM-Träume der DFB-Auswahl. Die damalige Jubelpose von Mario Balotelli mit nacktem Oberkörper hat sich in die Seelen der deutschen Fans gebrannt und ist für viele noch immer ein Stich ins Herz.

 
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Im Finale gingen die Italiener dann allerdings unter – der viermalige Weltmeister (1934, 1938, 1982 & 2006) musste sich mit 0:4 den spielerisch überlegenen Spaniern klar geschlagen geben. Somit blieb es dabei, dass der Stiefel lediglich ein einziges Mal den Titel bei einer Europameisterschaft holen konnte.

 
Icon PokalDieser Triumph gelang 1968 mit Heimvorteil im eigenen Land. Das Finale im Olympiastadion von Rom gegen Jugoslawien endete damals am 8. Juni zunächst mit einem 1:1-Unentschieden nach Verlängerung. Zwei Tage später im Wiederholungsspiel siegte die Mannschaft um Torwartlegende Dino Zoff dann mit 2:0 und kürte sich zum Europameister.

 

Italiens beste Abschneiden bei der EM:

  • Europameister: EM 1968 (in Italien)
  • Finale: EM 2000, EM 2012
  • Halbfinale: EM 1980, EM 1988

 

Einem zweiten Triumph kam die Squadra Azzurra im Jahr 2000 am nächsten. Im Finale hatte die Elf von Zoff (diesmal als Trainer) bereits die Hand am Henri-Delaunay-Pokal, schließlich lag sie in der Nachspielzeit noch mit 1:0 in Führung, ehe Sylvain Wiltord in letzter Sekunde den Ausgleich für Frankreich erzielte.

In der anschließenden Verlängerung schoss ein gewisser David Trezeguet in der 103. Minute mit seinem Golden Goal die Equipe Tricolore zum Double (WM-Sieg 1998, EM-Sieg 2000) und die Italiener in ein Tal der Tränen.

Immerhin bis ins Halbfinale kamen die Azzurri dazu noch in den Jahren 1980 und 1988. Das letzte Mal verpassten sie eine kontinentale Endrunde 1992. Seitdem sind sie nun zum sechsten Mal in Folge bei einer Europameisterschaft.

 
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Bild: Alle bisherigen EM-Finalspiele (inklusive der Endspiele mit Italien) auf einen Blick

 

Juve-Achse bildet Kern der Mannschaft

Die Qualifikation für die EURO 2016 wurde grundsätzlich souverän geschafft. Die Mannschaft von Antonio Conte blieb in den zehn Spielen ungeschlagen. Sieben Partien wurden gewonnen, drei Mal gab es ein Remis (davon zwei gegen Kroatien).

Am Ende sprang mit insgesamt 24 Punkten der Gruppensieg heraus. Vier Zähler vor Kroatien und fünf vor Norwegen. Die restlichen Gegner Bulgarien, Aserbaidschan und Malta wurden deutlich abgehängt.
 

Icon Thumb UpMit nur sieben erhaltenen Gegentoren zeigte sich, dass sich Conte im Normalfall auf seine Defensive verlassen kann. Dass drei Abwehrspieler – nämlich Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini – regelmäßig (sofern fit) bei Juventus Turin die Hintermannschaft bilden, trägt sicherlich deutlich zur Stabilisierung der Nationalmannschaft bei.

 
Und mit der lebenden Torhüterlegende Gianluigi Buffon wissen sie auch noch einen absolut verlässlichen Schlussmann hinter sich, der schon oft genug in seiner glanzvollen Karriere die Kohlen aus dem Feuer holte.

 

Video: Gianluigi Buffon, der Kapitän der Squadra Azzurra, hat schon viele Gegenspieler mit seinen Paraden zur Verzweiflung gebracht. (Quelle: YouTube)


 

Beim Test gegen die Truppe von Jogi Löw fehlten Chiellini und Barzagli verletzt, was man dem Spiel der Conte-Elf deutlich anmerkte. Dass dann kurz nach der Halbzeit auch noch Bonucci angeschlagen ausgewechselt werden musste, trug das Übrige zu dem Debakel bei.

