Betvictor

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Mit dem Gründungsjahr 1946 (!) zählt Betvictor ebenfalls zu den traditionsreichsten Wetthäusern. Unlimitierte Auszahlungen sowie hohe Märktevielfalt und Quoten lassen Tipperherzen auch heute noch höher schlagen.

Als deutscher Kunde würde man es kaum vermuten, aber BetVictor zählt gemeinsam mit William Hill, Ladbrokes und Coral zu den ältesten, noch aktiven Buchmachern.

Sie alle teilen eine rege Vergangenheit auf den britischen Inseln, die Eroberung des europäischen Festlandes hingegen ist eine jüngere Entwicklung.

So kommt es auch, dass sich BetVictor hierzulande erst einen Namen machen musste. Um dem Buchmacher dabei unter die Arme zu greifen, wurde Reiner Calmund engagiert, der seit dem deutschen Markteintritt, also ab 2011, eifrig die Werbetrommel rührte.

Mittlerweile ist die Zusammenarbeit beendet, der Wettanbieter selbst aber hat es sich in der Bundesrepublik – zumal mit einer Lizenz vom Innenministerium Schleswig-Holstein ausgestattet – inzwischen richtig gemütlich gemacht.

So gut lief es für den Buchmacher freilich nicht immer. Von der schwierigen Rechtssituation in der Heimat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bis hin zu Fehlinvestitionen am Grundstücksmarkt hat BetVictor schon einige Talfahrten erlebt.

Der nachfolgende Bericht soll daher etwas Licht auf die Vergangenheit des Buchmachers werfen, sodass sich Leser – im besten Fall – selbst ein Bild von der Seriosität des Anbieters machen können.

Die frühen Jahre: Die Entstehung einer Buchmacherdynastie

Bevor Michael Tabor im Jahr 2014 die Geschäfte übernahm, war rund 70 Jahre lang die Familie Chandler Dreh- und Angelpunkt von BetVictor: zuerst Victor Chandler Senior, der das Unternehmen 1946 gründete, ab 1974 dann sein Sohn Victor Chandler Junior.

„Having owned and led this business for more than 40 years, I looked towards the future and I decided that the company would be best served under new ownership and leadership. I have known Mr Tabor for many years and I am confident that the company will continue to thrive under his ownership.“Victor Chandler Jr. auf racingpost.com über den Verkauf und seinen Rücktritt.

 
Doch die familiären Wurzeln im Buchmachergeschäft reichen noch weiter in die Vergangenheit zurück. Bereits William Chandler, der Vater von Victor Senior, war als Buchmacher tätig.

In den Tagen, als die Annahme von Wetten abseits der Rennbahn noch illegal ist, arbeitete er auf den Straßen des Londoner East Ends, dem Arbeiterviertel. Seine ersten Angestellten waren mit der Aufgabe betraut, nach Polizeipatrouillen Ausschau zu halten.

Sportwetten Test Infografik: die Geschichte von Betvictor im Überblick

Sportwetten Test Infografik: die Geschichte von Betvictor im Überblick

 
Die Betvictor Infografik von https://www.sportwettentest.net zeigt die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte des Wettanbieters in einer übersichtlichen Timeline.

 
Bald wechselte er jedoch auf die Rennbahn, wo das moderne Buchmachergeschäft ursprünglich entstanden ist. Diesen traditionellen Hintergrund teilen übrigens auch die „Big Three“ der englischen Buchmacherszene:

  1. William Hill
  2. Ladbrokes
  3. Coral

Bezeichnend für diese gemeinsamen Wurzeln ist die Tatsache, dass Max Parker (Ladbrokes), Joe Coral, William Hill und William Chandler in den 1920er Jahren Seite an Seite an der Rennstrecke um die Wettkundschaft konkurrierten.

 
Anfang der 30er Jahre kaufte William Chandler schließlich ein Grundstück in der Chingford Road im Londoner Stadtbezirk Waltham Forest, im Nord-Osten der Metropole gelegen.
 

Auf dem ehemaligen Grundstück des Walthamstow Grange Football Clubs errichtete er 1931 das Walthamstow Stadion für Greyhound Rennen, das 1933 eröffnet wurde.
 

dog-hund

Greyhound RacingDer aus den USA in den 1920er Jahren importierte Sport erlangte in Großbritannien rasch Popularität. Die Stadien aus jener Zeit sind nicht nur vom damals modernen Art Deco Stil, sondern mit ihren Neon-Beleuchtungen und aufmerksamkeitsstarken Außenfassaden auch von US-amerikanischen Einflüssen geprägt.


BetVictor Greyhound Wetten

Walthamstow Greyhound StadiumDas Walthamstow Stadion galt als das “Las Vegas at the end of the Victoria Line”, in Anlehnung an die Tatsache, dass die U-Bahn Linie „Victoria“ ihre Endstation im Londoner Stadtteil Welthamstow hatte.

Bild: Die Art-Deco Fassade des Walthamstow Stadions mit illuminiertem Neon-Schriftzug; Quelle: Wikipedia/SilkTork

 
Für die Wette am Totalisator erhielt William Chandler 1934 eine Lizenz gemäß „Parliamentary Totalisator Betting Act 1934“. Als er 1946 starb, war bereits sein Sohn Victor für das Wettgeschäft der Familie verantwortlich.

