England und Fußball-Großereignisse. Es ist eine Art Hassliebe. Den größten und bislang einzigen Triumph auf Nationalmannschaftsebene feierte England im Jahr 1966 – mit dem WM-Titel im eigenen Land.

Seit damals gleichen die Auftritte der „Three Lions“ auf den großen Bühnen der Welt- und Europameisterschaften einer endlosen Aneinanderreihung an Pleiten-, Pech und Pannen-Shows mit viel Slapstick, noch mehr Drama und Tragödie aber ohne jegliches Happy-End.
 

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Deutschland Europameister: beste Quote 6,00 bei Interwetten

 
Jetzt nehmen die wenig erfolgsverwöhnten und leidgeprüften Engländer einen neuen Anlauf auf eine große Trophäe. Genau 50 Jahre nach Wembley 1966, ihrem letzten und bislang einzigen Titel.

Die Wettanbieter räumen den Briten sogar ganz gute Chancen ein, wie die EM-Quoten zeigen – auch wenn sie nicht gerade zum engsten Favoritenkreis gezählt werden.

Aber immerhin noch zum Verfolgerpulk mit Geheimfavorit Belgien, dem letzten EM-Finalisten Italien oder Portugal. Aber auch hinter den großen Titel-Kandidaten Weltmeister Deutschland, Titelverteidiger Spanien und Gastgeber Frankreich.

 

Wie weit kommt England bei der EM 2016?

 

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Europameister
Finale
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Viertelfinale
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Gruppensieg

England ist im Achtelfinale ausgeschieden.

 
 

Nach der enttäuschenden WM 2014 (peinliches Aus in der Vorrunde) war die Verzweiflung in England riesengroß. Noch dazu haben Fix-Größen wie Frank Lampard und Steven Gerrard ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Doch dann schafften die Briten in beeindruckender Art und Weise den Turnaround. In der EM-Qualifikation blieben sie als einziges Team ohne Punkteverlust – bedeutet: Sie sind die einzige Mannschaft, die in der Quali für die EM, alle ihre Gruppenspiele gewonnen hat.

 
Fußball EnglandVon den 10 Qualifikations-Spielen für diese Endrunde haben die Engländer alle 10 gewonnen. Dabei erzielten sie mit 31 Toren die zweitmeisten aller Nationen und kassierten mit nur vier Gegentreffern auch die zweitwenigsten. Die letzten vier Quali-Spiele gewannen Wayne Rooney & Co. sogar zu Null.

 
Was ist den „Three Lions“ mit so einer beeindruckenden Bilanz bei der Endrunde zuzutrauen?

 

England und die EM in den letzten 40 Jahren:

  • EM 2012: Viertelfinale
  • EM 2008: nicht qualifiziert
  • EM 2004: Viertelfinale
  • EM 2000: Gruppenphase
  • EM 1996: Halbfinale
  • EM 1992: Gruppenhphase
  • EM 1988: Gruppenphase
  • EM 1984: nicht qualifiziert
  • EM 1980: Gruppenphase
  • EM 1976: nicht qualifiziert

 
Der größte Erfolg in der jüngeren Vergangenheit war 1996 bei ihrer Heim-EM. Damals standen die “Three Lions” zum zweiten Mal nach der WM 1986 in einem Halbfinale, unterlagen aber dem späteren Europameister Deutschland im Elfmeterschießen. Das war Beginn einer langen Leidenszeit für den englischen Fußball.

 
RufzeichenEngland ist der einzige Weltmeister aus Europa, der noch nie Europameister wurde. Das „Mutterland des Fußballs“ schaffte es bei den bisherigen Fußball Europameisterschaften noch nicht einmal, in ein Endspiel einzuziehen.
 

Wie sehen die Wettanbieter Englands Chancen für diese EM?

Den Einzug ins Achtelfinale sehen sie als ziemlich sicher an, hier liegen die Wettquoten um etwa 1,10. Das Erreichen des Viertelfinales schlägt sich mit Quoten um 1,75 nieder, der Marsch ins dritte EM-Halbfinale der englischen Fußball-Geschichte würde bereits das 3-fache des Wetteinsatzes bringen.
 

