Erstmals seit 2004 findet eine Fußball-Europameisterschaft wieder in einem Land statt, wo der Veranstalter nicht nur dabei ist, sondern auch als Topfavoriten auf den Titelgewinn zählt.

Sowohl bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine als auch bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz waren die vier Nationen zwar sehr gute Gastgeber, spielten aber sportlich nur eine untergeordnete Rolle.
 

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Frankreich Europameister: beste Quote 1,50 bei Bet3000

 
Das soll jetzt anders werden. Diesmal steigt die EM-Endrunde – zum insgesamt dritten Mal nach 1960 und 1984 – in Frankreich. Und die Equipe Tricolore zählt laut Wettanbietern zu den Hauptanwärtern auf den Turniersieg, wie die EM-Quoten zeigen.

 

Wie weit kommt Frankreich bei der EM 2016?

 

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Europameister1,441,451,451,451,451,451,501,44
Finale
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppensieg

Quoten: Stand 08. Juli 2016; Text: vor Turnier-Beginn

 

Seit zwei Jahren, seit der WM 2014, haben die Franzosen, da sie als Gastgeber automatisch für ihr Heim-Turnier qualifiziert sind, kein Pflichtspiel mehr bestritten. Sondern nur Testspiele. Diese mehr schlecht als recht.

 
Fußball FrankreichAuch deshalb weist Teamchef Didier Deschamps, der seit dem 8. Juli 2012 im Amt ist, mit Jahresende 2015 die schlechteste Bilanz aller bisherigen französischen Nationaltrainer der letzten 20 Jahren auf: Nur 24 Siege in 43 Matches gelangen der Nationalmannschaft bis Ende 2015 unter seiner Leitung.

 
Bei den letzten beiden Europameisterschaften schafften es die vier Veranstalter-Nationen nicht in die K.O-Runde – sie scheiterten jeweils schon in der Vorrunde.

 
So schnitten die EM-Gastgeber bisher ab:

  • Europameister: 3x (Spanien 1964, Italien 1968, Frankreich 1984)
  • Vize: 1x (Portugal 2004)
  • Dritter: 1x (Belgien 1972)
  • Vierter: 3x (Frankreich 1960, Jugoslawien 1976, Italien 1980)
  • Halbfinale: 4x (Deutschland 1988, Schweden 1992, England 1996, Niederlande 2000)
  • Vorrunde: 5x (Belgien 2000, Österreich und Schweiz 2008, Polen und Ukraine 2012)

 

Erst drei Mal in der EM-Historie hat der Veranstalter am Ende auch über den Titel jubeln dürfen – Spanien 1964, Italien 1968 und zuletzt eben Frankreich, im Jahr 1984.

 
RufzeichenSeitdem konnte kein Gastgeber mehr den EM-Pokal in die Höhe stemmen. Am nächsten war 2004 noch Portugal dran – aber sie unterlagen im Finale Griechenland. Jetzt haben die Franzosen die große Chance dazu, den „Fluch der Gastgeber“ zu besiegen.
 

Eine Frage bleibt: Ist die Rolle des Gastgebers ein Segen, weil die Unterstützung einer ganzen Nation zu spüren ist oder ist mehr Fluch, weil Druck und Erwartungshaltung seitens der Bevölkerung auch ungleich höher sind?

Sowohl als auch, denn entweder schieden die Gastgeber früh aus oder kamen zumindest ins Halbfinale. Von zweiterem sind die Buchmacher auch bei den Franzosen überzeugt. Den Wettquoten nach zu urteilen, glauben sie, dass “Les Bleus” mit dem Heimvorteil zumindest ins Halbfinale vordringen.

 

Video: Solche Traumtore wünschen sich die französischen Fans von ihrer Nationalmannschaft auch bei der EM. (Quelle: YouTube/UEFA.tv)


 

Das würde den tippenden Wettfreunden zumindest das 1,85-fache des Einsatzes bringen. Wer dabei allerdings gleich auf Frankreichs Niederlage im Halbfinale setzt, kann seinen Einsatz verfünffachen. Sogar die Quote 5,50 gibt es, sollte Frankreich das Endspiel verlieren. Allerdings hat erst einmal der EM-Gastgeber in einem Endspiel verloren – wie erwähnt Portugal 2004.

 

Gruppenphase – Siegen oder Fliegen?