Das Stadion hingegen – das übrigens erst 2008, immer noch im Familienbesitz, geschlossen wurde – wurde von dessen Bruder Charles übernommen.

1946 bis 1974: BetVictor wird aus der Taufe gehoben

In das Jahr 1946 fällt auch die Geburtsstunde von BetVictor. Seinen eigenen Namen als Aushängeschild nutzend, gründete Victor Chandler Senior das gleichnamige Unternehmen.

Als mit dem „Betting, Gaming and Lotteries Act 1963“ die stationäre Wettannahme abseits der Rennbahn legalisiert wurde, begann Victor Chandler mit dem Aufbau von Wettshops über ganz Südost England.

1974 starb er überraschend im Alter von 52 Jahren. Sein Sohn, nach ihm Victor benannt, hatte zu dem Zeitpunkt eigentlich andere Pläne, als in die Fußstapfen seines Vaters zu folgen.
 

“I was hell-bent on doing something else because any son wants to get away from his father and prove himself” verrät er in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin “bm Business Management” (vgl.: “Beating the odds”, Ausgabe 4, 7. Juni 2010, S.33-35)

Victor Chandler

 
Um für seine Mutter und die beiden schulpflichtigen Schwestern zu sorgen, übernahm er dennoch mit 22 Jahren den Familienbetrieb. “It was circumstances that got me into the business rather an aptitude or wish to be in the business”, begründet er die Entscheidung im Gespräch mit “bm”.

Bild: Victor Chandler Junior; Quelle: betvictor.com

Zu dem Zeitpunkt hatten die Investitionen des Vaters in Grundstücke die Firma an den Rand des Ruins getrieben. Denn die Imobilienpreise waren stark gefallen. Victor Chandler Junior entschied sich dennoch für den Kampf um das Unternehmen.

1974 bis heute: Konsolidierung und neue Wege

Victor Chandler verkaufte einige Wettshops und versuchte Kunden mit „deep pockets“ und Leidenschaft für das Glücksspiel anzuziehen. 1976 stand er dennoch nahe davor, an Playboy Enterprises zu verkaufen. Mit dem Royal Ascot im Jahr 1977 gelang schließlich die Wende.

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Während dem Pferderennen richtete er ein persönliches Service für die vermögende Klientel ein. Statt an seinem Stand auf die Wettkunden zu warten, schickte er Läufer in die Zuschauerboxen. Da das Wetten an der Rennbahn steuerfrei war, lukrierte er nur mit dieser einen Veranstaltung 100.000 britische Pfund.

 
Auch heute noch wird die Hälfte des Unternehmensumsatzes aus den Taschen der „high-stakes players“ erwirtschaftet. Um „Großkunden“ kümmerte sich Victor Chandler, solange er die Geschäfte führte, stets persönlich. Die Treue des vermögenden Wettklientels reichte infolge teilweise bis in die nächste Generation hinein.
 

Video: Victor Chandler Junior im Interview über die schweren Anfangsjahre, in denen er als junger Mann um den Fortbestand der Firma kämpfte. Quelle: youtube/BetVictor.com

In den 90ern spielte Victor Chandler mit der Idee, neue Märkte zu erschließen. Eine Begebenheit während der Fußball Weltmeisterschaft 1994 bestärkte ihn darin, in den fernen Osten zu expandieren:

Ein Geschäftsmann setzte im Namen eines chinesischen Klienten 1 Million Pfund. Bis heute gilt BetVictor als „king oft he high rollers“ – als Buchmacher, der Wetteinsätze in einer Höhe annimmt, wie kein anderer.

Im Interview mit „The Independent“ erzählt Victor Chandler eine Anekdote aus dieser Zeit. Als er in den 90ern den Glücksspielmarkt vor Ort in Macau kennen lernen wollte, fand er sich in einem Casino-Bandenkrieg wieder (vgl. independent.co.uk: „Victor Chandler: Always playing his cards right„, Interview vom 5. März 2012):

„At the heliport I got into a limo, and when I went to close the door I found I needed two hands. I said, ‚Is this car bullet-proof?‘ The driver said, ‚No sir, it’s bomb-proof‘. I went for supper and I was the only person not wearing a gun.”Victor Chandler über seine Erlebnisse in Macau.

 
1996 erhielt Victor Chandler eine Lizenz in Gibraltar und verlegte schließlich 1999 den Firmenstandort dorthin, um seinen Telefonkunden die 9% Wettsteuer zu ersparen. Stattdessen verrechnete er eine Servicegebühr von 3%.

Die Verlegung des Standortes war eine Idee seiner Frau, die gesagt haben soll: „If Irish bookmakers are allowed to take bets in the UK, why can’t you take bets from the UK in Gibraltar”.
 


kunden

Heute ist BetVictor mit rund 350 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber auf dem britischen Überseegebiet. In London verfügt der Buchmacher nach wie vor über einen Standort.