Video: Englands schönste Treffer auf dem Weg zur Endrunde nach Frankreich. (Quelle: YouTube/UEFA.tv)


 
In Anbetracht dieser Quoten wird den Briten offenbar sehr viel zugetraut. Zum Vergleich: Sogar Belgien, mit Jahresende 2015 die Nummer 1 der Weltrangliste, hat höhere Quoten für das Erreichen der Runde der letzten Vier.

Auch für eine Wette auf den Halbfinal-Einzug Italiens sind die Quoten höher – und immerhin ist die Squadra Azzura der Finalist der letzten Europameisterschaft.

Erreichen die Engländer zum ersten Mal bei einer Fußball-EM das Endspiel, würde man dafür das 6-fache seines Einsatzes zurückbekommen.

 

Wieder einmal Endstation Gruppenphase?

Kaum zu glauben, was dann auf der Insel los wäre. An eines will aber niemand denken: An ein Ausscheiden in der Vorrunde.

Gescheitert in der Gruppenphase bei EM-Endrunden sind die Engländer bereits vier Mal – 1980, 1988, 1992 und zuletzt im Jahr 2000.

Die besten Quoten für das fünfte Aus in einer EM-Vorrunde beginnen bei 5,70 und enden mit der Top-Quote 7,00 bei Bet365.

 

speech_bubbleEin Ausscheiden schon nach nur drei Gruppenspielen wäre für Englands Verbands-Boss Greg Dyke unentschuldbar. “Ich denke, wir werden uns erschießen, wenn wir in der Gruppenphase scheitern sollten”, sagte er nach der Auslosung.

 

Bei dieser EM sollte es für die „großen“ Nationen leichter sein, ein vorzeitiges Aus abzuwenden, da aufgrund er Aufstockung auf 24 Mannschaften, nicht nur die ersten zwei aus jeder Gruppe weiterkommen, sondern auch die vier besten Gruppen-Dritten.

 
Infografik zu England bei der EM 2016Infografik: obwohl bereits zum achten Mal bei einer EM-Runde dabei, bewegen sich die englischen Erfolge bei Europameisterschaften in sehr engen Grenzen.

Seit dem dramatischen Halbfinal-Aus gegen die deutsche Mannschaft bei der Heim-EM 1996 konnte England nicht mehr über ein Viertelfinale bei einer Europameisterschaft hinauskommen.

 
Und: Wer ohne Punkteverlust durch die Quali stürmt, dem ist in einer Gruppe mit Russland, Slowakei und Wales auch der Gruppensieg zuzutrauen. Diesen versieht der englische Traditions-Buchmacher Ladbrokes mit einer Quote von 2,00 – das ist auch die Top-Quote auf diese Wette.

Kein unmögliches Unterfangen, denn Englands Bilanz gegen die drei Gruppengegner ist gut – zudem ist der erste Platz mit dem „Bonus“ verbunden, dass es im Achtelfinale gegen den Dritten der Gruppen A, C oder D weitergeht. Das könnte dann zum Beispiel um Albanien, Ukraine oder Schweden sein.

 
RufzeichenAber: England ist die Nation, die am häufigsten von allen, ihr Auftaktspiel bei einer EM nicht gewinnen konnte. Es gab noch nie einen Sieg im ersten Gruppenspiel, dafür allerdings je vier Remis und vier Niederlagen.

 
Sollte diese Negativ-Serie in Frankreich anhalten, und das Auftaktspiel gegen Russland nicht gewonnen werden, würde das die Chance auf den Gruppensieg bedeutend mindern.

 

Wann scheidet England aus?

 

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Finalniederlage
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Gruppenphase

England ist im Achtelfinale ausgeschieden.

 

Bei einem Gruppensieg warten, wenn alles plangemäß laufen sollte, durchaus überwindbare Achtelfinal-Hürden auf die Mannen von der Insel.

