Zur Überraschung vieler Experten schaffte Island erstmals die Qualifikation für die Endrunde eines großen Turniers und ist 2016 in Frankreich neben Wales, Nordirland, Albanien und der Slowakei einer von fünf EM-Debütanten.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass in Frankreich erstmals 24 Nationen an einer EM-Endrunde teilnehmen werden. Von 1960 bis 1976 machten lediglich vier Teams den Europameister untereinander aus, von 1980 bis 1992 waren es acht Mannschaften und seit 1996 waren 16 Nationen bei der Endrunde mit dabei.
 

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Diese Aufstockung des Teilnehmerfeldes ist allerdings nicht der Grund dafür, dass sich die Isländer erstmals bei einem Turnier mit den Topnationen Europas messen dürfen.

Denn die vom Schweden Lars Lagerbäck betreute Mannschaft qualifizierte sich als eine der ersten Teams überhaupt für die Endrunde. Bereits am achten von zehn Spieltagen hatten die Isländer nach einem 0:0-Heimremis gegen Kasachstan das EM-Ticket in der Tasche.

Dass am letzten Spieltag mit einer 0:1-Niederlage in der Türkei noch der Gruppensieg verspielt wurde, der damit an Tschechien ging, tat dem Jubel keinen Abbruch.

 

Wie weit kommt Island bei der EM 2016?

 

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Gruppensieg

Island ist im Viertelfinale ausgeschieden.

 

Island demontierte die Holländer

Dabei hatten die Isländer zu Beginn der Qualifikation keineswegs als Favoriten gegolten. In einer Gruppe mit den Niederlande, der Türkei und Tschechien schienen die Chancen des Inselstaates auf eine Endrundenteilnahme nur sehr gering.

 
FussballAber gleich zum Auftakt sorgte Lagerbäcks Legionärstruppe mit einem 3:0-Heimsieg in Reykjavik über die Türkei für einen Paukenschlag, dem nach einem 3:0 in Lettland mit einem 2:0-Erfolg über die Niederlande ein weiterer folgte.
 

Auch von einer knappen 1:2-Niederlage in Pilsen gegen Tschechien ließen sich die Isländer nicht entmutigen, siegten in Kasachastan mit 3:0 und revanchierten sich in Reykjavik mit 2:1 an den Tschechen.

Am 3. September 2015 waren die Isländer mit einem 1:0-Erfolg in der AmsterdamArena über die Niederlande hauptverantwortlich dafür, dass der WM-Dritte von 2014 in Frankreich nicht mit dabei ist.

Nach dem 0:0 gegen Kasachstan, mit dem die EM-Teilnahme fixiert wurde, ließen die Isländer die Qualifikation mit einem 2:2 gegen Lettland und einer 0:1-Niederlage in Konya gegen die Türkei ausklingen.

 

Island ist in Frankreich Außenseiter

In der Weltrangliste rangierte Island im März 2016 auf Rang 38 und war damit zu diesem Zeitpunkt das am schlechtesten klassierte Team bei der Endrunde in Frankreich. Das lag an den drei sieglosen Spielen zum Abschluss der Qualifikation, dafür hatten die Isländer zwischenzeitlich bereits auf Platz 23 gelegen.
 

GeldsackDarum zählt Island bei der Endrunde nach Ansicht der Wettanbieter zu den krassen Außenseitern. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Isländer den EM-Titel holen, stellen manche Buchmacher den Gewinn des bis zu 100-fachen des Wetteinsatzes in Aussicht.

 
Allerdings weisen einige andere Nationen wie Albanien, Nordirland, Ungarn oder auch Rumänien noch höhere Wettquoten für den EM-Titel auf. Im Falle der Rumänen ist das durchaus überraschend, da sie neben England, Italien und Österreich in der Qualifikation zu jenen Teams zählten, die ungeschlagen blieben.

Dabei wird sicherlich berücksichtigt, dass sich die Isländer in der Qualifikation gegen Schwergewichte des Weltfußballs mehr als nur behaupten konnten.