Zur EM sollte die Juve-Achse allerdings wieder vollständig zur Verfügung stehen und damit die Defensive solider agieren. Dazu sollten im Mittelfeld ebenso Claudio Marchisio (Juventus) und Marco Verratti (Paris Saint-Germain) für Ordnung und Kreativität sorgen.

Altmeister Andrea Pirlo, der lange Zeit mit seiner feinen Technik und seinen öffnenden Pässen der Architekt im Aufbauspiel der Squadra Azzurra war, wird von Conte dagegen wohl nicht mehr einberufen werden. Pirlo, der derzeit beim New York City FC sein Brot verdient, wird im Mai 37 Jahre alt und ist dem Trainer mittlerweile anscheinend zu langsam.

 
Infografik Marktwert der Spieler von Italien bei der EM 2016

Infografik: Die beiden Juve-Stars Claudio Marchisio und Leonardo Bonucci sind die wertvollsten Spieler der Squadra Azzurra.

 

Weltklasse-Stürmer fehlt

Auch Balotelli wird das Turnier in Frankreich höchstwahrscheinlich verpassen. Seit dem Fiasko in Brasilien durfte das Enfant terrible nicht mehr für die Nationalmannschaft auflaufen.

Die italienischen Medien und die sogenannten „Senatoren“ unter den Azzurri, also die älteren, erfahrenen Spieler um Kapitän Buffon, hatten den Angreifer als einen der Hauptverantwortlichen für das Scheitern der WM-Mission ausgemacht.

Der 25-Jährige befindet sich derzeit auf dem absteigenden Karriere-Ast. Balotelli erzielte in dieser Saison bislang erst ein einziges Tor und schien zuletzt regelmäßig nicht einmal mehr im Match-Kader des AC Milan auf.

 
Icon Thumb DownDabei würde die Nationalelf einen Goalgetter – wie zum Beispiel einen Balotelli in der Form von 2012 – dringend benötigen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen die Italiener ständig Weltklasse-Stürmer aufbieten konnten. Große Namen wie Roberto Baggio, Christian Vieri, Gianfranco Zola oder Alessandro Del Piero gehören nur noch der Vergangenheit an.

 

Video: Aktuell verfügen die Italiener im Angriff über kein großes Kaliber wie einst Roberto Baggio oder Alessandro Del Piero. (Quelle: YouTube/FIGC Vivo Azzurro – Nazionale Italiana Calcio)


 

Mittlerweile ist bei den Azzurri ein echtes Sturm-Problem auszumachen. Mit dem Toreschießen tun sich die Mannen von Conte nämlich besonders schwer.

In der Qualifikation erzielten sie in den zehn Partien lediglich 16 Treffer. Kaum ein Spiel wurde mit mehr als einem Tor Unterschied gewonnen. Bester Torschütze war noch Graziano Pelle, der es aber insgesamt nur drei Mal im gegnerischen Kasten klingeln ließ.

Der 1,94 Meter große Mittelstürmer vom FC Southampton ist ein eher robusterer Spielertyp, der von seiner Wucht lebt. Ob der 30-Jährige den vierfachen Weltmeister zum neuen Europameister schießen könnte, ist jedoch mehr als fraglich.

 
gluehbirneUnd so schnell wird Conte, der ein „defensiveres“ 3-4-3-System bevorzugt, keinen anderen Top-Torjäger aus dem Hut zaubern können. Mit Lorenzo Insigne vom SSC Neapel hat sich aber ein kleiner, dribbelstarker Flügelspieler zuletzt etwas in den Vordergrund spielen können. Er könnte der Offensive mehr Kreativität einflößen und Torgefahr erzeugen.

 

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Ausgeglichene Gruppe für Azzurri

Die Italiener waren bei der Auslosung zur EM 2016 nicht gerade vom Glück verfolgt. In der Gruppe E bekommt es die Conte-Elf durch die Bank durchaus mit unangenehme Kontrahenten zu tun:

Der Weltranglistenzweite und Mitfavorit Belgien, die Iren, die in der Quali sogar dem Weltmeister das Leben mehr als nur schwer machten, sowie Schweden mit Superstar Zlatan Ibrahimovic sind die Gegner.