Kein unwesentlicher Aspekt, schließlich ist die englische Fußballgeschichte reich an tragischen Geschichten, sobald es in die K.o.-Runden bei Endrunden geht – vor allem in Bezug auf Elfmeterschießen.
 

BallDrei Mal in den letzten 40 Jahren überstand England die Vorrunde bei einer EM – alle drei Mal schieden sie dann im Elferschießen aus: 1996 im Halbfinale gegen Deutschland, 2004 und 2012 jeweils im Viertelfinale gegen Portugal bzw. Italien.

 
Die Dramen um die Fehlschüsse von Gareth Southgate, der 1996 verschoss, David Beckham (2004) oder zuletzt Ashley Cole (vor vier Jahren) sind bei den Briten allgegenwertig, sobald es in die K.O.-Phase bei einem Turnier geht.

 

England und die Elfmeter-Dramen bei Europameisterschaften – begonnen hat alles bei der EM 1996 im Halbfinale gegen Deutschland. (Quelle: YouTube/SiR OMARTV)

 
RufzeichenEngland hat zusammen mit der Niederlande, die meisten Elfmeterschießen bei EM-Endrunden verloren: Drei von vier. Nur einmal konnten sie bei einer EM ein Duell vom Elfmeterpunkt gewinnen – 1996 im Viertelfinale gegen Spanien.
 
Das Kuriose an diesem Sieg: Es ist nicht nur Englands bisher einziges gewonnene Elferschießen überhaupt, sondern auch der bislang einzige Sieg in einer K.-o.-Runde bei einer Europameisterschaft.

Und auch bei Weltmeisterschaften haben die Engländer drei Elfmeterschießen verloren – alle drei bei denen sie angetreten sind: Je einmal im Achtelfinale (1998 gegen Argentinien), im Viertelfinale (2006 gegen Portugal) und im Halbfinale (1990 gegen Deutschland).

 

DetailIn Summe verlor England bei Großereignissen, sei es WM oder EM, im Elferschießen zwei Mal gegen einen späteren Finalisten und zwei Mal gegen das Team, das später den Titel holte – in beiden Fällen war das Deutschland.

 

Wirkt sich so eine frappante Negativ-Serie in K.o.-Spielen auch auf die Wettquoten bei dieser EM aus?

Für ein England-Aus im Achtelfinale bieten die Buchmacher eine Quote von etwa 3,25, für ein Ausscheiden im Viertelfinale der EURO 2016, wie bei den letzten beiden EM-Teilnahmen 2004 und 2012, gibt es bei den meisten Bookies das Dreifache des Wetteinsatzes – nur Betsafe sticht hier mit der Quote von 4,60 hervor.

Für ein „Good-Bye“ im EM-Halbfinale, wie es bereits 1968 und 1996 passiert ist, schütten die Wettanbieter immerhin schon das 6,50- bis 7,00-fache aus.

Wobei es unerheblich ist, ob die Engländer nach regulärer Spielzeit verlieren, in einer etwaigen Verlängerung unterliegen oder wieder einmal nach einem Elfmeterschießen als Verlierer vom Platz schleichen.

 

Rooney: Schießt er England zum Titel und sich zum Rekord?

Einer soll diesen ganzen britischen EM-Dramen endlich ein “Happy-End” bereiten: Wayne Rooney.

2004 spielte er seine erste EM, damals war er gerade einmal 18 Jahre alt. Jetzt kommt er als Kapitän und Rekordtorschütze seiner Nationalmannschaft nach Frankreich – und soll sie zum zweiten großen Titel nach dem WM-Triumph 1966 schießen.

 
Infografik England EM 2016Infografik: Marktwert der Spieler aus der englischen Nationalmannschaft vor der EM 2016 – Top Scorer Wayne Rooney belegt in der internen Rangliste den 2. Platz mit einem geschätzten Marktwert von 40 Millionen Euro und muss sich damit nur Raheem Sterling von Manchester City knapp geschlagen geben.
 