Aber bis dahin ist es ein weiter Weg, davor wartet erst einmal die Gruppenphase. Und, jeder weiß: In der Gruppenphase wird das Turnier nicht gewonnen, es kann aber schon verloren werden. Schon des Öfteren war hier für so manchen Titelkandidaten vorzeitig Endstation.

Selbst Frankreich kann davon ein paar Lieder singen – wie etwa von der WM 2010 oder der EM 2012 als sie sich trotz großer Titel-Ambitionen vorzeitig verabschieden mussten.

Für den Fall der Fälle, dass es wieder eine Vorrunden-Blamage in blau-weiß-rot geben sollte, wird als Top-Quote das 21-fache angeboten.

 

DetailDiesmal sollte es für die „Großen“ allerdings keine Ausrutscher geben, denn aufgrund der Aufstockung auf 24 EM-Teilnehmer steigen jetzt nicht mehr nur der Erste und Zweite jeder Gruppe auf, sondern auch die vier besten Gruppen-Dritten.

 

Wahrscheinlicher gilt jedoch der Gruppensieg und der ist von den meisten Wettanbietern mit einer Quote von 1,40 “dotiert”. Dieser erste Platz sollte in der Gruppe mit Rumänien, Schweiz und Albanien schon machbar sein.

Zudem ist die Platzierung in der Gruppe nicht unwesentlich für den weiteren Turnierverlauf. Als Erster der Gruppe A geht es im Achtelfinale weiter gegen den Dritten der Gruppen C, D oder E.

 

Wann scheidet Frankreich bei der EM 2016 aus?

 

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Finalniederlage2,872,802,952,702,602,902,872,90
Halbfinale
Viertelfinale
Achtelfinale
Gruppenphase

Quoten: Stand 08. Juli 2016; Text: vor Turnier-Beginn

 

Sollte die Achtelfinal-Hürde gemeistert werden, geht es in der “Runde der letzten Acht” weiter – und da könnte die Equipe Tricolore dann auch schon auf ein großes Kaliber treffen.

Dass die Franzosen zumindest so weit kommen, nämlich ins Viertelfinale, darüber sind sich alle Wettanbieter einig.

Für Frankreich wäre es hinsichtlich ihrer großen Ambitionen eine Pflichterfüllung, und auch für die Tipper würde es nicht den großen Gewinn bringen – für Frankreichs Viertelfinal-Einzug liegen die Wettquoten lediglich zwischen 1,20 und 1,36.

 

Wieder Endstation Viertelfinale?

Allerdings haben die Franzosen mit dem Begriff Viertelfinalein den letzten Jahren keine positiven Erfahrungen gemacht. Bei der EM 2004 war im Viertelfinale Schluss – ausgeschieden gegen den späteren Überraschungs-Europameister Griechenland.

Bei der letzten EM, 2012 in Polen und der Ukraine, war für Frankreich wieder in der Runde der letzten Acht Endstation – abermals gescheitert am späteren Europameister. Diesmal an den Spaniern, die damit den Titel verteidigten und ein weiteres Kapitel Fußball-Geschichte schrieben.

Auch zuletzt bei der WM 2014 in Brasilien verlor die Equipe Tricolore wieder einmal im Viertelfinale. Gegen Deutschland, das kurz danach Weltmeister wurde.

 
RufzeichenBei den letzten sechs Großereignissen kam Frankreich vier Mal in die K.O.-Phase und unterlag dann vier Mal dem späteren Sieger – drei Mal im Viertelfinale (EM 2004, EM 2012 und WM 2014) und ein Mal im Finale (Italien 2006).
 

Müssen die Franzosen abermals im Viertelfinale „Adieu“ sagen? Wenn ja, bringt das den Tippern zumindest einen kleinen Gewinn – dafür stehen die Quoten um etwa 4,50. Ähnlich hoch wie für ein Aus im Achtelfinale.

 

Frankreich mit der historischen Chance

Daran wollen die Franzosen gar nicht denken, ihnen bietet sich mit dem Heimsieg gleich eine historische Chance. Noch nie wurde ein ehemaliger Europameister als Gastgeber wieder Europameister.

Möglich wäre es gewesen 1980 für Italien, 1988 für Deutschland und 2000 für die Niederlande. Jetzt kann es Frankreich, Europameister 1984 und 2000, erstmals schaffen.
 

BallDamit würde auch Frankreichs Teamchef Didier Deschamps ein historisches Kunststück gelingen. Berti Vogts ist der bislang der Einzige, der sowohl als Spieler (1972) als auch als Trainer (1996) Europameister wurde.