Übrigens: Als der Wettanbieter seine Zelte in UK abbrach, um das operative Geschäft nach Gibraltar zu verlegen, hieß er noch gar nicht BetVictor. Mit der fortschreitenden Internationalisierung vollzog der Wettanbieter gleich zwei Wandlungen:

BetVictor – Evolution einer Marke

Bis 2004 operiert Victor Chandler International Ltd. unter dem Markennamen „Victor Chandler“. Doch der danach etablierte Namen „VC Bet“ sollte nur vier Jahre halten, bevor mit der Rückkehr zu „Victor Chandler“ wieder der Fokus auf die Persönlichkeit hinter dem Unternehmen gelegt wurde.

BetVictor Sportwetten Marke

Bereits zum Jahresende 2011 folgte der Wechsel zu „BetVictor“. Victor Chandler Junior begründete die Entscheidung mit seinen Expansionsplänen: „I feel that the new brand name will help aid our international expansion plans and deliver a consistent theme to all of our customers.”

Bild: Evolution der Marke von Victor Chandler über vcbet zu BetVictor

Denn bis zu diesem Zeitpunkt fehlte ein international einheitlicher Auftritt. In Großbritannien war der Buchmacher als „Victor Chandler“, in Israel als “Victor Bet”, in Spanien als „Mr Apuestas“ und in Griechenland als “Bet Beast” bekannt, während im restlichen Kontinentaleuropa bereits “BetVictor” etabliert war.

Zeitgleich mit dem Wechsel des Markennamens erfuhr der 1999 eingerichtete online Auftritt einen Relaunch und wurde von der Domain victorchandler.com auf betvictor.com übersiedelt.

BetVictor setzt(e) auf Persönlichkeit

Bei keinem anderen Wettanbieter bekleidet die Person hinter den Kulissen auch nach Außen eine derart starke Rolle, wie bei BetVictor. Dies fängt beim Markennamen an und reicht bis zum persönlichen Engagement des Eigentümers in der Kundenbetreuung. Die Konstante Victor Chandler – ob Vater oder Sohn – sollte erst mit 2014, nach über 70 Jahren, Geschichte sein.


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Mit Michael Tabor hat Victor Chandler Jr. einen würdigen Nachfolger gefunden. Der Engländer zeichnete bereits für eine Wettshopkette verantwortlich, die er ab den späten 60er Jahren aufbaute und Mitte der 90er an Coral veräußerte. BetVictor-Kunden befinden sich folglich nach wie vor in besten Händen.


So ist es nur logisch, dass auch die gesamte Kommunikation und Imagebildung lange Zeit von der Person Victor Chandler getragen wurde – zumindest in Großbritannien. Konsequenter Weise lautete der Slogan auf der Startseite des englischen Webauftritts: „For the best odds talk to Victor“.

BetVictor Kampagne

Für seine Kampagnen in der Heimat holte sich der Buchmacher stets prominente Unterstützung ins Boot, wie etwa den britischen Comedian Paul Kaye (siehe Bild, Quelle: betvictor.com)

Mit dem Rücktritt Victor Chandlers im Jahr 2014, brach schließlich eine neue Ära an, in der für Persönlichkeit kein Platz mehr zu sein scheint. Schließlich wurde auch in Deutschland die Zusammenarbeit mit Reiner Calmund beendet, der die Werte des Buchmachers bzw. seines Eigentümers – allen voran Integrität – perfekt widergespiegelt und damit über den Ärmelkanal getragen hatte.

BetVictor Reiner Calmund

Der deutsche Fußballfunktionär wurde ursprünglich für den Eintritt in den deutschen Markt als Werbeträger verpflichtet. Er war folglich ab 2011 das Aushängeschild des Bookies (siehe Bild, Quelle: betvictor.com).

Mit dieser Wahl blieb BetVictor, der sich als Gentlemen Buchmacher präsentiert, auch hierzulande seiner Linie treu. Calmund versprach ein Geschäft „unter Gentlemen“ indem er dem Unternehmen ein Gesicht gab und für konservative Werte einstand.

Alle Testergebnisse von BetVictor im Überblick

TestbereichScoreBewertungTestbericht
Gesamtwertung:82 %gutBetVictor Erfahrungen
Wettquoten:91 %sehr gutBetVictor Wettquoten
Wettangebot:90 %hervorragendBetVictor Wettangebot
Livewetten Angebot:81 %gutBetVictor Live Wetten
Einzahlung:83 %gutBetVictor Einzahlung
Auszahlung:82 %gutBetVictor Auszahlung
Kundenservice:71 %durchschnittlichBetVictor Kundenservice
Website Bedienung:76 %guter Durchschnitt BetVictor Website
Performance/Ladezeit:75 %guter DurchschnittBetVictor Ladezeiten
Neukundenbonus:82 %gutBetVictor Bonus
Sicherheit:93 %hervorragendBetVictor Fakten & Infos
Fußballwetten:94 %hervorragendBetVictor Fußballwetten
Tenniswetten:91 %hervorragendBetVictor Tennis Wetten
Eishockeywetten:82 %gutBetVictor Eishockey Wetten
Mobile Wetten:91 %hervorragendBetVictor Mobile Wetten

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