 

Eine Mannschaft ohne Superstars

Die Leistung von Lars Lagerbäck und seiner Mannschaft ist umso höher einzuschätzen, als in der Truppe der Isländer zwar ausschließlich Legionäre, aber keine absoluten Superstars stehen.

Die schillerndste Figur ist wohl der bereits 37-jährige Eidur Gudjohnsen, der vor einem Jahrzehnt bei Chelsea und danach beim FC Barcelona unter Vertrag stand und auch Rekordtorschütze im isländischen Nationalteam ist. Zwischenzeitlich war er bereits zurückgetreten, zählte aber zuletzt wieder zum Kader.

 

InfoDen höchsten Marktwert weist Stürmer Gylfi Sigurdsson mit etwa 11 Millionen Euro auf. Der beim Premier League-Klub Swansea City engagierte Offensivspieler war mit sechs Treffern auch der erfolgreichste Torschütze der Isländer in der EM-Qualifikation. Ragnar Sigurdsson, Innenverteidiger vom FK Krasnodar, ragt mit einem Marktwert von etwa 6 Millionen ebenfalls aus dem Kollektiv heraus.

 
Ebenfalls in England, allerdings eine Stufe tiefer bei Cardiff City, steht Mannschaftskapitän Aron Gunnarson unter Vertrag. Im Tor ist Hannes Halldorsson vom holländischen Erstligisten NEC Nijmegen die Nummer eins.

Mit dem beim FC Augsburg engagierten Alfred Finnbogason, dem Nürnberger Rurik Gislason und Jon Dadi Bödvarsson vom 1. FC Kaiserslautern zählen auch einige in Deutschland tätige Spieler zum isländischen Kader.

Bödvarsson kam in neun von zehn Qualifikationsspielen zum Einsatz und erzielte dabei einen Treffer und auch Gislason war ein Mal erfolgreich.

 
Infografik: Marktwert Nationalspieler Island EM 2016Infografik: Die Stärke der Isländer ist das Kollektiv. Mit Superstars in seinen Reihen kann der EM-Debütant nicht aufwarten.
 

Als Mittelstürmer gesetzt ist Kolbeinn Sigthorsson, der zu Saisonbeginn um drei Millionen Euro von Ajax Amsterdam zum FC Nantes nach Frankreich wechselte. Er kam in allen zehn Quali-Spielen zum Einsatz und erzielte drei Treffer.

 
FazitInsgesamt haben die Isländer bewiesen, dass ein starkes Kollektiv es mit Topteams aufnehmen kann, auch wenn diese mit Superstars gespickt sind und daher einen deutlich höheren Marktwert aufweisen.

 

Die Chance auf das Achtelfinale lebt

Bei der Auslosung der EM-Vorrunde im Dezember wurde Island gemeinsam mit Portugal, Österreich und Ungarn in die Gruppe F eingeteilt.

Da bei dieser Konstellation keines der absoluten Topteams wie Deutschland, Frankreich oder Spanien vertreten ist, sind auch die Chancen für die Isländer auf ein Weiterkommen, zumindest als einer der vier besten Gruppendritten, durchaus gegeben.

Zwar sind Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo und auch Österreich, das sich als ungeschlagener Gruppensieger für Frankreich qualifizierte, aktuell noch höher einzuschätzen, aber die Isländer haben bereits bewiesen, dass sie mit der Außenseiterrolle sehr gut umgehen können.

 


Kurze Vorstellung der isländischen Teamspieler.
(Quelle: YouTube/Blackburn Roverseas)

 

Gelingt eine Überraschung gegen Portugal?

Erster Gruppengegner von Island in Frankreich wird am 14. Juni 2016 in St. Etienne Gruppenfavorit Portugal sein. Die Chance des WM-Debütanten könnte darin liegen, dass sich die Portugiesen bei Auftaktspielen häufig schwertun.

 
RufzeichenDas zeigte sich auch bei der Qualifikation für die Endrunde 2016, bei der man gleich das erste Spiel gegen Albanien, noch dazu daheim, mit 0:1 verlor. In der Folge gewannen Cristiano Ronaldo & Co. aber alle weiteren sieben Spiele und lösten in souveräner Manier ihr EM-Ticket.