 
Deschamps gewann im Jahr 2000 den EM-Titel als Spieler, stemmte damals sogar als Kapitän der damaligen Siegermannschaft die EM-Trophäe in die Höhe.

Die Wettquoten auf einen EM-Titel Frankreichs liegen bei etwa 4,50. Nur Weltmeister Deutschland wird bei den EM-Quoten noch etwas besser bewertet als die Franzosen.

 

Didier Deschamps führte Frankreich im Jahr 2000 als Spieler und Kapitän zum EM-Titel – 16 Jahre danach nun auch als Trainer? (Quelle: YouTube/SiR OMARTV)


 

Die Spanier, die Titelhalter der letzten beiden Europameisterschaften und damit “doppelter” Titelverteidiger, liegen in den Einschätzungen der Buchmacher teilweise sogar hinter Frankreich zurück.

Selbst andere große Fußball-Nationen wie Italien (immerhin EM-Finalist von 2012), England oder der Weltranglisten-Erste Belgien folgen in dieser Reihung mit einigem Respektabstand.

Oder schnappt sich gar wieder einmal ein Außenseiter am Ende den EM-Pokal? Zwei große Überraschungssieger gab es bereits in der EM-Historie – 1992 Dänemark, 2004 Griechenland. Vielleicht folgt jetzt, wieder mit 12 Jahren Unterschied, der nächste Überraschungs-Coup.

 

Die Gruppengegner Rumänien, Schweiz, Albanien

Die “Grande Nation” hat gegen die drei Gruppengegner Rumänien, Schweiz und Albanien bislang immer Größe bewiesen und bei einer EM- oder WM-Endrunde noch nie gegen sie verloren. Dennoch ist mehr als Vorsicht geboten.

 

Icon InfoZwar ging gegen Rumänien noch nie ein Pflichtspiel verloren, aber zwei der letzten drei Duelle endeten jeweils torlos. Auf die Rumänen trifft Frankreich im Eröffnungsspiel am 10. Juni.

 

An diesem Abend wird wohl auch wieder Geduld gefragt sein, schließlich haben die defensivstarken Rumänen in der gesamten EM-Qualifikation nur zwei Gegentore hinnehmen müssen und insgesamt drei Mal 0:0 gespielt. So wenige Treffer kassierte kein anderes Team in der Quali.

Auch gegen Albanien, gegen den es am zweiten Spieltag der Gruppenphase (15. Juni) geht, wird es nicht leicht. Gegen den EM-Neuling und dem vermeintlich leichtesten Gegner der Gruppe, lief in jüngster Vergangenheit nicht alles glatt.

 

Mit solchen Traumtoren qualifizierte sich Albanien erstmals für eine Europameisterschaft (Quelle: YouTube/TheAlbanian4ever)


 

So gab es im Vorjahr in zwei Testspielen einige Probleme – ein Spiel endete remis, das andere ging sogar mit 0:1 verloren. Dass Albanien gegen die Großen bestehen kann, zeigt sich auch in der Quali mit einem Sieg gegen Portugal.

 

Die Spiele Frankreichs von 12. bis 21. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
10.06.21:00Frankreich – RumänienBet365 Logo1,405,3012,02:1
15.06.21:00Frankreich – AlbanienInterwetten Logo1,275,5012,02:0
21.06.21:00Schweiz – FrankreichTipico Logo5,702,901,880:0

 

Gegen die Schweiz müssen die Franzosen am dritten und letzten Spieltag, am 19. Juni in Lille, antreten. Es wird ein Nachbarschafts-Treffen und Wiedersehen mit unterschiedlicher Vorfreude.

Schweiz-Teamchef Vladimir Petkovic sieht das Positive in diesem Aufeinandertreffen: “Es ist eine besondere Motivation in einer Gruppe mit Frankreich zu sein, weil wir in unserem letzten Spiel gegen sie Schwierigkeiten hatten.”

Deschamps meint mit einem süffisanten Grinsen dazu: “Gegen die Schweiz haben wir bei der letzten Weltmeisterschaft gespielt. Wir kennen sie und umgekehrt.” Das Grinsen bezieht sich dabei auf das Ergebnis – die Franzosen haben mit 5:2 gewonnen.

Außerdem gab es gegen die “Les Bleus” für die Schweiz noch nie einen Sieg in einem Pflichtspiel.

 

Alle Gruppen der EM 2016 im Überblick

Gruppen EM 2016

 

alle Wettquoten zur EM 2016 im Überblick