Sollte ihm das tatsächlich gelingen, können auch Freunde der Sportwetten mitjubeln: Englands erstmaliger Gewinn der Henri-Delaunay-Trophäe würde den 12-fachen Gewinn des Wetteinsatzes bringen. Für eine Finalniederlage Englands, stehen die Wettquoten bei etwa 10,00.

Sollte England tatsächlich soweit kommen, würde Rooney wohl nicht nur endgültigen Heldenstatus auf der Insel bekommen, sondern auch gleich ein paar persönliche Rekorde abstauben.

Derzeit hält Rooney bei sechs EM-Einsätzen – Rekordhalter ist Gary Neville mit elf. Auch in Sachen Tore geht Rooney bei dieser EM auf interne Rekordjagd. Derzeit ist es Alan Shearer mit sieben EM-Treffern.

 

BallVorausgesetzt Rooney kommt in jedem Spiel zum Einsatz, würde er in einem etwaigen Halbfinale mit seinem 12. EM-Einsatz Englands neuer EM-Rekordspieler sein. Trifft er bei der EM drei Mal, ist er auch Englands neuer EM-Rekord-Torschütze.

 

Wie wichtig Rooney für das junge englische Nationalteam ist, obwohl mit den Shootingstars Jamie Vardy und Harry Kane weitere Top-Stürmer vorhanden sind, zeigt folgendes: Englands Kader beim letzten Länderspiel 2015 kam auf 62 Länderspieltore – 51 davon gingen auf das Konto von Rooney.

 

Die Gruppengegner Russland, Slowakei, Wales

Vor Rooney werden sich auch die Gruppengegner Russland, Slowakei und Wales in Acht nehmen müssen. Interessant: Sowohl die Russen, die Slowaken als auch die Waliser kamen jeweils als Gruppenzweiter der Qualifiaktion zur Endrunde.
 

Englands Bilanz gegen die drei Nationen ist sehr gut. Gegen Russland gab es erst zwei Spiele, beide im Zuge der EM-Quali für 2008 – beide Teams gewannen je eines.

Gegen die Slowakei wurden alle drei bisherigen Duelle gewonnen (zuletzt 2003) und mit Wales gab es insgesamt schon an die 100 Begegnungen, die letzten zwei im Jahr 2011. Beide gewann England, die Waliser bezwangen die ENgländer zuletzt 1984.

 

Die Spiele Englands von 12. bis 21. Juni – Vorrunde EM 2016

DatumAnstoßDuellQuoten1x2Erg.
11.06.21:00England – RusslandBet365 Logo1,903,305,001:1
16.06.15:00England – WalesInterwetten Logo1,604,005,702:1
20.06.21:00Slowakei – EnglandTipico Logo5,103,301,820:0

 

Aber genau die „Battle of Britain“, wie das Nachbarschaftsduell zwischen England und Wales schon kurz nach der Auslosung hochstilisiert wurde, wird ganz Großbritannien in seinen Bann ziehen – diese steigt am 16. Juni um 15 Uhr. Und das wird eine ganz harte Nuss für Rooney & Co.

In der Qualifikaiton haben die Waliser in zehn Spielen sieben mal zu Null gespielt und dabei auch den EM-Geheimfavorit Belgien mit 1:0 besiegt. Gegen die “Kleinen”, hatten die Waliser allerdings ihre Mühen. So gab es gegen Andorra nur einen 2:1-Sieg oder ein knappes 1:0 gegen Zypern.

 

Icon InfoIn den zehn Qualifikations-Spielen haben die Waliser zwar nur vier Tore kassiert, aber auch nur elf Treffer erzielt. Nur Andorra traf in dieser Quali-Gruppe mit vier Toren noch seltener als die walisische Nationalmannschaft.

 

Ihre größte Stärke ist zugleich ihr größestes Manko: Gareth Bale. Alles hängt von ihrem Superstar, ihrem offensiven Freigeist, ab – sieben der elf Quali-Tore gingen allein auf sein Konto.

Ist er in Form, kann Wales jeden schlagen. Wenn er aber nicht funktioniert, funktioniert das Team nicht.

 

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Gruppen EM 2016

 

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