 
Dabei taten sie meist nicht mehr als nötig und siegten in sämtlichen Spielen jeweils mit lediglich einem Tor Differenz. So genügten am Ende elf Tore in acht Spielen für 21 Punkte, sieben Zähler vor den zweitplatzierten Albanern.

 

Wann scheidet Island bei der EM 2016 aus?

 

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Finalniederlage
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Viertelfinale
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Gruppenphase

Island ist im Viertelfinale ausgeschieden.

 

Ein Sieg gegen Ungarn ist programmiert

Als zweiter Gruppengegner wartet am 18. Juni in Marseille Ungarn auf die Isländer. Das ist voraussichtlich jenes Spiel, das die Lagerbäck-Truppe wohl gewinnen muss, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren.

Die Ungarn sind zum ersten Mal seit 1964, als man den dritten Platz belegte, wieder bei einer EM-Endrunde mit dabei. Im Gegensatz zu den Isländern profitierten sie dabei allerdings massiv von der Aufstockung auf 24 Teams.

 
FussballDenn die Mannschaft des deutschen Trainers Bernd Storck belegte in der Qualifikationsgruppe F hinter Nordirland und Rumänien nur Platz drei und schaffte erst über das Playoff mit zwei Siegen über Norwegen den Sprung nach Frankreich.
 

Allerdings werden sich die Ungarn auch nicht leicht geschlagen geben, denn auch in der Qualifikation gab es nur zwei Niederlagen, 1:2 zum Auftakt gegen Nordirland und 3:4 im letzten Spiel in Griechenland. Vier Spiele – je zwei gegen Finnland und die Färöer – konnten gewonnen werden.

 

Die Spiele von Island von 14. bis 22. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
14.06.21:00Portugal – IslandBet365 Logo1,504,009,001:1
18.06.18:00Island – UngarnInterwetten Logo2,603,003,001:1
22.06.18:00Island – ÖsterreichTipico Logo3,403,202,252:1

 

Entscheidung gegen Österreich

Das wohl entscheidende Spiel, was einen möglichen Aufstieg der Isländer ins Achtelfinale betrifft, findet am 22. Juni in St. Denis gegen Österreich statt.
 

Icon InfoDas Team von Marcel Koller zählt zu den Aufsteigern der letzten Jahre. Mit neun Siegen und einem Unentschieden setzten sich die Österreicher in ihrer Qualifikationsgruppe ganz klar vor Russland und Schweden durch.

 
Wobei das einzige Remis bereits im Auftaktspiel daheim gegen Schweden zustande kam, danach folgten neun Siege in Folge, ebenfalls häufig mit nur einem Tor Unterschied. Dass es David Alaba & Co. aber auch anders können, bewiesen sie unter anderem mit dem 4:1-Auswärtssieg in Solna über Schweden.

 

Drei Teams könnten die K.o.-Phase erreichen

Aufgrund der meist sehr effizienten Spielweise von Portugiesen, Österreichern und Isländern sind in den meisten Spielen der Gruppe F keine allzu deutlichen Resultate zu erwarten. Dies wiederum vergrößert die Chancen, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale einzuziehen.

 
GlühbirneWobei zu berücksichtigen ist, dass die Gruppendritten es gleich zu Beginn der K.o.-Phase mit einem Gruppensieger zu tun bekommen werden. Da es sich dabei um Weltmeister Deutschland oder Titelverteidiger Spanien handeln könnte, wäre ein sehr baldiges Turnierende absehbar.
 

Deutlich bessere Chancen hätte dagegen der Zweite der Gruppe F, denn der würde es im Achtelfinale mit dem Zweiten der Gruppe B zu tun bekommen. Damit wäre ein Aufeinandertreffen mit Wales oder Russland möglich, was durchaus Chancen auf einen Viertelfinaleinzug eröffnen würde.

Für wenig wahrscheinlich halten die Wettanbieter einen Gruppensieg der Isländer. Falls dieser Fall dennoch eintritt, könnte aber mit dem Zweiten der Gruppe E – voraussichtlich Italien oder Belgien – dennoch ein starker Gegner warten.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

alle Wettquoten zur EM 2016 im Überblick