Deshalb ist es kein Wunder, dass obwohl bis zu drei der vier Mannschaften in die K.o.-Phase aufsteigen könnten, sogar ein Ausscheiden nach der Vorrunde laut Buchmacher realistisch ist. Dennoch wäre es selbstverständlich eine Überraschung, sollte nach der verpatzten WM 2014 auch die EURO derart frühzeitig zu Ende sein.

 

Wann scheidet Italien aus?

 

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Finalniederlage
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppenphase

Italien ist im Viertelfinale ausgeschieden.

 

Zum Auftakt schon die schwerste Aufgabe

Zum Auftakt steht für die Squadra Azzurra gleich eine Hammerpartie auf dem EM 2016 Spielplan. Am 13. Juni um 21:00 Uhr müssen Buffon & Co. in Lyon gleich gegen Belgien ran. Die Sportwettenanbieter erwarten hier eine ausgesprochen enge Kiste und können keinen klaren Favoriten ausmachen.

 
icon statistikDie Conte-Elf kann jedenfalls Hoffnung aus der Bilanz der bisherigen direkten Duelle ziehen – in insgesamt 21 Begegnungen konnten die Italiener 13 Mal als Sieger den Platz verlassen. Vier Mal gab es ein Remis, und lediglich vier Mal setzten sich die Roten Teufel durch.
 

Die zweite Partie bestreiten die Azzurri dann am 17. Juni in Toulouse gegen Schweden. Bei der Partie, die bereits am Nachmittag stattfindet (15:00 Uhr), wird der vierfache Weltmeister favorisiert. Gelingt es der Juve-Achse Ibrahimovic großteils aus dem Spiel zu nehmen, sollte einem Sieg nur wenig im Weg stehen.

 

Die Spiele Italiens von 13. bis 22. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
13.06.21:00Belgien – ItalienBet365 Logo2,553,003,300:2
17.06.15:00Italien – SchwedenInterwetten Logo1,903,254,501:0
22.06.21:00Italien – IrlandTipico Logo2,403,103,200:1

 

Auch hier spricht der direkte Vergleich deutlich zugunsten des Landes, wo die Zitronen blühen. Von 22 Duellen gewannen Italien zehn, während es nur sechs Erfolge für Schweden und ebenso viele Unentschieden gab.

Im abschließenden Gruppenspiel am 22. Juni in Lille heißt dann der Gegner Irland. In die Abendpartie (21:00 Uhr) gehen Buffon & Co. ebenfalls als Favorit. Schon bei der Endrunde 2012 trafen die beiden Teams in der Vorrunde zum Schluss aufeinander – mit einem 2:0-Erfolg schoss sich dabei die Squadra Azzurra für den Vorstoß bis ins Finale ein.

Insgesamt spricht die Statistik auch bei diesem Duell für die Truppe von Conte. In 13 Matches triumphierten die Italiener acht Mal, die Iren hingegen lediglich zwei Mal. Drei Mal setzte es ein Remis.

 

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Kapitän Gianluigi Buffon steht hinter seinem Coach Antonio Conte.

 

Bereits im Achtelfinale könnte großes Kaliber warten

Sollten die Azzurri diese drei Aufgaben meistern und die Gruppenphase überstehen, wird ein mögliches Achtelfinale bei der EM 2016 sicherlich kein Honiglecken. Denn als Gruppensieger bekämen sie den Zweiten der Gruppe D (Spanien, Kroatien, Tschechien oder die Türkei). Dies wären definitiv allesamt keine Wunschgegner.

Aber auch der Weg als Gruppenzweiter ist bereits in der Runde der letzten 16 kein leichter – hier würde der Erste der Gruppe F warten: also entweder Portugal, Österreich, Ungarn oder Island. Im Vergleich wäre diese Pfad jedoch wahrscheinlich sogar etwas einfacher.

Als Gruppendritter würde man auf jeden Fall auf einen Erstplatzierten treffen, allerdings auf welchen steht aufgrund des Modus noch völlig in der Schwebe.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

alle Wettquoten zur EM 2016 im Überblick